Angezündete Müllcontainer: Brandstifter ist noch nicht gefasst

HERTEN Die seit Tagen andauernde Serie von Müllcontainer-Bränden in Herten hat sich in den Nächten am Wochenende weiter zugespitzt. Wieder waren in erster Linie Schulen und andere öffentliche Gebäude betroffen. Bei der Tätersuche kam am späten Sonntagabend auch ein Hubschrauber zum Einsatz.

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    So sieht es am Jugendzentrum Nord aus. Der Brand griff von den Mülltonnen auf einen Container mit Spielgeräten über. Die Feuerwehr musste den Container zum Löschen aufbrechen. Foto: Frank Bergmannshoff

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    An der Knappenhalle brannte ein Restmüll-Container, in dem sich auch Abfälle und Essenreste aus der Schulmensabefanden. Die Hitze beschädigte die Scheiben am Eingang, die Fassade und auch das Dach. Foto: Frank Bergmannshoff

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    In der Gebäudenische hinten im Bild brannten mehrere Müllcontainer. Durch die Hitze platzten die Fensterscheiben der direkt angrenzenden Räume der früheren AWO-Kita. Foto: Frank Bergmannshoff

Ab dem späten Freitagabend (15.02.) war die Feuerwehr bis zum Samstagmorgen fast pausenlos im Einsatz. Zeitweise mussten neben der Berufsfeuerwehr auch die Löschzüge Herten und Westerholt der Freiwilligen Feuerwehr ausrücken. Auch das Ausmaß der Sachschäden wird zunehmend größer, am stärksten war bisher die frühere AWO-Kita an der Clemensstraße betroffen.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag  waren erneut vier Brandstiftungen zu beklagen. An der Fassade der Knappenhalle auf dem Paschenberg entstand größerer Sachschaden. Der Täter schreckte auch nicht davor zurück, im Innenhof des Hertener Schlosses Müllcontainer anzuzünden.

Am Sonntagabend (17.02.) gab es bereits um 19.04 Uhr den ersten Notruf: Auf der Sportanlage des SC Herten auf dem Paschenberg brannten ein Müllcontainer und ein Sonnenschirm. Zwei Stunden später standen in der Zufahrt von Schlägel & Eisen Mülltonnen in Brand, die Flammen schlugen gegen die Gebäudefassade und ein Fenster. Um gegen 23 Uhr brannte es dann an der Katzenbuschstraße.

Die Polizei setzte am späten Sonntagabend einen Hubschrauber mit Infrarot- und Wärmebildkamera ein. Dieser flog lange über dem Paschenberg und dann - als es dort brannte - über dem Katzenbusch. Die Tätersuche blieb jedoch erfolglos.

Konkret haben zuletzt 1100-Liter-Müll- und Altpapiercontainer an folgenden Orten gebrannt:
  • Freitag, 21.08 Uhr: Brennender Müllcontainer an der Süder Grundschule/In der Feige (Herten-Süd)
  • Samstag, 0.30 Uhr: Brennende Müllcontainer am Jugendzentrum Nord (Disteln/Backum), Flammen griffen auf Bauwagen über, schätzungsweise 2000 Euro Sachschaden
  • Samstag, 1.20 Uhr: Brennende Müllcontainer am Technologiepark (zwischen Herten-Mitte und Paschenberg)
  • Samstag, 1.34 Uhr: Brennende Müllcontainer an der Willy-Brandt-Realschule (Paschenberg)
  • Samstag, 2.11 Uhr: Brennende Müllcontainer an der früheren AWO-Kita im Bereich Clemensstraße/Bürgerhaus Süd (Herten-Süd), durch die Hitze platzten Fensterscheiben, giftiger Rauch zog ins Gebäude, geschätzter Sachschaden: 12.000 Euro
  • Samstag, 21.14 Uhr: Brennende Müllcontainer an der Rosa-Parks-Schule (Disteln)
  • Samstag, 22.22 Uhr: Brennender Müllcontainer an der Knappenhalle (Paschenberg)
  • Sonntag, 0.11 Uhr: Brennende Müllcontainer an der Erich-Klausener-Realschule (Paschenberg)
  • Sonntag, 1.10 Uhr: Brennende Müllcontainer im Innenhof des Hertener Schlosses
  • Sonntag, 19.04 Uhr: Brennende Mülltonne auf der Sportanlage Paschenberg, Feuer griff auf Sonnenschirm über
  • Sonntag, 21.05 Uhr: Brennende Müllcontainer in der Zufahrt von Schlägel & Eisen, Flammen schlugen gegen die Gebäudefassade und ein Fenster
  • Sonntag, 22.56 Uhr: Brennende Müllcontainer an der Sportanlage im Katzenbusch
Am Donnerstag, 14. Februar, hatten bereits Mülltonnen an der Süder Grundschule/Augustastraße sowie am Bürgerhaus Süd gebrannt. Am Bürgerhaus griffen die Flammen auf Sträucher über.

Am Dienstag, 12. Februar, brannten Müllcontainer an der Rosa-Parks-Gesamtschule (Disteln) und an der Süder Grundschule/In der Feige.

Darüber hinaus brennen seit Mitte Dezember immer wieder Mülltonnen im Bereich Herten-Disteln/Mitte/Süd. Mal sind es einzelne Tonnen, mal kommt es zu Häufungen. Mitte Dezember brannten zum Beispiel an der Straße "Über den Knöchel" nachts reihenweise Altpapiertonnen.

Bei Feuerwehr und Polizei wächst die Sorge, dass die Brandserie weitergeht und dass es dann zu gravierenderen Folgen kommen könnte als bisher. Denn wie am Beispiel der AWO-Kita zu sehen ist, kann eine brennende Mülltonne schnell dafür sorgen, dass ein Feuer auf ein Gebäude übergreift, in dem dann womöglich auch (schlafende) Menschen in Gefahr geraten.
 
Die Polizei sucht nach Zeugen. Wer Hinweise geben kann, meldet sich bitte unter der Rufnummer Tel. 0800/2361111.
6 KOMMENTARE
18.02.19 10:41

Egal wie alt...

von Stiller-Beobachter

Schwachköpfe

17.02.19 18:17

Bevor man

von nickelback

Jugendliche schon als Schuldige ausmacht, sollte man erstmal hoffen, daß nicht noch mehr passiert und dann auf die Ergebnisse der Ermittlungen warten. Selbst wenn es dann ein Jugendlicher war, sind nicht alle schlecht.

17.02.19 17:22

Es wird niemand bestraft

von Abc123

Jungendhaft? Davon kann man in Deutschland nur träumen. Es heißt dann wieder "traumatisierte Jugendliche mit schlechter Kindheit" -> Fall abgeschlossen.

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