Ticket unlesbar: Parkschein wird neunmal teurer

WALTROP Ein Termin im Dattelner Krankenhaus endete für den Waltroper Friedhelm Kaup jetzt mit einem ärgerlichen Griff ins Portemonnaie – und zwar mit einem tieferen Griff als gedacht. Was war passiert?

  • Friedhelm Kaup hat ein teures Erlebnis auf einem Dattelner Parkplatz gehabt. Foto: Tamina Forytta

Der 76-Jährige musste zu einem Termin ins St.-Vincenz-Krankenhaus und parkte sein Auto auf dem benachbarten Parkplatz. Das Park-Kärtchen noch in der Hand, lief Kaup dann zum Händedesinfektionsgerät, aus dem versehentlich die Flüssigkeit nicht nur auf seinen Händen, sondern auch auf dem Strichcode des Parkscheins landete und den Aufdruck teilweise verwischte.
 

Ersatzticket kostet neun Euro

Die Folge: Nach dem Arzttermin steckte Friedhelm Kaup das Kärtchen in den Automaten, doch der weigerte sich, es auszulesen. „Am Infoschalter im Krankenhaus habe ich mich erkundigt, was zu tun ist“, schildert Kaup. „Da haben sie mir dann gesagt, ich muss einen Ersatzschein ziehen; eine andere Möglichkeit gebe es nicht.“ Schon ein wenig angesäuert zog Kaup also das Ersatzticket – neun Euro wurden dafür fällig. „Mit dem normalen Schein hätte ich nur einen Euro zahlen müssen“, sagt Kaup.
 

Ankunftszeit und Datum waren lesbar

Auf sich beruhen lassen wollte er das nicht. „Schließlich war zwar der Strichcode verwischt, aber meine Ankunftszeit war ja noch einwandfrei lesbar“, sagt der Waltroper, der sodann vom Krankenhaus einen Zettel mit Kontaktdaten des Dattelner Ordnungsamtes erhielt und sich stante pede dorthin aufmachte. Auch vom zuständigen städtischen Mitarbeiter aber erhielt er die Auskunft: „Nichts zu machen.“ Kaup wies einmal mehr auf den noch deutlich erkennbaren Zeitstempel hin, aber: Es blieb dabei.
 

Jeder ist für seinen Parkschein selbst verantwortlich

Dattelns Stadtsprecher Dirk Lehmanski, auf den Fall angesprochen, erklärte, man habe keinen Spielraum, denn das Ticket sei ja vom Automaten nicht mehr lesbar. Auch der Verweis auf den noch lesbaren Zeitstempel änderte nichts. Dem Missbrauch müsse vorgebeugt werden und jeder Bürger trage die Verantwortung für seinen unversehrten Parkschein, so Lehmanski.

Friedhelm Kaup hat die neun Euro für sich schon abgeschrieben: „Weg mit Schaden“, sagt er. „Aber das ist für mich Abzocke.“
3 KOMMENTARE
27.04.18 11:03

Parkschein

von suderwich-heide

Was hat der Mann mit dem Parkschein vorgehabt, wollte er ihn von dem Desinfektionsgerät prüfen lassen?

26.04.18 18:00

so ist das

von maulwurf

wenn es hart auf hart kommt entscheidet auch kein Anwalt (und kein Kläger oder Beklagter) sondern ein Richter. Dass dabei auch nicht immer der gesunde Menschenverstand bei heraus kommt zeigt sich allzu oft.
Was will man verlangen? Der dumme Automat kann auch nicht für alle idiotischen und theoretisch möglichen Lebenslagen programmiert werden. Wenn der Strichcode nicht lesbar ist, dann ist das so. Dass man die Ankunftszeit lesen kann, spielt (für den Automaten) keine Rolle; denn diese benötigt der Automat nicht in lesbarer Form. Er erhält alle Informationen ausschließlich aus dem Strichcode. Und wenn der verwischt ist, hat der Automat ein Problem. Die aufgedruckte Ankunftszeit ist nur fürs menschliche Auge bestimmt. "Gültig" ist nur ein lesbares Ticket. So ist das.

26.04.18 09:59

!

von crs6

Jeder Anwalt wird da aber anderer Meinung sein, als sich das Herr Lehmanski wünscht. Ich hätte nicht klein beigegeben. Was der Automat kann oder will wäre mir Latte. Lesbarer Nachweis reicht (meine Meinung).

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