Ermittlungen im Fall Mouhamed D. Einsatzleiter in einem Punkt entlastet

Für den bei einem Polizeieinsatz getöteten 16-jährigen Mouhamed D. ist in der Dortmunder Innenstadt ein Graffiti angebracht worden.
Für den bei einem Polizeieinsatz getöteten 16-jährigen Mouhamed D. ist in der Dortmunder Innenstadt ein Graffiti angebracht worden. © Lukas Wittland
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Im Fall des in der Dortmunder Nordstadt erschossenen 16-jährigen Mouhamed D. sind alle Schüsse ausschließlich aus der Maschinenpistole eines Polizisten gefallen. Das geht aus einem Bericht der Landesregierung an den Rechtsausschuss vom Montag (24.10.) hervor.

Ein einzelner Zeuge hatte ausgesagt, dass auch der Einsatzleiter geschossen habe. Das scheint nach Untersuchungen des Landeskriminalamts (LKA) ausgeschlossen.

LKA untersuchte Patronenhülsen

Laut LKA stammten die Patronenhülsen am Tatort alle aus der Maschinenpistole, nicht aber aus der Dienstwaffe des Einsatzleiters. Alle weiteren offenen Fragen zu dem Fall sind laut Justizministerium auch weiterhin offen. Es hätten sich aber noch zwei weitere Zeuginnen aus der Jugendhilfeeinrichtung, auf dessen Gelände Mouhamed D. erschossen worden ist, gemeldet. Sie seien verhört worden.

Am 8. August war der Flüchtling Mouhamed D. aus dem Senegal in Dortmund von einem Polizisten mit dessen Maschinenpistole erschossen worden. Die kritische Frage ist, ob und wie der Jugendliche mit einem Messer auf die Beamten zugegangen ist.

Der ermittelnde Oberstaatsanwalt Carsten Dombert und NRW-Innenminister Herbert Reul hatten in der Vergangenheit Zweifel an der Verhältnismäßigkeit des Einsatzes geäußert.