Trommelschläge gegen Krebs in Datteln Acht Frauen trotzen der Taubheit in den Fingerspitzen

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Die Teilnehmerinnen trommelten im Eltern-Kind-Raum der Familienbildungsstätte Datteln.
Die Teilnehmerinnen trommelten im Eltern-Kind-Raum der Familienbildungsstätte Datteln. © privat
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Acht Frauen nehmen auf ihren Instrumenten Platz, dann hallen Rhythmen durch die Familienbildungsstätte in Datteln. Ihre Finger treffen die Schlagbretter von Cajons – kistenförmigen Trommeln, die aus Südamerika stammen. Der gemeinsame Abend steht unter dem Motto „Die Seele baumeln lassen“, er soll Spaß machen und die Nerven stimulieren. Denn: Die Teilnehmerinnen sind an Krebs erkrankt.

Nervenschäden durch Krebsbehandlung

Die Behandlung durch Chemo- und Strahlentherapie sowie der Tumor selbst können bei Krebspatientinnen zu Nervenschäden führen – in den Fingern stellt sich ein Taubheitsgefühl ein. Bei manchen Betroffenen bleiben die Schäden irreversibel. Durch das Trommeln können ihre Fingerspitzen jedoch kurzzeitig an Sensibilität gewinnen.

Der „Hilfe bei Frauenkrebs-Datteln e.V.“ lud deshalb zum Workshop ein. Musikpädagoge Jörn Arnold leitete den dreistündigen Kurs am Samstag (3. Dezember): Alle Teilnehmerinnen hatten selbstgebaute Cajons dabei und trommelten ohne Notenkenntnisse. Unter der Anleitung des Lehrers setzten sie zum Beispiel Wörter in Silben und Silben in Trommelschläge um.

Der gemeinnützige Verein zieht Bilanz: „Sofortige Erfolgserlebnisse waren garantiert. Alle sind von der Trommelei infiziert und möchten weitermachen.“ Der Förderverein finanzierte den Kurs vollständig. Einen Teil der Kosten trug die Stadt Datteln mit einer Spende zum Thema „ehrenamtliche Bürgerprojekte“. Der Verein schließt eine Wiederholung des Projekts nicht aus.

Zum Thema

Hilfe bei Frauenkrebs-Datteln e.V.

Der gemeinnützige Verein hat sich im Jahr 2016 gegründet. Er zählt aktuell 43 Mitglieder und unterstützt krebserkrankte Patientinnen ideell, beteiligt sich an Veranstaltungen und organisiert diese selbst. Bei Bedarf können Patientinnen auch materiell unterstützt werden. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 10 Euro im Jahr. Interessierte können sich im Sekretariat der ersten Vorstandsvorsitzenden Frau Dr. Dorothee Drüppel melden (02363/1082141), die auch als Chefärztin in der Frauenklinik des St. Vincenz-Krankenhauses arbeitet. Informationsflyer liegen auch im Brustzentrum des St. Vincenz aus.