Bergaufsicht stimmte zu: RAG reduziert Grubenwasser-Einleitung in die Lippe

MARL Gutachter ermitteln im Auftrag der Landesregierung, wie groß das Risiko der Giftmüll-Last unter Tage ist. Ergebnisse für Marl sollen in anderthalb Jahren vorliegen.

  • Hauptwasserhaltung

    Über die Hauptwasserhaltung von AV 3/7 wird Grubenwasser abgepumpt. Foto: MZ-Archiv

Wie berichtet, will Nordrhein-Westfalens Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) der RAG vorschreiben, belastetes Grubenwasser, das in die Flüsse geleitet wird, zu filtern. Denn Tausende Tonnen hochgiftiges PCB und 1,6 Millionen Tonnen Sondermüll lagern in den Revierzechen unter Tage. PCB, ein schwer entflammbares Kühl- und Isoliermittel, war von den 60er- bis 80er-Jahren in Hydraulikölen unter Tage vorgeschrieben. So sollten Brände verhindert werden. Vieles blieb in den Gruben zurück.

Experten fürchten, dass die Gift-Einleitung mit dem geplanten Anstieg des Grubenwassers zum Ende des Bergbaus noch zunehmen wird. PCB-Richtwerte in der Lippe seien aber bisher nicht überschritten worden, so die Bezirksregierung. Auch RAG-Sprecher Ulrich Aghte betont, alle Umweltqualitätsnormen würden in den Gewässern eingehalten.

In der vorigen Woche veröffentlichte die Landesregierung dazu den ersten Teil eines Gutachtens, das sie in Auftrag gegeben hat. Bei dieser Risikoanalyse wurden vor allem Daten für die Zeche Haus Aden/Monopol in Bergkamen erhoben.

Proben im Dezember genommen

Im zweiten Teil des Gutachtens sollen Recherchen für zehn weitere Bergwerke folgen, darunter auch Auguste Victoria in Marl. „Proben wurden schon im Dezember unter Tage genommen“, sagt Tanja Albrecht, Pressereferentin des Umweltministeriums. Die Ergebnisse des zweiten Gutachtens sollen Mitte 2018 veröffentlicht werden – samt Handlungsempfehlungen, ob aufwendige Filteranlagen nötig sind.

Solange bis diese Daten und Empfehlungen vorliegen, hat die RAG die Grubenwassereinleitungen von Auguste Victoria 3/7 in die Lippe begrenzt. Nur noch stundenweise wird Grubenwasser abgepumpt. Der Sprecher der Bezirksregierung und Experte für Bergaufsicht, Andreas Nörthen, betonte jetzt, dies sei anders als wir ursprünglich meldeten, nicht auf Anweisung geschehen. Sondern die Bergaufsicht musste von der RAG darüber informiert werden und habe zugestimmt. Man könne auch nicht von einem Stopp der Grubenwassereinleitung sprechen, wie dies in unserer Überschrift stand, vielmehr - wie dann richtig im Text ausgeführt - von einem zeitweisen Stopp, einer Begrenzung. Es sei ein normaler Schritt bei der Stilllegung, die Pumpmenge zu reduzieren.

Wasser steigt "nur ein paar Zentimeter" 

Seit dem Ende des Förderbetriebs werden auf AV die Schächte verfüllt. Mit Schacht 8 und 9 wurde begonnen. Die Verfüllung von AV 3/7 wurde verschoben, ist aber für dieses Jahr vorgesehen, sagt RAG-Sprecher Ulrich Aghte.

Damit kein Wasser einbricht und die Grube nicht absäuft, wurde das Grubenwasser in die Lippe gepumpt. Durch den zeitweisen Pump-Stopp werde das Grubenwasser nur ein paar Zentimeter ansteigen, erklärt Andreas Nörthen. Absaufen könne die Grube so schnell nicht.

5 KOMMENTARE
20.01.17 14:30

Manchmal

von planer_1

ist ein Bürger auch deshalb dumm, weil er Kommentare einstellt, ohne überhaupt Hintergrundwissen zu haben.
z.B. weil die Evonik ein Bestandteil der RAG Stiftung ist und über Beteiligungsverträge Geld abführt ! Nur mal so zum Nachdenken................

20.01.17 14:55

Nachgedacht !

von fireman

Evonik ist nicht Bestandteil der Stiftung. Evonik ist eine Aktiengesellschaft, deren Anteilseigner die RAG-Stiftung (74,99 %) und von CVC Capital Partners verwaltete Fonds (25,01 %) sind. Das Geld abgeführt wird, habe ich nicht bestritten, allerdings glaube ich nicht, das CVC ein gemeinnütziger Fonds ist, der keine Gewinne abschöpft und sich an den "Ewigkeitskosten" der Steuerzahler beteiligt !

Nur mal so zum Nachdenken ...

24.01.17 00:10

Da

von planer_1

bin ich aber beruhigt, dass wenigstens die Fakten auf den Tisch kommen. Das CVC Capital kein gemeinnütziger Verein ist, muss man nicht glauben, das ist auch so.
Ich würde es eher als Heuschrecke bezeichnen. Und auch eine Evonik muss Geld verdienen. Ob man eine Firma als Bestandteil eines Ganzen bezeichnet, obwohl die Besitzverhältnisse eher anders herum geregelt sind, ist nachrangig. Wichtig war mir eigentlich, dass die Firma nicht einfach mit dem Geld verschwindet...........

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