Hunde an die Leine: Geflügelpest hat Herten erreicht

HERTEN Die Geflügelpest, auch bekannt als Vogelgrippe, hat das Hertener Stadtgebiet erreicht. Um die weitere Ausbreitung zu verhindern, hat der Amtstierarzt des Kreises Recklinghausen, Dr. Siegfried Gerwert, am Freitag eine Tierseuchenverordnung und einen Sperrbezirk erlassen, der bis nach Recklinghausen und Gelsenkirchen reicht. In diesem dürfen Besitzer von Geflügel, Hunden und Katzen ihre Tiere nicht frei laufen lassen.

  • sperrbezirk_geflügelpest_12-2016

Konkret wurde im Hertener Schlosswald ein verendeter Wildvogel entdeckt. An dem Kadaver wurde die Geflügelpest (H5N8) amtlich festgestellt. Rund um den Fundort wurden ein Sperrbezirk und zusätzlich in einem Drei-Kilometer-Radius ein Beobachtungsgebiet ausgezeichnet. Dieses umfasst den Bereich

- von der Emscher im Süden
- bis zur Westerholter Straße im Norden,
- von Gelsenkirchen-Resse im Westen (gesamter Ortsteil betroffen)
- über Ebbelich, Herten-Mitte und Disteln hinweg bis zur A43 im Osten.

Mitarbeiter von Kreis Recklinghausen und Stadt Herten machten gestern an Hauptzufahrtswegen den Sperrbezirk mit Schildern kenntlich. Darauf heißt es: „Wildvogelgeflügelpest-Sperrbezirk“. Die Verordnung gilt für 21 Tage.

Die Geflügelpest betrifft in erster Linie Hühner, Trut-, Perl- und Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse sowie in Gefangenschaft gehaltene Vögel anderer Arten. In Herten gibt es 110 Halter mit ca. 2.660 Geflügeltieren. Theoretisch können auch andere Tierarten erkranken, zum Beispiel Pferde, Katzen und Schweine. Menschen erkranken nur äußerst selten an Geflügelpest. Wenn es jedoch dazu kommt, dann oft mit Todesfolge.

In der Verordnung weist der Amtstierarzt ausdrücklich darauf hin, dass innerhalb des Beobachtungsgebietes ab sofort keine Hunde und Katzen frei laufen dürfen. Dabei steht nicht im Vordergrund, dass diese Tiere selbst erkranken könnten. Vor allem geht es darum, dass diese Tiere die Seuche sehr leicht aufnehmen und weiter verbreiten können. Die Geflügelpest wird zum Beispiel durch den Kontakt mit Flüssigkeiten und Exkrementen, aber auch durch die Luft übertragen. Dies geschieht also sehr schnell auch durch Menschen (zum Beispiel Kleidung, Schuhe, Hände) und durch Fahrzeuge.

Besondere Vorschriften gelten ab sofort naturgemäß für Besitzer von Geflügel. Das sind in der betroffenen Zone in Herten sowohl Landwirte als auch Privatpersonen. Wer im Sperrbezirk Geflügel besitzt, hat das dieses in geschlossenen Ställen oder unter einer Schutzvorrichtung zu halten. Die Tiere sowie deren Fleisch und Eier dürfen nicht transportiert werden. Ausstellungen und Veranstaltungen mit dem Geflügel sind verboten. Mitarbeiter des Kreises werden die Tiere regelmäßig untersuchen.

Der Direkt-Link zur Verordnung im Wortlaut:
http://tinyurl.com/seuchenverordnung
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