Politik

Ruhrpottmöwen weisen Kritik der Stadt zurück: Wohin mit den Tauben?

Frühzeitig hat der Verein Ruhrpottmöwen vor dem drohenden Taubenproblem in Datteln gewarnt. Getan hat sich seitdem nichts. Jetzt drängten Grüne und CDU im Rat auf eine Lösung.
Tauben auf dem Neumarkt in Datteln - die Population wird steigen, warnt der Verein Ruhrpottmöwen. © Martin Pyplatz

Auf eine Antwort der Tierschützer von den Ruhrpottmöwen würde die Stadt Datteln warten, nachdem sie dem Verein einen Taubenschlag auf dem Parkplatz an der Friedrich-Ebert-Straße in Aussicht gestellt hatte, erklärt Stadtsprecher Dirk Lehmanski auf Nachfrage unserer Redaktion. Als einen offiziellen Vorschlag, für den der Verein seine Zustimmung geben soll, habe man das bei den Ruhrpottmöwen aber nicht verstanden, erklärt die Vorsitzende Steffi Hellinger. „Es gab ein Telefonat und es wurde über den Standort gesprochen“, sagt sie, „bei den anderen Vorschlägen gab es aber jeweils Ortstermine oder wir haben uns über die Vor- und Nachteile ausgetauscht.“ Das sei bei der Friedrich-Ebert-Straße nicht der Fall gewesen. Daher habe man sich zwar intern beraten, aber keine Antwort gegeben.

Stadtsprecher Dirk Lehmanski hatte auf Anfrage der Dattelner Morgenpost gesagt, die Stadt warte nun schon länger auf Rückmeldung des Vereins. Der Vorschlag sei positiv aufgefasst worden, meldete Lehmanski. Das kann Steffi Hellinger bestätigen. Mit einer Lösung auf dem Parkplatz am ehemaligen Gesundheitsamt könnte der Verein ebenso leben wie mit einer zuerst angedachten Lösung am Schemm, die von der Stadt abgelehnt wurde.

CDU-Beschlussentwurf findet die Mehrheit im Rat – Verwaltung am Zug

Die Grünen haben nun am Mittwochabend ihre Forderungen nach einer sofortigen Errichtung einer Taubenvoliere am Schemm per Antrag Nachdruck verliehen. Während die Verwaltung das Thema lieber in den Stadtentwicklungsausschuss verlagern wollte, hatte die CDU einen alternativen Beschlussvorschlag, dem auch die Grünen zustimmen konnten und der zusammen mit den Linken und der FDP eine Mehrheit von 22:17 Stimmen fand. SPD und UBP wollten lieber der Lösung der Verwaltung folgen.

Mit dem Beschluss wird die Verwaltung beauftragt, bis zum 19. Juli einen Ortstermin mit einem unabhängigen Gutachter sowie jeweils einem Mitglied aus jeder Fraktion zur Begutachtung des Daches der Stadthalle zu organisieren. Bis zum 23. Juli soll dann feststehen, ob dort ein Taubenschlag möglich wäre. Wenn dies der Fall ist, soll die Verwaltung diese Lösung umgehend planen und umsetzen. Falls nicht, soll ab dem 26. Juli an einer provisorischen oder mobilen Lösung am Schemm sowie der Friedrich-Ebert-Straße gearbeitet werden. Lange soll das nicht dauern, denn die Umsetzung soll bis zum 31. August abgeschlossen sein, fordern die zustimmenden Parteien.

Bürgermeister reagiert auf Kritik und Beleidigungen im Internet

Grünen-Ratsherr Theo Beckmann berichtete nach einem Ortstermin von der vorbildlichen Umsetzung eines Taubenschlages in Marl. „In Marl läuft es super, die zuständige Frau dort spricht aber auch auf Augenhöhe mit der Verwaltung“, konterte Bürgermeister André Dora (SPD) und kritisiert damit den Verein Ruhrpottmöwen, der wiederholt im Netz auf die Tauben-Problematik aufmerksam gemacht hatte und laut Dora in diesem Zusammenhang auch Beleidigungen gegen ihn und Verwaltungsmitarbeiter in den sozialen Netzwerken verbreitet hatte. „Ich weise von mir, dass ich das verhindere, wir blockieren keinen Taubenschlag“, sagte Dora deutlich. Marco Zerwas (Grüne) betonte derweil, dass der Arbeit der sehr engagierten Bürger, die Verantwortung für die Stadttauben übernehmen, mehr Respekt gezollt werden müsse.

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