Bürger sind genervt: Müll und Lärm sind Schattenseiten des Frühlings

Herten Kaum lädt das Wetter zum Aufenthalt im Freien ein, hagelt es Beschwerden: Bürger klagen über nächtlichen Lärm und Müll nach Gelagen.

  • hal_Dreck

    Auf dem Gelände von Schlägel & Eisen bleibt immer wieder achtlos weggeworfener Müll zurück. Foto: Barciaga

Milde Temperaturen bedeuten für manche Anwohner des Kerkhofskamps unruhige Nächte. Die Straße grenzt an den Schlosspark, der insbesondere in der wärmeren Jahreszeit ein beliebter Treffpunkt ist. Speziell auf dem von Bänken gesäumten historischen Hatzfeldplatz gibt es oft Freiluftparties mit lauter Musik, Alkohol und anderen Substanzen, die die Stimmung heben.

Das Grundstück unseres Lesers Marcus Buchholz grenzt an diese Fläche. „Der Biergarten Hatzfeldplatz ist eröffnet“, sagt er voller Ironie. Sein Ärger über Ruhestörungen bis in den frühen Morgen ist groß. „In der Nacht zu Sonntag habe ich mehrmals die Polizei gerufen“, berichtet er. „Erst um kurz nach 2 Uhr früh war endlich Ruhe.“ Er präsentiert Tonaufnahmen von dem Partylärm. Zu hören sind wummernde Techno-Musik und lautes Palaver.

Die Polizei bestätigt, dass es kurz nach Mitternacht zwei Beschwerden und einen ersten Einsatz gegeben habe. Vor Ort seien fünf Personen zwischen 18 und 28 Jahren überprüft und ermahnt worden. Nur 20 Minuten nach dem Einsatz gab es erneut eine Beschwerde. Die Beamten fuhren in den Park, sprachen Platzverweise aus, drohten mit „Folgemaßnahmen“.

Marcus Buchholz schildert, dass die Musik nach dem ersten Polizeieinsatz gleich wieder aufgedreht worden sei. Nach dem zweiten Einsatz hätten die Ruhestörer wüste Beschimpfungen gerufen, die Musik noch mal voll aufgedreht und seien dann abgezogen. Er befürchtet, dass sich die Situation wiederholen wird. „Ermahnungen nutzen nichts. Es müssten Strafen folgen“, meint er. Zudem wünscht er sich am Hatzfeldplatz Schilder, die deutlich machen, dass dort ab 22 Uhr Ruhe zu herrschen hat.

Patrick Barciaga, Mitinhaber der Imbissbude auf dem Gelände der Zeche Schlägel & Eisen, beseitigt Tag für Tag Hinterlassenschaften nächtlicher Gelage. „Es ist unfassbar, wie viel Müll hier rumgeschmissen wird“, klagt er. Die Schalen von Kürbis- und Sonnenblumenkernen seien dabei noch das kleinste Übel. „Jede Menge Plastik, Becher, Tüten... und ganz schlimm: kaputte Glasflaschen.“ Die Scherben ärgern ihn besonders. „20, 30 Wodkaflaschen wurden jetzt hier auf dem Geh- und Radweg zerdeppert.“ Die Scherben gefährden nicht nur Radfahrer und Hunde. „Bei gutem Wetter spielen hier 50 bis 60 Kinder. Was da passieren kann!“

Sobald es draußen wärmer wird, beobachtet Barciaga, dass junge Menschen aller möglichen Nationen sich auf dem Zechengelände treffen. „Sie kommen, sobald es dämmrig wird und halten hier Gelage ab – mit Wasserpfeifen, Essen, Alkohol.“ Was man dagegen tun kann? „Die Polizei müsste abends mal vor Ort sein. Und die Verursacher der Sauerei müssten hart bestraft werden – nur so werden andere abgeschreckt.“
4 KOMMENTARE
02.04.19 16:26

Es ist doch viel einfacher

von 911

und finanziell effektiver, irgendwo mit der Laserpistole auf "Raserjagd" zu gehen und dem Rentner, der gerade vom Friedhof kommt und die Geschwindigkeit geringfügig übertritt, mal eben um 20 EUR zu erleichtern.

Da gibt es kein großes Gemeckere und keinen Widerstand.

Ganz anders sieht es aus, wenn man sich um die Probleme kümmern muss, die im Beitrag geschildert werden.

Das ist total mühselig, kostet Kraft und macht keinen Spaß, angepöbelt wird man auch noch.

Beim Ordnungsamt sieht es vermutlich ähnlich aus; am liebsten schnell Geld einnehmen und wenig dafür tun.

Der brave Michel macht mal einen kleinen Fehler und darf blechen, die symphatischen Herrschaften hingegen können sich benehmen wie es ihnen gerade passt und keiner (Polizei / OA) macht was.

Dieser Eindruck entsteht.

02.04.19 16:21

Also wir

von Bedard

haben Freitags viele Jugendliche fürs Klima demonstrieren sehen die am Montag wieder auf dem Weg vom Edeka zurück zur Schule den Müll einfach in die Büsche bzw. auf die Straße bzw.unser Grundstück geschmissen haben. Ich war auch Mal Schüler gewesen. Wir haben auch Mal an Demos teilgenommen. Im Vordergrund war für uns damals das wir nicht im Klassenraum waren...

01.04.19 09:48

Wir demonstrieren für den Klimaschutz!!!!

von Strunki57

Freitags den Unterricht schwänzen und ab Abend und Wochenende geht die Post ab. Wie verlogen ist das denn. Auch gestern bei meinem Spaziergang überall nur Dreck und Unrat. Zerschlagene Bierflaschen, Fast Food Abfall, ja ganze Müllbeutel mit Restmüll, gelbe Säcke, und immer mehr die weggeworfenen schwarzen Scheißbeutel!!! Ach ja bald kommt ja wieder der Putztag. Viel Spaß dabei.

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