Handball: Verbandsliga: Korthaneberg: "Die Krise ist nicht da"

Von Jana Schoo 28. Februar 2012 16:45

MÜNSTER. Sie haben die Verbandsliga in der Hinrunde mächtig aufgemischt, kein Spiel verloren und souverän die Tabelle angeführt. Dann kam plötzlich der Bruch, zwei Niederlagen in Serie und futsch war die Spitzenposition. Jetzt müssen die Damen von Westfalia Kinderhaus gar um den Aufstieg bangen. Trainer Alfred Korthaneberg ist trotzdem entspannt.

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Alfred Korthaneberg, Trainer von Westfalia Kinderhaus, sieht keine Krise in seinem Team.

Wie erklären Sie sich die zwei Niederlagen, nachdem Ihr Team vorher so unbesiegbar schien?
Korthaneberg: Da spielen viele Faktoren zusammen. Hätten wir in der Hinrunde schon einmal verloren, hätte niemand etwas gesagt. So sieht es gleich dramatisch aus, nachdem die lange Serie unterbrochen wurde. Die Krise ist nicht da, das ist Quatsch. Wir hatten in der Hinrunde oft das nötige Glück, jetzt hat es gefehlt.

Und woher kommen die Schwächen im Abschluss?
Korthaneberg: Wir haben die letzten vier Wochen nicht einmal komplett trainiert. Wir haben viele Studentinnen im Team, die in der Klausurenphase stecken, andere Spielerinnen waren im Urlaub. Durch das fehlende Training stimmen die Abläufe nicht, das Umschaltspiel ist zu langsam.

Und dann kommt die Panik vor dem Tor...
Korthaneberg: Genau. Die Köpfe sind blockiert. Wir stecken in einer entscheidenden Phase. Wenn dann nicht alles funktioniert, verliert man das Spiel. Die Mädchen haben aber auch in Riemke Kampfgeist bewiesen.

Tabellenführer TuS Drolshagen hatte einen Tag vorher verloren. Ärgert es Sie, dass Sie diese Chance nicht nutzen konnten?
Korthaneberg: Natürlich. Die Mädchen wussten, welche Möglichkeit das war. Aber es ist nichts passiert. Eine Vorentscheidung fällt am 10. März, wenn wir auf Drolshagen treffen. Darauf wartet die ganze Liga.

Sie gehen im Sommer. Wie traurig sind Sie, wenn es mit dem Aufstieg nicht klappt?
Korthaneberg: Schon sehr. Das würde mir richtig, richtig weh tun. Aber ich würde mich trotzdem über den Erfolg freuen. Wir haben in drei Jahren eine tolle Truppe geformt und den Frauenhandball in Münster elektrisiert. Hier steckt ganz großes Potenzial.

Und die Spielerinnen?
Korthaneberg: Sie wollen unbedingt Meister werden, sich einmal in der Oberliga messen. Aber sie haben auch Respekt vor dem Aufstieg. Dann wird noch mehr von ihnen erwartet.