Champions League

Pongracic statt Hummels? So könnte der BVB bei Besiktas starten

Borussia Dortmund startet im Hexenkessel von Besiktas in die Champions-League-Saison. Setzt Marco Rose erneut auf Neuzugang Marin Pongracic? So könnte der BVB in Istanbul starten.
Reicht es bei BVB-Abwehrchef Mats Hummels schon in Istanbul wieder für die Startelf? © imago / Revierfoto

Einen Steinwurf vom gestern im grellen Sonnenlicht glitzernden Bosporus und damit von Asien entfernt startet der BVB heute die kontinentale Königsklasse. Wo die Grenzen in Europa fußballerisch liegen für die Borussia in dieser Spielzeit, soll erst im Frühjahr offenkundig werden.

BVB ist klarer Favorit in der Gruppe mit Besiktas, Ajax und Sporting

„Für die Qualifikation haben die Jungs einen hervorragenden Endspurt in der Bundesliga hingelegt, weil sie Spiele wie dieses bei Besiktas haben wollten. Jetzt wollen wir die Chance auch nutzen und in dieser Saison unsere eigene Geschichte schreiben“, sagte Trainer Marco Rose. „Damit fangen wir am besten sofort an.“

Den Favoritenstempel in der Vorrundengruppe C mit Besiktas Istanbul, Ajax Amsterdam und Sporting Lissabon bekommt Roses Mannschaft sowieso aufgedrückt. Kapitän Marco Reus nimmt das gerne an: „Mir ist es egal, ob wir Favorit sind. Wir wissen, was wir können und haben den Anspruch, jedes Spiel zu gewinnen.“ Das wäre ein idealer Auftakt. In vier der vergangenen fünf Jahre stand Dortmund in der K.o.-Runde der Champions League, zweimal davon im Viertelfinale. So weit wie möglich soll es auch in diesem Jahr gehen, das Weiterkommen ist Pflicht.

Borussia Dortmund erwartet in Istanbul ein Hexenkessel

Vor diesem Zwischenziel steht der Auftakt bei Besiktas (18.45 Uhr, live auf DAZN und bei uns im Live-Ticker) an. Den türkischen Doublesieger will die Dortmunder Delegation keineswegs unterschätzen. Die Gastgeber und ihre euphorischen Fans, von denen rund 21.000 ins Stadion kommen dürfen, lechzen nach einer Überraschung. Offensiv ist das Team mit dem Ex-Borussen Michy Batshuayi und dem Bosnier Miralem Pjanic exzellent besetzt.

Für die Borussen sprechen die höhere fußballerische Qualität und die Routine auf Topniveau. Im Zweifel hilft Erling Haaland, der mit zehn Toren in acht Spielen von der UEFA als Torschützenkönig und bester Stürmer ausgezeichnet wurde. „Das ist eine große Ehre für mich und ein Ansporn, noch besser zu werden.“

BVB-Torhüter Gregor Kobel steht vor Champions-League-Debüt

Während Haaland jede Note der Champions-League-Hymne im Schlaf mitsingen kann, wird bei seinem Hintermann Gregor Kobel das Herz sicher etwas heftiger pochen, wenn die melodische Musik eingespielt wird. Aus dem engeren Kader steht nur beim Schlussmann die Null – bei den Europapokaleinsätzen. Nach dem ersten Länderspiel für die Schweiz vor zwei Wochen geht für ihn mit dem Debüt in der Königsklasse der nächste Traum in Erfüllung. „Einen viel größeren Wettbewerb als die Champions League gibt es nicht. Ich habe eine riesige Vorfreude, das wird ein echtes Highlight.“ Ein weiterer Wunsch dürfte seiner Meinung nach lauten, dass die Null auch mal hinten steht.

Am funktionierenden Defensivkonzept arbeiten Rose, sein Trainerteam und die Mannschaft intensiv, mangels gemeinsamer Trainingseinheiten vor allem in der Theorie. „Natürlich stellen wir uns der Aufgabe. Wir sind nicht zufrieden damit, ganz und gar nicht“, sagte der Coach und betonte nach zwölf Gegentoren in sechs Pflichtspielen: „Das macht uns sauer.“

Es muss nicht immer Spektakel beim BVB sein

Den Lernprozess, auch im eigenen Ballbesitz die Absicherung, die Abstände zum Nebenmann und die verbleibenden Abwehrmöglichkeiten nicht aus den Gedanken zu verlieren, muss die Mannschaft im laufenden Spielbetrieb verinnerlichen. Reus verspricht eine bessere Staffelung auf dem Feld und unterstreicht: „Das betrifft die ganze Mannschaft.“

Gerade in den Englischen Wochen müsse es nicht immer Spektakel im Drei-Tages-Rhythmus sein, meint auch Kobel. „Es wäre gut, wenn wir mal nicht bis zum Ende fighten müssen und mal weniger Tore bekämen“, sagt Kobel. Besiktas wird etwas dagegen haben.

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