Baustelle bleibt noch länger: Neue Hiobsbotschaft von der Hebewerks-Brücke

WALTROP Die Verzögerungen auf der Brücken-Baustelle am Hebewerk nehmen kein Ende. WSA-Mitarbeiter mussten jetzt im Verkehrsausschuss wieder eine Hiobsbotschaft verkünden: Die Brücke wird wohl erst im Frühjahr für den Verkehr freigegeben. Zuletzt war von "nicht mehr im Jahr 2017" die Rede gewesen, und ganz ursprünglich sollte die Baustelle sogar schon nach den Sommerferien erledigt sein.

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  • WSA

    Oliver Jaswetz und Martin Ebbert vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) standen im Verkehrsausschuss Rede und Antwort. Foto: Martin Behr

  • WSA-Vertreter in der GUVO-Situng. Foto: Martin Behr

"Unsere Referenzen zeugen von solider Ausführung und Abwicklung“, steht auf der Internetseite der Stahlbau Magdeburg GmbH. Die auf Brücken-Projekte spezialisierte Fachfirma ist das ausführende Unternehmen, das die Hebewerks-Brücke in Waltrop erneuert; oder es zumindest versucht. Auftraggeber ist das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Duisburg-Meiderich. Was Ausführung und Abwicklung angeht, ist das WSA jedoch alles andere als angetan von ihrem Auftragnehmer.
 

Schlechte Qualität der Arbeit

„Es ist das erste Mal, dass wir mit diesem Unternehmen zusammenarbeiten“, sagt der Projektverantwortliche Oliver Jaswetz am Dienstagabend im Rathaus vor dem zuständigen Fachausschuss. Und mit hoher Wahrscheinlichkeit war es auch das letzte Mal. Die Qualität der Arbeit sei schlecht, so Jaswetz. Er schildert, was seit dem Baustart zu Beginn der Sommerferien alles schiefgegangen ist. Und welche Verzögerung das jeweils zur Folge hatte:

- Fehlende Genehmigungen für die Schwertransporte zur Anlieferung der einzelnen Brücken-Teile (+ 4 Wochen).
- Dann waren alle Teile vor Ort, allerdings passten sie nicht zusammen. Laut Oliver Jaswetz gab es Abweichungen von 3 bis 5 cm. Die Mängel mussten vor Ort behoben werden (+ 8 Wochen).
 - Der für den 16. November geplante Brücken-Überschub musste ebenfalls gestrichen werden. Der 750-Tonnen-Kran war vor Ort (kostet 15 000 Euro am Tag), auch das nötige Personal. Aber: „Gravierende Unterlagen fehlten“, begründet Jaswetz. Unter anderem ging es um Nachweise, dass der Kran auf einem standsicheren Untergrund steht. Welche Verzögerung das mit sich bringt, ist noch unklar. Bis Mittwoch lagen die benötigten Unterlagen nicht vor. In einer E-Mail habe Stahlbau Magdeburg sämtliche Unterlagen für den 29. November angekündigt, so Jaswetz.
 

Antworten auf einige Fragen

Zudem beantworteten Jaswetz und sein Kollege Martin Ebbert Fragen der Politiker und einiger Bürger: 

Warum wurde die alte Brücke bereits so früh abgerissen?
Weil dafür ein spezieller Schwimmkran nötig war, der verfügbar sein musste. Zudem sei das WSA zu diesem Zeitpunkt noch davon ausgegangen, dass die neue Brücke nur mit leichter Zeitverzögerung eingeschoben wird.

Werden Anwohner und Gewerbetreibende entschädigt?
Das WSA hat seine Rechtsabteilung damit beauftragt, zu prüfen, inwiefern das möglich ist. Ein endgültiges Ergebnis gibt es noch nicht.

Wann wird die Brücke wieder freigegeben?
Nach jetzigem Stand der Dinge geht das WSA von Frühling 2018 aus. Ein genaueres Datum kann nicht genannt werden.


 
14 KOMMENTARE
25.11.17 07:37

Man könnte den Eindruch gewinnen

von LARDRA

das WSA hätte zum ersten Mal die Verantwortung für eine Brückensanierung inne gehabt! Meine Vermutung ist aber, dass das WSA in den letzten Jahrzehnten schon dutzende Brücken modernisiert und erneuert hat. Sich einen Generalunternehmer zu holen, der das ganze koordiniert ist ja legitim, a b e r : Dann muss man auch seine Hausaufgaben machen und dafür sorgen, dass alles reibungslos und vor allem zügig läuft! Hier steht das WSA nun in der Verantwortung den Geschädigten unverzüglich und ohne weitere Hiobsbotschaften zu helfen und für Schäden unkonventionell und unbürokratisch aufzukommen. Der nervige Stau auf der B 235 ist mit verursacht durch diese Fehlplanung und verursacht einen volkswirtschaftlichen Vermögensschaden. Der Unmut in der Bevölkerung richtet sich gegen die FEHLPLANER der WSA und genauso gegen die FEHLPLANER im Dattelner Rathaus, die gleichzeitig die vielen Baustellen in Dattel genehmigt haben, o h n e das im Kreis RE und ohne Straßen NRW irgendetwas verkehrstechnisch auch nur ansatzweise abgestimmt wurde. grinsen
Glück auf

23.11.17 00:16

Das beste ist wieder,

von schneekiller1

dass alle anderen Fehler gemacht haben, außer natürlich die Mitarbeiter des WSA!
Nur eine kurze Nachfrage zu einem Beispiel sei erlaubt: Warum bemerkten die Mitarbeiter erst als der Kran vor Ort war, dass Nachweise über den Untergrund fehlten?
Die größe des benötigten Krans kannte man seit Baubeginn, da bemerkt man das Fehlen der Nachweise erst vor Ort??
Also in der freien Wirtschaft als Bauherr überprüft man so etwas weit im Vorhinein, damit am Tag X, alles vorliegt!!
Aber ich wünsche mal weiter gutes Schlafen am Arbeitsplatz beim WSA, bei bedarf kann sicherlich noch ein weiteres Kissen aus Steuergeldern angeschafft werden!!

23.11.17 00:04

wieso

von maulwurf

ist eigentlich das WSA für eine solche Planung zuständig und nicht der Straßenlastträger?
Man hätte sich das ganze schon denken können: WSA bedeutet: Wir sind Amateure !

?

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