Tod von Siegfried Borchardt

Nazi-Aufzug am Samstag – Großer Gegenprotest in der Nähe angekündigt

Nicht nur einen Aufmarsch der Rechten wird es am Samstag in Dortmund geben. Jetzt ist auch die erste Gegen-Demo angekündigt. Die soll an zentraler Stelle stattfinden.
Das Bündnis „Bunt statt braun“ ruft auf zum Gegenprotest gegen den Aufzug der Rechtsextremen. © Bandermann (Archiv)

Nach dem Tod von Siegfried Borchardt hatten Rechtsextreme einen Aufzug zum Gedenken angekündigt. Der soll durch die halbe Stadt führen „demonstrativ auf einer Route durch die halbe Stadt, vom Hauptbahnhof nach Dorstfeld zu den Naziwohnungen“.

So formuliert es der Dortmunder Aktionskreis gegen Rechtsextremismus in einem Aufruf zum Gegenprotest. Der wiederum soll in unmittelbarer Nähe stattfinden: von 14 bis etwa 15.30 Uhr auf dem Platz von Buffalo an der Kampstraße/U-Bahn-Haltstelle Westentor.

Nazi-Aufzug nichts anderes als „eine Provokation“

Das Motto: „Gedenkt der Opfer, nicht der Täter“. Es soll laut Aufruf zum Gegenprotest nicht darum gehen, „das Andenken eines Verstorbenen zu schmähen oder zu verunglimpfen. Das widerspricht unseren Überzeugungen und unserem Menschenbild.“

Es sei allerdings „eine Provokation der demokratischen Stadtgesellschaft, wenn das Ableben eines überregional bekannten, bekennenden Nationalsozialisten, der sich selbst als ‚SA-Siggi‘ bezeichnet hat, von der Nazi-Szene dazu genutzt wird, einen Marsch quer durch unsere Stadt zu veranstalten.“

„Verherrlichung eines vielfach verurteilten Straftäters“

Das sei kein „Stilles Gedenken“, sondern „nichts anderes als eine öffentliche Macht-Demonstration, die der Verherrlichung eines bekannten Rechtsextremisten und vielfach verurteilten Straftäters dient“.

Die Veranstaltung, so heißt es im Aufruf des Aktionsbündnisses, solle „der in letzter Zeit stark geschwächten Dortmunder Naziszene sicher auch dazu helfen, auf sich aufmerksam zu machen“.

Warum der Gegenprotest? Dazu heißt es „Das demokratische Dortmund kann zu so einem provokativen Marsch durch die Innenstadt nicht schweigen.“ Erinnert werden solle der wirklichen Opfer: Seit 1990 seien in Deutschland fast 190 Menschen durch rechte Gewalt gestorben, davon fünf in Dortmund.

Die Polizei erklärte am Donnerstag auf Anfrage, bisher seien zwei Gegendemonstrationen angemeldet – neben der des Aktionsbündnisses also noch eine. Einzelheiten wolle man aber erst am Freitag bekannt geben.

Der Abend in Recklinghausen

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.