Deutschkurse in der Kreuzkirche: Lernen in der Nachbarschaft

MARL In der Sinsener Kreuzkirche biete die Insel Deutschkurse für Flüchtlinge an. Eigentlich sollten sie dort im nächsten Jahr auch fortgesetzt werden. Jetzt prüft die Stadtverwaltung, welche anderen Veranstaltungsorte geeignet sind, zum Beispiel die neue Flüchtlingsunterkunft auf AV 1/2.

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  • Teilnehmer im insel-Deutschkurs in der Sinsener Kreuzkirche Foto: Martina Moeller

  • Ehrenamtliche Helferinnen betreuen die Kinder der Deutschkurs-Teilnehmer in der Kreuzkirche Foto: Martina Moeller

Ibrahims ältester Sohn lernt gleich um die Ecke in der Haard-Johannes-Schule. Jetzt darf der 38-jährige Syrer auch selbst die Schulbank drücken. „Endlich“, wie er findet

Seit Ende 2015 lebt Ibrahim mit seiner Familie in der städtischen Unterkunft an der Halterner Straße in Sinsen. Seit Anfang September hat er einen Platz in einem der drei Deutschkurse, die die insel in der Kreuzkirche an der Goldregenstraße anbietet.

Für Ibrahim und die übrigen Kursteilnehmer ist es praktisch, dass die Kurse gleich in ihrer Nachbarschaft stattfinden. So bleibt ihnen genug Zeit, die größeren Kinder in die Schule oder in den Kindergarten zu bringen, bevor der Unterricht beginnt. Außerdem ersparen sie sich den langen Weg bis in die Stadtmitte.
Wer kleinere Kinder hat, darf sie mitbringen zum Deutschkurs in der Kreuzkirche. Während die Mütter und Väter lernen, passen ehrenamtliche Helferinnen auf den Nachwuchs auf. Auf der Wiese vor dem Haus tummeln sich an diesem Mittwoch Abdul (5), Ali (18 Monate) und fünf weitere Kleinkinder.

Nadia Hellmons, Delia Scholtz und ihre Kolleginnen haben mit ihren kleinen Gästen alle Hände voll zu tun. Es gibt oft Geschrei. Einige der Kinder gewöhnen sich nur langsam an die ungewohnte Trennung von den Eltern. „Verständlich, nach der Flucht, und nachdem sie in den vergangenen Monaten rund um die Uhr mit der Familie zusammen waren“, findet Nadja Hellmons.

Eigentlich sollten auch im nächsten Jahr an der Goldregenstraße in Sinsen Deutschkurse stattfinden. Jetzt sucht die Stadtverwaltung nach anderen Räumen. „Nach der möglichen Schließung des Gotteshauses könnten die Kurse in der geplanten Unterkunft auf dem Gelände der ehemaligen Schachtanlage AV 1/2 weitergeführt werden“, sagt Sozialdezernentin Dr. Barbara Duka. „In der neuen Einrichtung an der Victoriastraße sind Schulungsräume vorhanden, die viele Möglichkeiten bieten.“ Zurzeit werde geprüft, ob dies eine Alternative für den Standort Kreuzkirche werden kann.

Aus Sicht der freiwilligen Helfer wäre das allerdings nicht die beste Lösung. „Bei Kurszeiten von 9 bis 12.15 Uhr sind die kurzen Wege für Eltern in Sinsen ideal“, sagt zum Beispiel Nadia Hellmons. Auch für die Helfer wäre der Umzug mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Zudem fallen für die Flüchtlinge Kosten für die Busfahrt an. 37 Euro kostet ein Sozialticket der Vestischen. „Viel Geld, wenn man nur 285 Euro pro Monat bekommt“, findet Nadia Hellmons.


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