Schlägel & Eisen: 21-Jähriger Autofahrer demoliert Tor und Zaun

HERTEN Den Schichtbeginn hatten sich Inhaber und Belegschaft der Firma Büning anders vorgestellt: Am Mittwochmorgen (4.10.) standen sie vor den Überresten der Zaun- und Toranlage des Firmengeländes auf Schlägel & Eisen. Ein 21-jähriger Recklinghäuser war mit seinem Toyota in den Zaun gefahren.

  • Kaputt gefahren: Ein 21-jähriger Recklinghäuser fuhr mit seinem Wagen in Zaun und Tor der Firma Büning. Foto: Privat

Es ist der vorläufige Höhepunkt einer durch Raserei, Unfälle und Vandalismus belasteten Situation auf dem ehemaligen Zechengelände. Dass bei dem jüngsten Unfall überhöhte Geschwindigkeit eine Rolle gespielt hat,
legen nicht nur die Aufnahmen nahe, die von den Videokameras stammen, mit denen die Bünings ihr Firmengelände überwachen. Auch der Unfallhergang spricht dafür.

Der Polizei zufolge war der junge Recklinghäuser am Dienstagabend (3.10.) um 23.42 Uhr mit seinem Wagen zunächst auf dem Glückauf-Ring unterwegs, touchierte dann im Kurvenbereich der Straße „Flöz Gretchen“ einen Bordstein, geriet ins Schleudern, streifte eine Laterne und prallte dann in Zaun und Tor der Firma Büning. „Es spricht einiges dafür, dass er nicht ganz langsam gefahren ist“, sagt Polizeisprecherin Ramona Hörst.

Erheblicher Sachschaden

Der Fahrer blieb unverletzt, doch der Sachschaden ist erheblich: Erste Schätzungen liegen bei mehr als 20 000 Euro. Hinzu kommt der Verdienstausfall bei dem Langenbochumer Handwerksbetrieb: „Unsere Kolonnen konnten am Morgen nicht runter vom Grundstück“, berichtet Martina Büning. Auf der einen Seite ist die Ehefrau des Firmenchefs erleichtert, dass dem Autofahrer nichts passiert ist, auf der anderen Seite ärgert sie sich sehr über die Sachbeschädigung – zumal die Zaunanlage erst vor Kurzem fertiggestellt worden sei. „Und jetzt ist sie schon wieder kaputt...“

Verfahren ist eingeleitet

Gegen den Recklinghäuser wurde ein Ordnungswidrigkeits-Verfahren eingeleitet. Ob er neben einem Bußgeld auch mit Punkten in Flensburg bestraft wird und den Führerschein abgeben muss, hängt von der Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung ab. An der Unfallstelle gelten 10 km/h.

Immer wieder wird über Raserei auf Schlägel & Eisen berichtet, auch Unfälle sind keine Seltenheit. Das ehemalige Zechengelände sei „ständiges Thema“ bei der Polizei, sagt Ramona Hörst. „Die Szene muss jederzeit damit rechnen, dass wir da auftauchen.“ Auch das Ordnungsamt will den Geschwindigkeits-Wahn eindämmen. Auf den Fahrbahnen sollen Rüttelstreifen angebracht werden und Poller sollen verhindern, dass Autofahrer über Fuß- und Radwege fahren.
4 KOMMENTARE
04.10.17 18:33

Ewald hat doch die gleichen Probleme

von KrauseC

An der Zeche Ewald war es Jahre lang genau so und ist es immer noch.
Die Stadt meint, dass die bisherigen Maßnahmen die Probleme lösen...

Nein das tun sie nicht!!!

Festgemacht wird es an den ausbleibenden Beschwerden...

Es beschwert sich nur vermutlich noch kaum jemand, da man nicht mehr den Glauben hat, dass sich etwas ändert.

Warum wird für Schlägel und Eisen denn ein Sicherheitsdienst eingerichtet und für Ewald nicht???
Oder kommt da noch was? Wohl nicht.

Auf Ewald hat Toplak vor einiger Zeit (per Facebook) angekündigt bei anhaltenden Problemen den Aufenthalt der ganzen Raser, Tuner und Poser zu unterbinden.

Alles leere Drohungen vermute ich.

Er sieht auf Ewald überwiegend den Müll als Problem an. Den Rest (insb. den Lärm und die Rennen) kann oder will er nicht sehen, da er der Motorworld nicht auf den Schlips treten möchte.

Es ist einfach nur lächerlich was die Stadt den Anwohnern dort zumutet und wie man hört bringen Gespräche mit Toplak auch nichts, da er meint alle Möglichkeiten der Beruhigung ausgeschöpft zu haben. Toller Verwaltungsleiter(Das ist Ironie!)

Hauptsache die Motorworld kommt da muss man als Stadt wohl die "Fresse" halten.

Traurig, was man für ein anderes Stadtimage alles auf sich nimmt.

Schaut man sich die Videos der Motorworld Böblingen an, weiß man, was auf die Anwohner zukommt!

04.10.17 17:57

Szene, Raser, Geschwindigkeitswahn, Wachdienst??????

von defo-xxl

Was sind das denn für Töne? Diese Szene ist doch bewußt nach Herten geholt worden. Das ganze Rathaus will doch immer noch die Motorworld.
Herten Süd hat sich jahrelang gegen diese Raser zur Wehr gesetzt. Etliche Unfälle auch mit Personenschaden konnten bisher die Stadt nicht von den Plänen abhalten. Herten Süd (zumindest ich) bin froh, dass nun auch der Norden mit den Rasern leben muss. Es ist aber schon ein Unterschied in der Betrachtungsweise festzustellen. Einen Wachdienst hat es in Süd nie gegeben. Es kommt also schon darauf an, wer, wo in Herten wohnt.
Alles in Allem bleibt mir nur ein Zitat übrig :
"Hüte mich vor den Gestern die ich rief".

05.10.17 09:28

lustig...

von dangermouse2000

Von der Motorworld ist erst seit 2,5 Jahren die Rede, komischerweise wird sich dort schon länger getroffen und gerast. Als wenn andere Städte nicht die selben nächtlichen Probleme hätten(auch ohne Motorworld oder ähnlichem).

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