Versammlungen

Corona-Demos am Reiterbrunnen: Eine Gruppe hat ihre Versammlung abgesagt

Zwei Versammlungen waren für Montagabend bei der Polizei angemeldet. Beide wollten sich fast zeitgleich am Reiterbrunnen in der Altstadt treffen. Jetzt hat eine Gruppe den Termin abgesagt.
Corona-Kritiker haben sich montags am Reiterbrunnen versammelt. Das Foto entstand am 17. Januar, eine Woche später wurde die Versammlung kurzfristig abgesagt.

Zum achten Mal wollte die Gruppe der „Spaziergänger“ sich am Montagabend (24.1.) in Castrop-Rauxel treffen und vom Reiterbrunnen aus durch die Altstadt gehen und damit ihre Kritik an den Corona-Maßnahmen kundtun. „Die Versammlung ,Spaziergänger’ ist abgesagt“, teilte Andreas Lesch, Pressesprecher der Kreispolizei Recklinghausen, am Vormittag mit.

Fast zeitgleich war eine zweite Versammlung angemeldet. Die Jugendorganisationen der Parteien in Castrop-Rauxel hatten dazu aufgerufen. Sie gedenken am Montag (24.1.) in einer Kundgebung der Corona-Verstorbenen.

Und das ebenfalls am Reiterbrunnen, also an dem Ort, an dem die Corona-Skeptiker sich seit Dezember montagabends zu „Spaziergängen“ versammelt haben. Vor einer Woche hatten zwei Frauen ihren Protest erstmals als Versammlung mit Zug und Abschlusskundgebung unter dem Titel „Wir gehen spazieren für die naturgegebene Selbstbestimmung“ angemeldet.

Gegendemo ist Anlass für die Absage der Corona-Kritiker

Die Polizei hätte am Abend beide Gruppierungen räumlich voneinander getrennt, so der Plan bis zur Absage. Zu den Gründen dafür könne die Kreispolizei keine Auskunft geben, hieß es. Aber in einer Nachricht in der Gruppe „Castrop-Rauxel denkt anders“ auf Telegram mit rund 400 Mitgliedern äußerte sich am Vormittag ein Organisations-Team. Grund für die Absage sei die Gegendemo. „Aus Solidarität mit allen Opfern dieser Corona-Situation“, heißt es dort. Und: „…weil wir die unter ähnlichem Motto stehende Demo, zu der unser Bürgermeister aufgerufen hat, nicht beeinträchtigen wollen.“

Die Mahnwache in Gedenken an die Verstorbenen wurde von Jusos, Grüner Jugend, Jungen Liberalen, Junger Union und der Linksjugend gemeinsam angemeldet. Bürgermeister Kravanja war nicht Initiator, hatte seine Teilnahme aber angekündigt.

„Spaziergänger“ wollen sich in einer Woche wieder treffen

„Die Jugendparteien möchten gemeinsam mit einer Lichterkette der Verstorbenen der Pandemie gedenken und ein Zeichen gegen dubiose Spaziergänge setzen – Corona-konform mit genügend Abstand“, hieß es in der Ankündigung. Von 18.30 bis 19.30 Uhr soll eine Lichterkette am Reiterbrunnen gebildet werden. Laut Polizei sind dazu 150 Personen angemeldet.

Die Organisatoren der „Spaziergänge“ haben angekündigt, für Montag, 31. Januar, wieder eine Versammlung anzumelden. Für den 24.1. verweisen sie auf Spaziergänge in den Nachbarstädten. Allein im Vest Recklinghausen sind Versammlungen in Recklinghausen, Waltrop und auch in Bottrop angemeldet, in der Nachbarstadt Herne ebenfalls.

Einige Castrop-Rauxeler kündigten auf Telegram, wo sich die Corona-Kritiker austauschen, an, trotzdem am Abend in der Altstadt spazieren gehen zu wollen.

Der Abend in Recklinghausen

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