Vorschlag von BM Toplak: Rudi Assauer soll Ehrenbürger werden

HERTEN Rudi Assauer (73) soll Ehrenbürger der Stadt Herten werden. Dieser Vorschlag sei ihm ein Herzenswunsch, teilt Bürgermeister Fred Toplak Vertretern des Stadtrats per E-Mail mit. Die Politiker im Hertener Stadtrat haben allerdings noch Redebedarf - in erster Linie wegen des Vorgehens von Toplak.

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  • Rudi Assauer wie man ihn kennt

    Rudi Assauer, ehemaliger Manger des FC Schalke 04, wie man ihn kennt: Mit einer guten Zigarre im Jahr 2006. Foto: Torsten Janfeld

  • Bettina Michel Assauers und ihr Vater Rudi

    Rudi Assauer mit seiner Tochter Bettina Michel. Foto: Roland Weihrauch/Archiv

  • Freunde fürs Leben

    Huub Stevens und Manager Rudi Assauer (r) waren die starken Männer auf Schalke. Foto: Achim Scheidemann

Bürgermeister Fred Toplak - selbst Inhaber von Schalke-Dauerkarten und S04-Fan - sieht in Rudi Assauer einen Botschafter der Stadt Herten, eine Identifikationsfigur der „Kumpel und Malocher“. Sein Engagement für den Sport in Herten sei vielen Menschen bekannt und in positiver Erinnerung.

Exklusiv hat die Hertener Allgemeine bei Assauers altem Fußballverein in Herten-Süd nachgefragt: Werner Wisotzki, Vorsitzender der Spvgg. DJK Herten, erzählt, dass der Verein Rudi Assauer zum Ehrenmitglied ernannt habe. Er erinnert sich, dass der Fußballmanager zur Hundertjahrfeier im Jahr 2007 ein Freundschaftsspiel der ersten Mannschaft gegen den FC Schalke 04 ermöglichte. „Von mir aus kann er Ehrenbürger werden“, sagt Wisotzki. „Ich habe nicht dagegen“, sagt auch Hannes Geiermann, Abteilungsleiter Alte Herren. Er ist wie Assauer 73 Jahre alt und mit ihm in Herten-Süd aufgewachsen. „Für Schalke hat der Rudi viel getan.“

SPD-Fraktionschef Christian Bugzel war wie der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Stefan Grave, völlig überrascht vom Ansinnen des Bürgermeisters, das sie am vergangenen Freitag erreichte. „Ja, man kann Rudi Assauer zum Ehrenbürger machen“, sagt Christian Bugzel. „Er wird ja immer mit Herten in Verbindung gebracht und ist so was wie ein Botschafter der Stadt.“ Wie Grave hätte er aber erwartet, dass die Idee zunächst einmal im Ältestenrat diskutiert wird. Der CDU-Fraktionschef hält sich bedeckt: „Man muss erst ein Meinungsbild einholen.“ Zur Ehrenbürgerwürde für Rudi Assauer sagt Grave: „Da sollte man sicher drüber sprechen. Er ist eine herausragende Hertener Persönlichkeit.“ Grundsätzlich versteht Grave die Auszeichnung als Würdigung eines Lebenswerks.“

Alleingang von Toplak wird kritisch gesehen

Auch die CDU-Stadtverbandsvorsitzende Silvia Godde hätte sich ein persönliches Vorgespräch gewünscht. „Nun wird es gleich öffentlich im Rat diskutiert...“ Sie selbst hat den Vorschlag zur Kenntnis genommen und will nun Rudi Assauers Vita studieren, um sich eine Meinung zu bilden. „Ich weiß zu wenig über ihn, um das zu bewerten.“ Für Silvia Godde steht fest: „Ein Ehrenbürger muss sehr mit seiner Heimat verbunden sein und über einen langen Zeitraum etwas für die Stadt und ihre Bürger getan haben – zum Beispiel durch ehrenamtliches Engagement.“ Dass Assauer lange nicht in Herten gelebt habe, sei kein Hinderungsgrund: „Man kann auch aus der Ferne etwas für seine Heimatstadt tun.“

Rudi Assauers Familie war für uns gestern nicht zu erreichen. Fred Toplak hält aber Kontakt zu Assauers Tochter Bettina Michel. Sie habe zugestimmt. Er wolle die „Dinge“ nicht aufschieben, so Toplak: „Bei unserer ,letzten großen Ehrung‘, wo alle etwas Gutes über uns sagen, bekommen wir es leider nicht mehr mit.“

Zur Person: Rudi Assauer

  • Rudi Assauer wird am 30. April 1944 im Saarland geboren. Er wächst als „Kind des Ruhrgebiets“ in Herten-Süd auf. Fußball ist seine Leidenschaft. 1952 tritt er der SpVgg. Herten bei.
  • Mit 14 Jahren verlässt Rudi Assauer die Schule, wird Stahlbauschlosser und arbeitet für kurze Zeit auf der Zeche Ewald.
  • 1962 unterschreibt er seinen ersten Vertrag bei der SpVgg. Herten und spielt in der Regionalliga. 1964 wechselt er zu Borussia Dortmund. Gleich im ersten Jahr gewinnt Assauer mit dem BVB den DFB-Pokal, ein Jahr später den Europapokal der Pokalsieger. Neben seiner sportlichen Karriere lernt er Bankkaufmann. 1970 wechselt Rudi Assauer zu Werder Bremen. Mit 32 Jahren beendet er die aktive Laufbahn und wird jüngster Bundesliga-Manager aller Zeiten.
  • Am 15. Mai 1981 geht er zum FC Schalke 04. 1986 wird er entlassen, weil er sich mit dem Präsidenten überworfen hatte. Am
  • 1. April 1993 kehrt er auf Initiative von Schalke-Präsident Günther Eichberg zurück. 1996 beenden die Schalker die Saison als Dritter, qualifizieren sich für den UEFA-Cup – und gewinnen 1997 in einem denkwürdigen Finale gegen Inter Mailand den UEFA-Pokal. 1998 wird der Grundstein der Arena AufSchalke gelegt. Am 17. Mai 2006 tritt Assauer als Schalke-Manager zurück. Er war mit Schauspielerin Simone Thomalla liiert – ein schillerndes Promi-Paar. Heute lebt er bei Tochter Bettina Michel in Herten. Er ist an Alzheimer erkrankt.
  • Rudi Assauer trägt seit 2003 den Titel „Bürger des Ruhrgebiets“, der für herausragende und besondere Verdienste um die Region und ihre Menschen verliehen wird.
8 KOMMENTARE
12.09.17 10:56

Hier kann man lesen

wie dem Bürger das letzte Interesse an Politik genommen wird. Kesselflicker bei der Arbeit.

12.09.17 10:23

???

Ich verstehe Ihren Kommentar nicht. Es ist doch völlig logisch und auch üblich, das ein solches Thema im Ältestenrat besprochen wird. Tut mir leid, aber ich kann hier absolut nicht erkennen, wo es hier eine sogenannte Anti-Toplak Haltung geben soll. Zudem sollten Sie den Artikel der WAZ (...falls gelesen) und der HA nicht verwechseln. Ich habe zwar keine Glaskugel, aber ich bin mir sicher das Herr Assauer den Ehrenbürgertitel bekommen wird und sich darüber hinaus, alle am Ende im Ältestenrat einig darüber sein werden und dem so zustimmen. Also nicht gleich lospoltern. Lassen Sie nicht von Ihrem täglichen News-Overkill verwirren. zwinkern

12.09.17 11:24

Keine Anti Toplak Haltung zu erkennen? Mhhh mal "lesen":

1.
allerdings noch Redebedarf - in erster Linie wegen des Vorgehens von Toplak.
2.
Alleingang von Toplak wird kritisch gesehen
3.
SPD-Fraktionschef Christian Bugzel war wie der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Stefan Grave, völlig überrascht vom Ansinnen des Bürgermeisters.

Weitere "Punkte" siehe fb Seite der CDU Herten, mit "Begründung" warum was außerhalb der "Öffentlichkeit" diskutiert und entschieden werden sollte...

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