Schutz der Eulenvögel geht vor: Das Windrad steht, wenn der Uhu brütet

MARL Eine Klage der Bürgerinitiative „Polsumer Gegenwind“ gegen das Elwea-Windrad an der Buerer Straße hat keine aufschiebende Wirkung. Die Investoren könnten sofort mit den Bauarbeiten beginnen.

  • Windrad

    Das Sinsener Windrad - hier unser Archivbild von der Installation der Rotorblätter - war das erste in Marl. Foto: Torsten Janfeld

Das stellt Kreissprecher Jochem Manz auf Nachfrage unserer Redaktion klar. Wie berichtet, genehmigte die Kreisverwaltung das Windrad kurz vor Weihnachten – einen Tag nachdem die Initiative ihre Einwände eingereicht hatte. Neue Argumente hätten die Windradgegner dabei aber nicht vorgetragen, betont der Kreissprecher. Alle Eingaben seien zuvor von den Behörden geprüft worden. Gegenwind kündigte nun eine Klage an.

Wie auch immer sie ausgeht: Ohne Einschränkung werden sich die Rotorblätter an der Buerer Straße nicht drehen. Die Kreisverwaltung hat der Elwea GmbH (Emscher Lippe Wind Energie) Auflagen erteilt: Nachts muss das Unternehmen den Schall reduzieren, die Leistung drosseln.

Außerdem muss die Anlage zu bestimmten Zeiten, Temperaturen und Windgeschwindigkeiten abgeschaltet werden – zum Schutz von Fledermäusen und Uhu. Im Landschaftsschutzgebiet ist nämlich ein brütendes Uhu-Pärchen gesichtet worden. Uhus zählen in Deutschland zu den besonders streng geschützten Arten. Eine Ersatzfläche für die Uhus wurde zwar gefunden. Doch solange die Vögel sie noch nicht akzeptiert haben, wird der Betrieb des 200 Meter hohen Windrads eingeschränkt.

Nur eine halbe Stunde Schattenwurf

Pro Tag ist auch nur eine halbe Stunde Schattenwurf zulässig. Wenn die Sonne so steht, dass die Rotorblätter Schatten auf die 900 Meter entfernten Häuser in Polsum werfen, muss sich die Anlage automatisch abschalten.
Dass das Elwea-Windrad im Landschaftsschutzgebiet Rennbach steht, war für die Genehmigung keine grundsätzliche Hürde. Im Einzelfall kann die Kreisverwaltung Genehmigungen erteilen, wenn ein öffentliches Interesse vorliegt. Das sieht sie im Ausbau der Windenergie gegeben.

Das Windrad, das die Gladbecker Gruppe SL Naturenergie westlich der Buerer Straße errichten will, würde ebenfalls im Landschaftsschutzgebiet gebaut. Für diese Anlage läuft das Genehmigungsverfahren noch.
Ebenso für das Windrad, das die RAG auf dem Gelände ihrer alten Polsumer Schachtanlage plant. Der Regionalverband Ruhrgebiet äußerte dagegen Bedenken: Die RAG müsse dieses Gelände rekultivieren – als Ausgleich für eine ehemalige Bergbaufläche.
11 KOMMENTARE
17.01.17 22:01

Aber bitte alkoholfreies.

von nickelback

Nicht, daß hier am nächsten Tag neue Schlagzeilen stehen. zwinkern

17.01.17 20:24

.......

von Bully

Ich bin auch nicht beim Gegenwind...., die haben ja nichts auf die Reihe gebracht.

Vielleicht sollte man wirklich mal Bierchen trinken grinsen

17.01.17 19:52

Bullymausi

von Pohlbuerger

... Ihr Horizont erstreckt sich auch nicht sehr weit...

Halden sind durchaus LSG würdig, siehe Halde Pattberg im Kreis Wesel.

Über Fachwissen brauchen wir uns nicht zu unterhalten, da dieses Forum der Meinungsäußerung dient.

Wir sollten uns einmal treffen, sollte sehr lustig werden.

Übrigens gibt es sogar Untersuchungen aus dem Raum Münster, wie hoch Uhus fliegen...

Sieht schlecht aus für den Gegenwind.

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