Falle installiert: Wespen machen Bäckereien zu schaffen

WALTROP Die lang anhaltende Hitzeperiode dieses Sommers hat auch Schattenseiten. So sind in diesem Jahr besonders viele Wespen unterwegs. Ein bei den kleinen Insekten besonders beliebter Ort sind beispielsweise Bäckereien, weil sie dort Nahrung im Überfluss finden.

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    Ein Wespenstich kann für Allergiker lebensbedrohlich sein.

So wurde auch die Filiale der Backerei Meyborg, an der Isbruchstraße Anfang der Woche von zahlreichen Wespen heimgesucht. „Am Montag war es besonders schlimm“, berichtet Meyborg-Mitarbeiterin Sabine Sprenger: „Wir hatten fast schon Angst zu atmen“, fügt sie hinzu.
Wespen erfahren ebenso wie Bienen, Hornissen und Hummeln einen besonderen Schutz durch das Bundesnaturschutzgesetz. So sieht der Bußgeldkatalog in Nordrhein-Westfalen Strafen bis zu 50.000 Euro vor, wenn man Wespen „ohne vernünftigen Grund fängt, verletzt oder tötet“. Aber wie geht man damit um, wenn sie zur Plage werden?
 

Wespen gehören zum Sommer


„Wespen gehören zum Sommer. Mit diesem Problem muss man leben“, sagt Jochem Manz, Pressesprecher des Kreises RE, auf Anfrage. Allerdings schränkt er auch ein: „Wenn die Tiere zu einer regelrechten Plage werden, ist es durchaus gestattet, Wespenfallen aufzustellen.“ Man müsse das Problem auch aus Sicht des Verbrauchers sehen, so Jochem Manz. Denn auch wenn ein Wespenstich in aller Regel harmlos sei, gebe es auch Menschen, die bei einem Wespenstich allergisch reagierten, und die gelte es eben auch zu schützen.
Joseph Meyborg, Inhaber der gleichnamigen Bäckerei in Waltrop, hat festgestellt, „dass es in diesem Jahr deutlich mehr Wespen gibt, als in den Vorjahren.“ So hat er auch in seiner Filiale an der Isbruchstraße eine Wespenfalle installiert. „Ganz in den Griff bekommt man das Problem damit nicht. Denn durch den starken Kundenverkehr werden durch Türen ständig geöffnet, so kommen immer wieder neue Wespen hinein“, sagt Meyborg.


Amerikaner wären unverkäuflich


Auch auf die Produktion seiner Backwaren hat das vermehrte Auftreten der Wespen Einfluss genommen, berichtet der Bäcker. „So macht es momentan keinen Sinn, beispielsweise Amerikaner zu backen, weil die nach fünf Minuten schon so schlimm aussehen, dass man sie nicht mehr verkaufen kann“, klärt Meyborg auf.
Trotz der aufgestellten Wespenfalle zeigt Meyborg auch Verständnis für diejenigen, die sich für den Schutz der Insekten einsetzen. „Ich würde niemals eine Wespe töten, wenn es nicht erforderlich ist. Aber ich muss auch an den Schutz meiner Mitarbeiter und Kunden denken“, so der Waltroper Bäcker.
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