Stadtbaurat lenkt ein: Kritik am Umbauplan hat Erfolg

HERTEN-SÜD Die „Insel“ mit vier Bäumen und Bänken mitten auf dem Platz am Süder Markt ist vom Tisch. Stadtbaurat Volker Lindner stellte sich gestern früh vor Ort dem Gespräch mit Markthändlern, Geschäftsleuten, Bürgern und dem Eigentümer der Gebäude, Rolf Schettler. Sie alle hatten den von der Stadt favorisierten Entwurf heftig kritisiert – mit Erfolg.

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    Stadtbaurat Volker Lindner (2.v.l.) am Süder Markt im Gespräch mit Markthändlern, Geschäftsleuten und Bürgern. Thema war die Umgestaltung des Platzes zwischen Woolworth, Netto, Sparkasse und Marktplatz. 12102016 Foto: Carola Wagner Foto: Carola Wagner

Die Umgestaltung des Platzes wurde aufgrund der Erweiterung des Netto-Marktes im letzten Jahr notwendig. Dadurch seien die Gestaltung des Pflasters mit dem Baum-Rondell und die Entwässerungsrinnen zerstört worden, erläuterte Stadtplaner Ralf Terpoorten. Letzteres bezweifelt Unternehmer Rolf Schettler, der den Umbau bezahlen muss: „Die Entwässerung funktioniert nach wie vor.“


Für Unmut sorgt der Entwurf zur Umgestaltung aus mehreren Gründen: Unter anderem würden die Händler des kleinen Wochenmarkts durch das Arrangement aus Bäumen und Bänken verdrängt und der Platz wäre nicht mehr gut zu überblicken, was dem Sicherheitsgefühl der Passanten abträglich wäre. Zudem zögen Bänke unerwünschte Besucher an; früher wurden dort auf zwischenzeitlich abmontierten Sitzgelegenheiten oft Trinkgelage gehalten.
 

"Was gut läuft, sollte man nicht verändern"


„Wir wollen unseren Markt so behalten, wie er ist“, forderte eine Bürgerin. Auf die Frage, warum die vorhandenen Bäume gefällt werden sollen, erhielt sie die Antwort, dass diese „abgängig“ seien. (Anm. d. Red.: In der Sprache der Baum-Experten steht „abgängig“ für stark geschädigt/sehr krank und nicht überlebensfähig.) Eine Markthändlerin klagte: „Wir wurden in der Vergangenheit schon von hier nach da gejagt, warum kann jetzt nicht alles bleiben, wie es ist?“ Schettler gab zu bedenken: „Eine Sache, die gut läuft, sollte man nicht verändern.“


Ihre Befürchtungen erläuterten die Betroffenen vor Ort einem zwar kompromissbereiten, aber sehr irritierten Baurat und seinen Mitarbeitern. „Wir haben mit Rolf Schettler und den Händlern hier am Süder Markt mehrfach über Details des Plans gesprochen und stießen auf Zustimmung. Nur die Bänke und ein Laternenstandort wurden kritisch gesehen“, sagt Volker Lindner. Dass es nun plötzlich so massive Kritik hagelt, wundere ihn sehr. Gleichwohl sei es nicht sein Ziel, die Planung „auf Teufel komm raus“ durchzusetzen.


Sein Vorschlag zur Güte: Auf dem Platz wird nur ein großer Marktplatzbaum statt vier kleiner Bäume gepflanzt. Der Säulengang am Eingang zur Tiefgarage wird abgerissen, was mehr Platz für die Markthändler schafft. Auf zusätzliche Bänke wird vorerst verzichtet. Sollte irgendwann Bedarf an Sitzgelegenheiten bestehen, wird nachgerüstet.
Mit diesem Plan waren die rund 20 Anwesenden zufrieden. Jetzt stehen weitere Treffen an, in denen die Details der ausgearbeitet werden.
1 KOMMENTAR
13.10.16 08:07

Süder Markt

von Haso62

Was lernen wir daraus? Reden hilft !!

?

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