Umweltschützer klagen nicht: Landwirt darf in Frentrop Ferkelzucht betreiben

MARL Anfangs liefen Anwohner und Umweltschützer gegen eine Ferkelzucht Sturm. Doch die Genehmigung der Kreisverwaltung fechten sie nicht an. Jetzt ist die Klagefrist abgelaufen - und Landwirt Hermann Leineweber kann seinen Hof am Markenweg erweitern.

  • Schweine

    Landwirt Hermann Leineweber kann eine Ferkelzucht auf seinem Hof betreiben (hier ein Foto aus einem landwirtschaftlichen Betrieb in Schleswig-Holstein). Anwohner und Umweltschützern haben auf eine Klage verzichtet. Foto: Carsten Rehder (dpa)

Er will ihn von Schweinemast auf -zucht umstellen. Statt 100 Sauen und 880 Mastschweine sollen 620 Sauen und 3 900 Ferkel im umgebauten Stall stehen. Die Ferkel will Hermann Leineweber zum Mästen weiterverkaufen. Unter dem neuen Stall will er einen Güllekeller bauen, Urin und Kot in Betonwannen auffangen.

Wann der Umbau beginnt, könne er noch nicht sagen. Im Gespräch mit unserer Zeitung zeigte sich Leineweber erleichtert: „Eine Klage hätte das Verfahren verlängert und verteuert.“

Weil Bürger und Anwohner aktiv wurden, gab der Landwirt sechs Gutachten in Auftrag: Den Experten zufolge gibt es weder in Luft und Grundwasser noch beim Tierschutz erhebliche Risiken für die Umwelt.

Sorge um die Lippeaue

Anwohner und Umweltschützer sehen das anders, brachten viele Einwände gegen die Ferkelzucht vor. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) warnt vor allem davor, dass die Lippeaue mit Stickstoff belastet werde. Sie ist das größte Naturschutzgebiet im Kreis und steht unter besonderem Schutz der Europäischen Union.

Aus Sicht der Genehmigungsbehörde wird die Aue durch die zu erwartenden Stickstoffemissionen aber nicht gefährdet: Der Landwirt habe in seinen Plänen alle Anforderungen zum Tierschutz und Seuchenrecht eingehalten, erläutert die Kreisverwaltung. Den Gestank des neuen Stalls mindere er ausreichend mit einem Abluftwäscher.
Trotzdem erteilt ihm die Behörde nach Prüfung aller Einwände Auflagen. Unter anderem muss Hermann Leineweber Bodenproben vorlegen und als Ausgleich eine Baumreihe pflanzen.
6 KOMMENTARE
31.05.17 10:36

Ferkel

von Genau

Ferkelgestank ist gesund, oder weshalb haben die Bauern immer so rotblaue Bäckchen?
Vllt. kommt's aber auch vom Köhm?

31.05.17 08:16

Was wird denn...

von Gerdiwutz

...mit der Baumreihe ausgeglichen? Das Elend der Ferkel? Saugen die Bäume das Nitrat, das ja aufgefangen wird, aus dem Boden?
Wie auch immer: die Ferkel werden sich auf den Spaltenböden sicher sauwohl fühlen....

30.05.17 21:28

Frentrop

von lonko1

Hat jemand von der Genehmigungsbehörde was anderes erwartet? Und die Gutachten- die Experten beauftragt vom Landwirt, sehen kein Problem, alles klar, wie immer

?

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