Mann sprach Mädchen an: Martinischule warnt nach Vorfall die Eltern

HERTEN Die Leitung der Martinischule hat sich am Samstag zu dem ungewöhnlichen Schritt entschieden, einen Elternbrief zu veröffentlichen und per "WhatsApp" an die Eltern zu verschicken. Der Anlass dafür war ein beunruhigender Vorfall am Freitagmittag.

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    Die Polizei zeigt vor der Martinischule Präsenz. Foto: Dagmar Hojtzyk

Wie Schulleiterin Sandra Müller berichtet, kamen am Freitagmittag zwei Mädchen auf den Schulhof gerannt. Sie erzählten einer Mitarbeiterin der Offenen Ganztagsbetreuung (OGS), ein Mann habe sie in direkter Nähe der Grundschule angesprochen und aufgefordert, mitzukommen zum Entenfüttern und Tiere beobachten.

Die OGS-Mitarbeiterin sah nur noch einen Mann von hinten, der sich schnell entfernte. Die Polizei wurde gerufen, eine Streife kam, Beamte befragten die Mädchen. Dabei entstand folgende Täterbeschreibung:
  • Alter: ca. Ende 20
  • groß, heller Teint
  • dunkle Haare, an den Seiten kurz (evtl. „Undercut“)
  • dunkelgrüner Kurzmantel
  • schwarzer Kapuzenpulli
  • schwarze Brille
  • blauer Rucksack.
Ein ähnlicher Vorfall soll sich schon vor zwei Wochen ereignet haben. Ein Mann soll in Schulnähe aus dem Auto heraus Kinder zum Einsteigen aufgefordert haben. Schulleitung und Polizei wurden darüber aber nicht zeitnah informiert. Stattdessen diskutierten Eltern abends in einer „WhatsApp“-Gruppe; der bis dahin ahnungslosen Schule wurde sogar Untätigkeit vorgeworfen. Bis heute gibt es jedoch keine belastbaren Informationen zum Hergang und zum mutmaßlichen Täter sowie auch keine protokollierten Aussagen der angeblich betroffenen Kinder.

Diesmal ist die Situation aus Sicht von Schulleiterin Sandra Müller anders gelagert: „Es ist der erste Fall, der sich verifizieren lässt. Eine OGS-Mitarbeiterin hat den Mann zumindest von hinten gesehen und die Mädchen haben bei der Polizei konkrete Angaben gemacht.“

Um diesmal zu verhindern, dass sich in „WhatsApp“- Gruppen oder bei „Facebook“ Gerüchte oder fehlerhafte Informationen verbreiten, habe sie nicht bis Montag gewartet, sondern am Samstag bei der Polizei den Sachstand erfragt und den Elternbrief mit offiziellem Schul-Logo und Unterschrift erstellt. Ein Foto des ausgedruckten Briefes, so Sandra Müller, sei dann über die Klassenleitungen in die „WhatsApp“-Gruppen der Klassen geschickt und auf der Internetseite der Schule veröffentlicht worden. Der Brief endet mit dem Appell an die Eltern, ihre Kinder dafür zu sensibilisieren, dass sie sich in vergleichbaren Fällen sofort Hilfe suchen sollen.

Die Polizei wiederum bittet die Eltern, wachsam zu sein, wenn sie ihre Kinder zur Schule bringen oder abholen. Behördensprecher Michael Franz: „Wer eine verdächtige Person sieht, sollte ohne zu zögern die 110 anrufen. Nur so haben wir die Möglichkeit, die Person noch in der Nähe anzutreffen und sie zu überprüfen.“

Am Montag zeigte die Polizei auch selbst vor der Martinischule Präsenz. Ein uniformierter Beamter beobachtete die Umgebung, der Streifenwagen war gut sichtbar geparkt. Weiterhin werden Bezirksbeamte die Augen offen halten.

In Diskussionen bei "Facebook" bringen mehrere Teilnehmer den Vorfall an der Martinischule in Verbindung mit zwei Fällen von sexueller Belästigung im Bereich Rosa-Parks-Schule/Backumer Tal sowie mit dem Auftauchen eines verdächtigen jungen Mannes in der Umkleide des Westerholter Hallenbades. Polizei-Sprecher Michael Franz sagt dazu, dass das Kommissariat mögliche Zusammenhänge prüfe. Derzeit sei aus Herten aber kein weiterer Vorfall bekannt, der mit jenem an der Martinischule vergleichbar sein.
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