7. Fahrradtag: Besucher kritisieren Zustand der Wege

RECKLINGHAUSEN Radfahren schont die Umwelt, den Geldbeutel und hält fit, sagte Vize-Bürgermeisterin Marita Bergmaier in ihrer Eröffnungsrede des 7. Fahrradtages auf dem Altstadtmarkt. Händler, Verbände und Stadtverwaltung rührten am Freitag fleißig die Werbetrommel für die Nutzung des Fahrrades.

  • Fahrradtag auf dem Altstadtmarkt: Axel Rickel (vorne) und Fabian Menke betreiben mit VeloCityRuhr einen ehrenamtlichen Lastenradverleih. Foto: Thomas Nowaczyk

Zwar ist Recklinghausen seit 2003 „Fahrradfreundliche Stadt“, doch längst nicht überall finden Radler ideale Bedingungen vor.  Zumindest ist dies das Resultat einer Umfrage unserer Redaktion unter den Besuchern auf dem Altstadtmarkt. So sparte zum Beispiel Ludolf Luhmann nicht mit Kritik: „Manche Radwege sind so uneben, das ist eher wie Rodeo-Reiten.“ In dieser Einschätzung wurde er von Rolf Klennert unterstützt. Der 70-jährige ist gebürtiger Recklinghäuser, lebt aber seit Jahrzehnten in Datteln. Mit seinem Rad ist er im gesamten Kreis unterwegs, hat so in diesem Jahr bereits 5100 Kilometer zurückgelegt. „Die Situation verbessert sich langsam, aber es gibt noch viele Radwege, die in einem miserablen Zustand sind. Zum Beispiel gilt dieses für die Strecke zwischen der Altstadt und Suderwich.“

Der Mobilitätskoordinator Simon Vogt nimmt solche Hinweise ernst. „Zum Beispiel wurde ich darauf hingewiesen, dass in Suderwich im Bereich Ehlingstraße/Sachsenstraße der Bordstein abgesenkt werden muss. Ich hoffe, dass wir da schnell Abhilfe schaffen können“, sagte der Mann aus dem Rathaus, der den Fahrradtag gemeinsam mit Sachgebietsleiterin Dr. Marianne Scholas organisiert hatte.

Abstellplätze fehlen

Alle Händler, die auf dem Altstadtmarkt vertreten waren, sehen in den E-Bikes einen Wachstumsmotor. Mittlerweile hat jedes zweite verkaufte Fahrrad einen Elektroantrieb, Tendenz steigend. „Ein Problem ist allerdings auch in Recklinghausen das Abstellen solcher hochwertigen Räder“, Gerold Weidlich von der Firma Bigwheel, die seit Ostern mit einer Filiale an der Münsterstraße vertreten ist. Der Experte regte an, auch in den Parkhäusern und Tiefgaragen Fahrradfahrern ein Angebot zu machen, ihre Räder sicher abstellen zu können.

Bis die Radstation am Bahnhof tatsächlich gebaut wird, müssen sich die Bürger noch gedulden. „Die Bezirksregierung Münster hat signalisiert, dass mit einer Förderzusage für das Projekt erst im Sommer 2018 zu rechnen ist“, erklärte der Technische Beigeordnete Norbert Höving. Wobei es durchaus sein kann, dass die Stadt vergeblich auf Landesmittel hofft. „Wir wissen ja nicht, welche Städte sich sonst noch beworben haben“, sagte Höving. So ist denkbar, dass im Fördertopf nicht ausreichen Mittel sind, um alle Anträge zu berücksichtigen.
 
4 KOMMENTARE
16.09.17 18:13

Fahrradfahrer

von Clara48

werden von den Autofahrern hier nicht wahrgenommen. Nach 4 Wochen mit dem Fahrrad in Recklinghausen unterwegs, 3 mal fast umgefahren worden, reicht es mir!
Lebensgefährlich für Radfahrer sind die auf die Straße gemalten "Fahrradwege" wo der
Radfahrer grundsätzlich an Einmündugen übersehen wird.

18.09.17 18:03

Es sind aber

von uli947

nicht immer die "bösen" Autofahrer, die sich nicht an die Stvo halten! Es gibt auf beiden Seiten rücksichtslose Verkehrsteilnehmer. Bitte nicht immer so einseitig argumentieren!!

18.09.17 21:15

@uli947 "Es sind aber"

von b.n

@uli947,
von "bösen Autofahrern" ist hier an keiner Stelle die Rede. Es ist aber nun mal so, dass in Recklinghausen der Autoverkehr dominiert und der Radverkehr nur am Rande seine Berechtigung findet. Und so sieht es dann auch oft leider aus, an den Rand gedrängt als Radfahrer oder, ich betone, auch als Fußgänger. Das hat nur manchmal mit einer bösen Absicht eines Autofahrers zu tun, hin und wieder muss man das in der Tat unterstellen. In den allermeisten Fällen wird jedoch dem Radverkehr zu wenig Raum gegeben, sowohl verkehrstechnisch wie bewusstseinsmäßig bei den Autofahrern. Ich bin als Radfahrer, als Autofahrer, wie auch als Fußgänger innerstädtisch unterwegs. Schauen Sie sich mal andere Städte wie Münster oder Freiburg an, oder gar andere Metropolregionen wie London oder Paris, oder die skandinavischen Städte. Dort sind sie viel weiter und haben erkannt, dass das Fahrrad die Lösung sein kann für viele verkehrsbedingte Probleme. Es gibt stellenweise (ich meine Kopenhagen) regelrechte Fahrradschnellstraßen, auf denen die Radpendler aus der Peripherie sogar Vorrang haben. Ich würde Sie bitten (wenn Sie es nicht schon tun), seien Sie einmal vorrangig als Radfahrer oder Fußgänger in Recklinghausen unterwegs und erzählen Sie hier von Ihren Erfahrungen.

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