Versuchter Mord und schwere Brandstiftung: Haftbefehle gegen Feuerwehrmann und mutmaßlichen Komplizen

HERTEN Ein 25-jähriger Hertener Feuerwehrmann und sein mutmaßlicher 20-jähriger Komplize müssen ins Gefängnis. Das Amtsgericht Bochum erließ am Freitagmittag Haftbefehle wegen versuchten Mordes beziehungsweise Verabredung zu einem versuchten Mord in Tateinheit mit schweren Brandstiftungen.

Am Freitagmittag wurden die beiden jungen Männer dem Haftrichter vorgeführt, der jeweils Haftbefehle erließ. Ausschlaggebend für diese Maßnahme waren nicht Flucht- oder Verdunkelungsgefahr, sondern die besondere Schwere der in Rede stehenden Straftaten.

Die Polizei hatte am Donnerstagmorgen (17. Mai) die beiden Hertener (20 und 25 Jahre) zunächst vorläufig festgenommen. Der 25-Jährige steht akut im Verdacht, den 20-Jährigen dazu angestiftet zu haben, Brände am alten Westerholter Bahnhof und am stillgelegten Stellwerk Westerholt zu legen. Der 25-Jährige ist Mitglied des Löschzugs Westerholt der Freiwilligen Feuerwehr Herten und im ersten Ausbildungsjahr bei der Polizei NRW.

Seit Oktober 2017 kam es in Westerholt zu mehreren Bränden in leerstehenden Bahngebäuden. Am 9. und 18. Oktober brannte es im alten Westerholter Bahnhof. Im Rahmen der Löscheinsätze wurden dort zwei Obdachlose angetroffen, die zum Zeitpunkt der Brände dort geschlafen hatten. Sie wurden nicht verletzt und konnten durch die benachrichtigte Feuerwehr gerettet werden.
 
Bei einem erneuten Brand am 14. November im leerstehenden Stellwerk Westerholt der Deutschen Bahn an der Hamm-Osterfelder Güterbahnstrecke nahm die Polizei zwei Tatverdächtige (19 und 20 Jahre) vorläufig fest. Trotz Vernehmungen und Wohnungsdurchsuchungen konnte der Tatverdacht zunächst nicht konkretisiert werden. Weiter heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung von Staatsanwaltschaft Bochum und Polizeipräsidium Recklinghausen: „Die Auswertungen der sichergestellten Beweismittel führten zu einer Verdichtung eines Tatverdachtes gegen den 20-Jährigen und einen weiteren 25-jährigen Hertener.“  Der 20-jährige Beschuldigte sei bereits am 14. November in den Fokus der Ermittlungen geraten, bei dem 25-jährigen Beschuldigten handele es sich um ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Herten, der sich in der Ausbildung zum Polizeibeamten bei der Polizei NRW (im ersten Ausbildungsjahr) befinde.
 
In der Presseerklärung heißt es weiter: „Nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen dürfte der 25-jährige Beschuldigte die Brände bei dem 20-jährigen Beschuldigten in Auftrag gegeben haben, um als eingesetzter Feuerwehrmann an entsprechenden Löscheinsätzen teilnehmen zu können.“ Beide Beschuldigten wurden am frühen Donnerstagmorgen (17.05.) vorläufig festgenommen.
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