Kritische Töne aus Datteln: Ärger am Gartenzaun bahnt sich an

Waltrop Der Umgang der „Waltroper Politik“ mit dem Thema Lukasbrücke stößt der Bürgerinitiative Meckinghoven sauer auf. Sie vermisst ein Miteinander und findet, Waltrop solle zunächst mal vor die eigene Tür schauen. Was dahinter steckt?

  • Lukasbrücke

    Bürgermeisterin Nicole Moenikes, Bundestagsabgeordneter Oliver Wittke, Waltrops CDU-Vorsitzender Ludger Finke und Ratsherr Theo Hemmerde jüngst an der Lukasbrücke. Die bim fragt sich: Wo waren Dattelner Politik-Vertreter? Foto: Privat

Sie versteht sich als Zusammenschluss von Bürgern, der ausschließlich lokalpolitisch und unabhängig von Parteien aktiv ist: die Bürgerinitiative Meckinghoven (bim). Die Lebensverhältnisse in der Nachbarschaft zu verbessern sei ihr Ziel, erklärt bim-Sprecher Klaus Meinhövel. Doch genau diese Lebensverhältnisse sieht die bim derzeit in Gefahr und gibt daran der Waltroper Politik, insbesondere der CDU, eine Mitschuld.
Im Detail geht es um den für 2025 terminierten Neubau der Lukasbrücke und die damit verbundenen Verkehrsprobleme. „Dass der Bundestagsabgeordnete Wittke Maßnahmen prüfen möchte, ist erst einmal positiv. Wenn damit eine Notbrücke als Parallele zur Lukasbrücke gemeint wäre, dann bedeutete dies zuvorderst, dass die CDU und die Waltroper Politik mit dem permanenten Abwälzen aller Verkehrsprobleme auf Meckinghoven völlig einverstanden sind“, schreibt Klaus Meinhövel in einer Stellungnahme, die am Samstag unsere Redaktion erreichte.

Nicht noch so ein Brücken-Desaster...

Was war passiert? Im Januar hatte sich Waltrops Bürgermeisterin Nicole Moenikes (CDU) mit ihren Parteikollegen Theo Hemmerde und Ludger Finke an der Lukasbrücke getroffen und dazu auch den Bundestagsabgeordneten Oliver Wittke eingeladen. In Anbetracht des Brücken-Desasters am Hebewerk habe man frühzeitig auf die Probleme hinweisen wollen, die durch den Brücken-Neubau entstünden, hatte die CDU damals in einer Presseerklärung mitgeteilt. Wittke hatte bei dem Vor-Ort-Termin zugesagt, sich in Berlin für die Prüfung von Maßnahmen wie einer Notbrücke einzusetzen.

Genau hier hakt nun die Bürgerinitiative Meckinghoven wieder ein. Man wundere sich darüber, dass bei dem Ortstermin kein Vertreter der Stadt Datteln zugegen war, schreibt Meinhövel, der hinterherschiebt: „Schließlich befindet sich die Brücke auf Dattelner Stadtgebiet.“

Waltroper Alleingang ohne Rücksicht auf Dattelner?

Um es auf den Punkt zu bringen: Die bim hat den Eindruck, als plane die Waltroper Lokalpolitik hier einen Alleingang – zulasten der Dattelner Bürger. Überhaupt verkenne man in Waltrop das eigentliche Verkehrsproblem. „Benötigt wird keine Notbrücke, sondern eine dauerhafte Straße“, schreibt Meinhövel. Diese Straße könne die B474n sein, „wenn sie nicht seit Jahren von Waltroper Bürgern bekämpft und verhindert würde“.

Die bim erwartet indes von der Stadt Waltrop sich die Frage zu stellen, welche Lösung man selbst aufbieten könne. Die bim jedenfalls hätte hier schon einen Vorschlag parat. Demnach solle „die Straße Am Felling großzügig ausgebaut werden und mit Unterstützung von MdB Wittke eine dauerhafte Brücke zwischen Recklinghäuser Straße und Am Felling gebaut werden – in Waltrop!“ Die Straßenverbindung wäre nach Meinung der bim eine „leistungsfähige Entlastung für die B235 zwischen Zechenberg und Autobahnauffahrt“. Diese Lösung verringere in Meckinghoven die Verkehrsbelastung, reduziere den „stop-and-go“-Verkehr und löse damit das befürchtete Verkehrsproblem für Waltroper Bürger, so Meinhövel.
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