VIP Linda: Von jetzt an immer Autorin

Serie Es gibt sie überall. Eigentlich gehört jeder dazu. Zu den VIPs. Damit meinen wir allerdings nicht die „Very Important Persons“, die auf roten Teppichen rumstöckeln, sondern die „Very Interesting Persons“, die uns im Bus, an der Supermarktkasse oder im Schwimmbad begegnen. Wir stellen Euch in dieser Scenario-Reihe junge Menschen vor, die ganz klar VIPs sind. Heute: Linda.

  • Vip Linda

    Stolz hält Linda die gedruckte Ausgabe von "Memories to do" in den Händen. Bis zur Veröffentlichung war es aber ein langer Weg. Foto: Kathi Lenger

„Juhuuuuu!“ Als das lang ersehnte Paket endlich ankommt, kann sie es kaum zu glauben. Drei Jahre lang hat sie Monat für Monat, Woche für Woche und Tag für Tag auf diesen Moment hingearbeitet. Gespannt schneidet sie den braunen Paketdeckel auf und nimmt behutsam eines der Exemplare heraus. Triumphierend hält Linda ihren ersten selbst geschriebenen Roman „Memories to do – Allies Liste“ in die Kamera und grinst vor Freude. Dieses persönliche Video ziert seit einigen Wochen Lindas Facebook-Seite und ist vermutlich der Grundstein für die Karriere als Autorin.

Schon im zarten Alter von sieben Jahren kritzelte sie ins Freundebuch unter dem Punkt „Berufswunsch“ wohl wissend „Bücher schraiben” noch mit Fehlerchen hin. Ihr erstes literarisches Werk „Wenn sich Eichhörnchen verlieben“ tippte sie im gleichen Alter in die Tastatur ihres Vaters ein. Heute ist Linda nur noch einen Katzensprung von ihrem Traumberuf entfernt. Denn eine wichtige Stärke hat sie sich mit dem Beenden des Romans „Memories to do“ angeeignet: „Ich habe tatsächlich zum ersten Mal eine Geschichte zu Ende geschrieben“, lacht die 21-Jährige.

Ihre Familie und Freunde waren restlos begeistert, als sie Lindas fertiges Buch endlich in den Händen hielten. „Sie haben den Roman sofort verschlungen, aber auch versucht, mich selbst in meinen Romanfiguren wiederzufinden”, erzählt Linda. „Seelenstriptease“ nennt sie dieses Phänomen. Natürlich enthält ihr Werk autobiografische Elemente, die aus ihrem eigenen Umfeld inspiriert sind. Sonst kann sie viele Gedankengänge ihrer Figuren nicht so haarklein beschreiben. Dennoch lebt Lindas Hauptfigur Alison Keepsaker in einer kleinen amerikanischen Stadt und hat im Grunde nicht allzu viel mit der Autorin gemein. Als Self-Publisher hat Linda ihr Buch zunächst für den Kindle-Storyteller-Award auf Amazon hochgeladen – einem Schreibwettbewerb für junge Autoren.

Eine Lektorin entdeckt Linda

Kurzerhand entdeckte eine Lektorin ihr E-Book und empfahl es sogleich ihrer Verlagschefin. „Schon zu dieser Zeit konnte ich mein Glück kaum fassen, zumal es eine Lektorin war, die wohl eher selten Bücher vorschlägt”, erzählt die Schreiberin stolz. Seitdem konnte man Lindas Roman als „Book on Demand“ in der E-Book- und Print-Ausgabe bestellen. Das bedeutet, der Leser bestellt das Buch und erst dann wird es für ihn gedruckt. Doch auch die nächste Hürde meistert Linda mit Bravour. Der Drachenmond Verlag ist bereit, ihren Roman zu drucken. Ab sofort kann es also in jeder Buchhandlung bestellt werden. „Von nun an werde ich von Buchhandlung zu Buchhandlung gehen und um Auslage meines Romans bitten. Das Buch zu vermarkten gehört nämlich auch zu meiner Aufgabe als Jungautorin und ist tatsächlich harte Arbeit”, weiß Linda. Um ihr Buch an den Mann zu bringen, gestaltet Linda Leserunden auf Lovelybooks.de, verlost ihren Roman und sammelt Leser-Rezensionen. Auf ihrer Facebook-Seite „Memories to do – Allies Liste“ hält sie ihre neugierigen Leser stets auf dem Laufenden.

Die Studentin der Kommunikationswissenschaft redet wie ein Wasserfall, wenn es um ihren Roman geht. Sie habe so viele wichtige Schreib-fertigkeiten und Erfahrungen dazu gewonnen, zum Beispiel, dass gewisse Experten bei der Veröffentlichung eines Buches unentbehrlich sind.

Dazu gehört allen voran die Lektorin. „Meine Lektorin ist einfach Weltklasse! Sie hat mir unendlich viele Tipps gegeben, wie ich meinen Schreibstil verbessern kann und auch wie ich mit starken Bildern Kopfkino bei meinen Lesern erzeugen kann“, schwärmt Linda. Auch ein professioneller Coverdesigner gehört zu diesen Experten. „Du kannst der größte Photoshop-Profi sein, doch bei einem Cover geht es auch um Typologie und Farbgestaltung – eben um Fachwissen eines Coverdesigners, den ich mir noch etlichen erfolglosen Versuchen endlich zugelegt habe”, erklärt die Jungautorin.

Arbeit am zweiten Roman

Mittlerweile tüftelt Linda schon an ihrem zweiten Roman. „Sobald der erste Roman draußen ist, sollte man sich als Autor nämlich direkt an den nächsten setzen“, rät sie. „Mein Problem ist nur noch, dass ich die Figuren erst kennenlernen muss, um zu schauen, wie sie ticken“, lacht sie. „Das können Außenstehende vielleicht nicht verstehen, aber mir ist es wichtig, jede einzelne Facette meiner Figuren nachvollziehen zu können.” Trotz allem ist es Lindas Priorität, „Memories to do” gut auf dem Buchmarkt zu positionieren. Und sie ist zuversichtlich, dass sie für den nächsten Roman keine drei Jahre mehr brauchen wird.

Worum geht's in "Memories to do"?

Der Roman „Memories to do – Allies Liste“ von unserer „Very interesting person“ Linda kommt daher wie ein schrecklicher Albtraum, aus dem man möglichst schnell erwachen möchte. Nach einem Unfall verliert Alison Keepsaker, Allie genannt, das Bewusstsein. Als sie Tage später wieder zu sich kommt, erscheint nichts mehr so, wie es mal war. Ihr Ehemann und der zweijährige Sohn sind ihr völlig fremd. Das Letzte, an das sie sich erinnert, ist die gemeinsame Bootsnacht mit ihrem damaligen besten Freund Luis.

Allie leidet an einer seltenen Form der Amnesie und hat die letzten 17 Jahre, also ihr halbes Leben, komplett vergessen. Ihr Mann versteht die Welt nicht mehr und setzt alles in Bewegung, um ihre Erinnerungen wieder wachzurütteln… Obwohl zwischen Luis und Allie jahrelang Funkstille herrschte, macht er sich, als er von ihrer Krankheit hört, auf den Weg, um Allie zu helfen. Doch ob das eine so gute Idee ist?

Lindas Buch ist ein typischer Liebesroman, der besonders romantisch veranlagten Frauen zu empfehlen ist. Nicht ohne Grund wurde „Memories to do“ bereits zur „Schnulze des Monats“ gekürt. Auch wenn man meint, die Geschichte schon einmal gehört zu haben, lohnt sich das Lesen allemal, denn in jedem Satz, jedem Absatz und jedem Kapitel steckt viel Romantik, Sinnlichkeit und Liebe.
Kennt Ihr junge Menschen (max. 24 Jahre), die „Very Interesting Persons“ sind? Dann gebt uns einen Tipp per Mail: scenario@medienhaus-bauer.de


AUTOR
Alina Meyer & Katharina Lenger
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    20. Juli 2016, 09:51 Uhr
    Aktualisiert:
    17. November 2016, 03:34 Uhr