Falsche Polizisten: Betrüger nehmen Seniorin (84) aus

RECKLINGHAUSEN Erneut ist eine Seniorin Opfer eines dreisten Trickbetruges geworden. Unbekannte haben sich gegenüber einer 84-Jährigen als "Polizisten" ausgegeben und sie so um ihr Erspartes und ihre Wertgegenstände gebracht. Die "echte" Polizei bittet nun um Zeugenhinweise und warnt zugleich ausdrücklich vor den Tätern.

Die Seniorin, die im Bereich des Milchpfades wohnt, wurde am Dienstag ab 6 Uhr gleich mehrfach angerufen. Die Anrufer gaben sich nicht nur als Polizisten aus, sondern gaukelten der 84-Jährigen obendrein vor, dass sie Hinweise hätten, dass die Frau Opfer eines Betruges werden sollte. Daher müssten ihr Geld und ihre Wertsachen auf Echtheit geprüft werden. "Die Täter gaben nicht nach, riefen die Seniorin wiederholt an und forderten sie sogar dazu auf, Geld bei der Bank abzuheben", berichtet Polizeisprecherin Ramona Hörst. "Sie müssen unheimlich gute Schauspieler sein und sehr überzeugend gewirkt haben."

Wertsachen vor der Tür deponiert

Denn die 84-Jährige machte sich tatsächlich auf den Weg zur Bank. "Ihr war extra eingeschärft worden, nicht mit den Bankmitarbeitern zu sprechen, da auch diese mit den vermeintlichen Betrügern unter einer Decke stecken könnten", so Ramona Hörst weiter. Nach weiteren Telefonaten forderten die Anrufer schließlich, dass die Seniorin Geld und Goldbarren vor der Haustür deponieren sollte, was sie gegen 13 Uhr auch tat. "Erst später erkannte die Frau, dass sie falschen Polizisten und deren mieser Masche zum Opfer gefallen war, und rief die Kollegen an", sagt Ramona Hörst. Da waren die Täter mitsamt ihrer Beute aber vermutlich schon über alle Berge. "Wir haben leider aktuell keinerlei Hinweise, sind dankbar für jeden Anrufer, der etwas Verdächtiges beobachtet hat oder ein Auto bemerkt hat, das sonst nicht in der Gegend steht."

Im Zweifel direkt auflegen

Daneben warnt die Polizei vor allem Senioren vor Betrügern und ihren perfiden Methoden. "Nahezu täglich bekommen wir aus den einzelnen Städten Meldungen, dass falsche Polizisten unterwegs seien", berichtet Präsidiumssprecherin Hörst. "Glücklicherweise bleibt es in den meisten Fällen beim Versuch." Um nicht selbst Opfer zu werden, sollten Bürger niemals am Telefon Auskunft über ihre Besitz- oder Vermögensverhältnisse geben. Im Falle solcher Anrufe sollten die Bürger am besten sofort auflegen und direkt den Polizei-Notruf wählen. Vielfach rufen die Betrüger sogar selbst mit der Telefonnummer 110 an, um glaubwürdig zu erscheinen. "Wenn die echte Polizei anruft, erscheint niemals die 110 im Display - außerdem fragen wir nicht nach Besitztümern und fordern auch niemanden dazu auf, Wertsachen an Kollegen zu übergeben", betont Ramona Hörst.
 
Hinweise zum aktuellen Fall nimmt die Polizei unter Tel. 0800/2361111 entgegen.
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