Ermittlungen gegen RAG eingestellt: Kein Strafverfahren wegen PCB im Grubenwasser

MARL. Ein Jahr lang ermittelten Bochumer Staatsanwälte gegen Verantwortliche der RAG wegen des Verdachts der Gewässerverunreinigung. Doch das Einleiten PCB-haltiger Grubenwässer in Emscher, Lippe, Ruhr und Rhein hat keine strafrechtlichen Konsequenzen. Die Ermittlungen wurden jetzt eingestellt.

  • Kohleabbau

    In den 60er- bis 80er-Jahren wurden beim Kohleabbau PCB-haltige Hydrauliköle eingesetzt. Foto: Ruhrkohle AG/Archiv

Das teilt Oberstaatsanwalt Paul Jansen auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Für sämtliche Einleitungen habe die RAG wasserrechtliche Erlaubnisse. Schädliche Veränderungen seien in den Gewässern nicht festgestellt, Grenzwerte seien eingehalten worden.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz hatte den Bergbaukonzern vor einem Jahr angezeigt (wir berichteten). Die RAG hatte jahrelang PCB-haltige Hydrauliköle in ihren Bergwerken eingesetzt. Beim Hochpumpen des Grubenwassers gelangt das krebserregende PCB in geringen Mengen in die Flüsse. In Schwebstoffen des Grubenwassers wurden an drei Stellen Werte festgestellt, die oberhalb der Norm für Flüsse liegen.
RAG

Fragen und Antworten zum Umweltgift unter Tage: Der Bergbau geht, PCB bleibt

In diesem und im nächsten Jahr will die RAG (ehemals Ruhrkohle AG) die restlichen Schächte von Auguste Victoria (AV) in Marl und Haltern verfüllen, damit sie dauerhaft standsicher bleiben. Werden dadurch Fakten geschaffen? Umweltschützer fürchten, dass man danach nicht mehr an Umweltlasten unter Tage kommt. Die RAG bestreitet das im Gespräch mit unserer Redaktion. mehr...

1 KOMMENTAR
02.09.16 09:11

PCB Grubenwasser

von Derfnam

Ist doch klar, dass die Staats- Justiz gegen diesen Laden nichts unternimmt, hat die RAG doch Jahrzehntelang Alimente vom eben diesem Staat erhalten.
Wildpinkler hingegen werden verfolgt u. bestraft.
Wir leben in einem Tollhaus.

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