Straßenmusikerinnen sind VIPs: Farina, Leonie und Paula haben den Rhythmus

Serie Es gibt sie überall. Eigentlich gehört jeder dazu. Zu den VIPs. Damit meinen wir allerdings nicht die „Very Important Persons“, die auf roten Teppichen ’rumstöckeln, sondern die „Very Interesting Persons“, die uns im Bus, an der Supermarktkasse oder im Schwimmbad begegnen. Wir stellen Euch in dieser Scenario-Reihe junge Menschen vor, die ganz klar VIPs sind. Heute: Farina, Leonie und Paula.

  • VIP Straßenmusik

    Die drei Halternerinnen Farina, Leonie und Paula wissen, was sie tun, wenn sie mit Gitarre, Rassel, Kazoo und manchmal auch mit Flusenrolle und Streifenhörnchenfressnapf (!) in der Fußgängerzone stehen und Musik machen. Foto: Katharina Lenger

Das Kazoo und die Tontrommel werden ausgepackt. Die Gitarrentasche liegt offen auf dem Boden, mit etwas Kleingeld darin. Die Mädchen stellen sich in Position. Dann schlägt Farina die ersten Akkorde auf der Gitarre an. Gemeinsam mit Leonie und Paula macht sie Straßenmusik. „It doesn’t make a difference if we make it or not, we’ve got each other and that’s a lot for love“ singen sie dreistimmig an einem freundlichen Tag in der Fußgängerzone von Recklinghausen.

Wenn ein Streifenhörnchenfressnapf zum Instrument wird...

„Living on a Prayer“ von Bon Jovi ist einer ihrer Top-Songs. Die drei 16-Jährigen aus Haltern bezaubern das Publikum mit ihrer lebensfrohen und sympathischen Art und setzen dabei auf außergewöhnliche Instrumente. Zu ihrem Repertoire gehören neben einer Akustikgitarre und einer Rassel auch eine afrikanische Tontrommel und ein Kazoo. Das Kazoo hat Ähnlichkeit mit einer Trillerpfeife und erzeugt durch das Hineinsingen einen saxofonartigen Klang. Sie dient als Melodie-Instrument. Um ein bisschen Pep in die Musik zu bringen, nutzen die Musikerinnen ganz einfache Alltagsgegenstände: einen Streifenhörnchenfressnapf, eine Paket- und eine Flusenrolle, zum Beispiel.
Diese unterschiedlichen Klänge verleihen ihrer Musik einen authentischen Charakter. An Kreativität scheint es den Mädchen mit den bunten Haarsträhnen nicht zu fehlen. Ihre Liederauswahl ist bunt gemischt.
Bei sonnigem Wetter setzen sie auf Gute-Laune-Lieder, die die erwachsene Generation ansprechen sollen und von denen sie sich den einen oder anderen Euro erhoffen. „Wir treten meist in Recklinghausen auf, weil die Straßenmusik hier noch etwas Besonderes ist und gut ankommt. Hier ist auch viel mehr los als in Haltern“, erklärt Leonie. „Besonders wenn es drei junge Frauen sind, die Musik machen“, ergänzt Farina. Außerdem ist Recklinghausen auch mit dem Fahrrad von Haltern aus gut erreichbar. Schließlich wollen die drei Freundinnen das verdiente Geld nicht gleich für Bahntickets ausgeben.

Lebensfreude und Musik im Blut

„Durch die Straßenmusik lernen wir oft neue Menschen kennen, die genau wie wir Spaß an der Musik haben. Musik verbindet einfach. Manche singen und tanzen sogar mit und geben uns konstruktive Kritik, zum Beispiel, dass wir im Takt auf die Trommel schlagen sollen“, lacht Leonie.
Das Trio strotzt nur so vor Lebensfreude und scheint die Musik im Blut zu haben. „In unserem Freundeskreis kann man nicht nicht Musik machen“, meint Paula. „Wir treffen uns oft im Park oder bei jemandem im Keller, um Musik zu machen.“ Angefangen haben sie schon als Kinder in der Musikalischen Früherziehung. Farina und Leonie haben im Anschluss Geige und Paula hat Blockflöte gelernt. Farina und Paula spielen nun seit vier Jahren Gitarre. Leonie hingegen hat sich das Klavier- und Gitarrespielen selbst beigebracht. Schon seit sie fünf Jahre alt ist, singt sie in dem Chor „New Vocals“ und hat dort auch die Gesangstechniken gelernt. Die drei Freundinnen gehen in Haltern aufs Gymnasium und machen schon seit vielen Jahren bei der dortigen Musicalgruppe mit. Dadurch kamen Farina und Paula letztendlich auch zum Singen. Auf Anfrage treten die Drei auch gerne auf Geburtstagen auf. Allerdings mit einer noch größeren Besetzung und Instrumenten wie Schlagzeug, E- und und Bass-Gitarre.
 
Kennt Ihr junge Menschen (max. 24 Jahre), die „Very Interesting Persons“ sind und deren Geschichte wir hier auf Scenario erzählen sollen? Dann schreibt uns an scenario@medienhaus-bauer.de und gebt uns einen Tipp!