Mit VIPs Torben und Raphael auf der Bühne: Zwei Jungs – ein Musical-Traum

Es gibt sie überall. Eigentlich gehört jeder dazu. Zu den VIPs. Damit meinen wir allerdings nicht die „Very Important Persons“, die auf roten Teppichen ’rumstöckeln, sondern die „Very Interesting Persons“, die uns im Bus, an der Supermarktkasse oder im Schwimmbad begegnen. Wir stellen Euch in dieser Scenario-Reihe junge Menschen vor, die ganz klar VIPs sind. Heute: Torben und Raphael.

  • VIP_Musical

    Foto: Katharina Lenger

Sie waren jung, unerfahren und haben im Gospelprojekt-Ruhr gesungen. „Nur ein Hobby weiter nichts“, dachten sich die Eltern. Denn dass aus diesen zwei jungen Knaben einmal professionelle Musicaldarsteller werden, damit hätten sie nie gerechnet. Mit diesem Schritt beweisen die zwei Freunde Torben und Raphael (beide 19) aus Recklinghausen, dass man an seine Träumen glauben muss und dass Musicals längst nicht nur was für Frauen sind.
Nachdem sie mit dem Gospelchor regelmäßig Konzerte mit Solo-Auftritten gaben, folgte im zarten Alter von nur zehn Jahren der Gesangsunterricht an der Musikschule in Herten. Dort führten sie bereits Musicals wie „Wicked“, „Tanz der Vampire“ und „Mamma Mia“ auf. Raphael erreichte mit nur elf Jahren den zweiten Platz bei „Beste Stimme“ und „Dein Song“ bei KiKa.

Beide lernten Jazz, Ballett und Modern

Hierfür schrieb er schon einen eigenen Song und wurde von der damaligen Band Monrose gecoacht. Anschließend komponierte er die Musik für ein Kindermusical und nahm Gesangsunterricht an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Raphael und Torben nahmen mit 15 Jahren Tanzunterricht an einer Ballettschule in Herne, wo sie Ballett, Jazz und Modern lernten. Anschließend folgte der Schauspielunterricht. Nur ein Jahr später schrieb Raphael sein erstes eigenes Musical, „Die Schreibmaschine“. Dieses wurde im Spielraum Bottrop und im Katielli-Theater in Datteln erfolgreich aufgeführt.
Schon zu diesem Zeitpunkt wurde der Wunsch einmal Musical zu studieren immer größer. „Wir wollten es zumindest probieren und aus dem Probieren wurde dann immer mehr“, erzählt Torben. Für ihren außergewöhnlichen Berufswunsch wurden die Freunde nie ausgelacht. „Viele Leute wissen gar nicht, dass man Musical studieren kann. Meist kommt dann die Frage: Für welches Musical denn?“, lacht Torben. Allerdings ist es schwierig einen der begehrten Studienplätze zu ergattern. Von den 150 bis 200 Bewerbern nehmen die Unis meist nur sechs bis acht Leute auf. Die Bewerber werden vorab in den Aufnahmeprüfungen gründlich aussortiert. Hier müssen die Bewerber ihr Können aus Gesang, Tanz und Schauspiel unter Beweis stellen. „Wichtig bei den Aufnahmeprüfungen ist, möglichst viel aus seinem Repertoire zu zeigen, um so möglichst viel anbieten zu können“, weiß Raphael. „Dann ist es wichtig, viel Unterricht zu nehmen und an sich zu arbeiten. Man sollte viel konstruktives Feedback einholen und nicht aufgeben“, fügt er hinzu. Von privaten Universitäten raten die beiden Experten ab. Diese sind sehr teuer und nehmen immer sehr viele und meist auch schlechte Bewerber auf.

Nun beginnen sie ihr Wunsch-Studium

Natürlich hatten die beiden Glück. Im kommenden Wintersemester wird ihr Jugendtraum, Musical zu studieren, erfüllt. Torben konnte sich einen Studienplatz am Institut für Musik in Osnabrück sichern und Raphael studiert am Konservatorium der Stadt Wien. „Und danach kommt natürlich Broadway“, lacht Raphael. Doch in Wahrheit ist noch alles offen. „Ich hoffe, dass ich lange Zeit viel Arbeit haben werde und dass ich Rollen bekomme, die mich künstlerisch erfüllen. Egal ob auf großen oder kleinen Bühnen“, erzählt Raphael. „Außerdem möchte ich weiter an Musicals und eigenen Songs schreiben und es wäre natürlich toll, einen Master in London oder sogar New York zu machen.“
Torben möchte sich künstlerisch so viel wie möglich bilden und auch möglichst viel von der Vielseitigkeit des Musicals mitnehmen. „Es hört schließlich nicht beim Musical auf – im Gegenteil – es fängt dort an.“
 
Kennt Ihr junge Menschen (max. 24 Jahre), die „Very Interesting Persons“ sind und deren Geschichte wir hier auf Scenario erzählen sollen? Dann schreibt uns an scenario@medienhaus-bauer.de und gebt uns einen Tipp!