Preis „Dortmunder Engagement“ Obdachlosenfrühstück im Gast-Haus braucht jede Unterstützung

Redakteur
Das Obdachlosenfrühstück im Gast-Haus an der Rheinischen Straße gehört seit vielen Jahren zum Angebot für wohnungslose Menschen in Dortmund.
Das Obdachlosenfrühstück im Gast-Haus an der Rheinischen Straße gehört seit vielen Jahren zum Angebot für wohnungslose Menschen in Dortmund. © Stephan Schütze (Archiv)
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Seit 27 Jahren engagieren sich Ehrenamtliche im Verein „Gast-Haus statt Bank“ für wohnungslose Menschen in Dortmund. Die Anlaufstelle für Personen ohne festen Wohnsitz an der Rheinischen Straße mit mittlerweile zwei Gebäuden ist ein Teil des Stadtbilds geworden.

Die Strukturen sind etabliert und die Zahlen beeindruckend: 122.000 Essen werden pro Jahr ausgegeben, 20.000 Bekleidungen gewechselt und 15.000 Patienten behandelt. Ohne das Gast-Haus würde ein wichtiger Baustein des sozialen Dortmunds fehlen.

Rund 300 Ehrenamtliche tragen einen Großteil des Angebots. Dieses besteht aus einem Tagesaufenthalt, einer Wäschekammer, einem medizinischen Dienst sowie einer Sozial- und Rechtsberatung. Alle Angebote sind kostenlos.

Doch politische und wirtschaftliche Entwicklungen dieser Zeit sorgen dafür, dass die „Gast-Haus“-Verantwortlichen gerade vor nie dagewesenen Herausforderungen stehen.

Geschäftsführerin Katrin Lauterborn sagt: „Es ist etwas ganz Neues für uns, dass wir Lebensmittel zukaufen müssen, weil die Spenden so stark zurückgegangen sind.“

Angesichts der aktuellen Preise für Lebensmittel bedeute das eine starke finanzielle Belastung für den Verein.

Ein mögliches Preisgeld beim Ehrenamtspreis Dortmunder Engagement würde laut der Geschäftsführerin deshalb „1 zu 1“ für die Deckung der Kosten des Tagesaufenthalts eingesetzt.

Hohe Lebensmittelpreise

Die Dortmunderinnen und Dortmunder können über die Verteilung von insgesamt 20.000 Euro bis zum 10. Dezember online abstimmen. Der Gewinner erhält 7.500 Euro, der Zweitplatzierte 5.000 Euro, die weiteren Bewerber je 2.500 Euro.

„Wir würden davon Lebensmittel wie Käse, Wurst, Zucker oder Butter einkaufen“, sagt Katrin Lauterborn. Außerdem gebe es einen Bedarf nach Schlafsäcken, Isomatten und wärmender Kleidung.

Es dürfe trotz Krieg, Inflation und wachsender Armut keine Einschränkungen im Angebot für die rund 600 Gäste pro Tag geben. Das gilt laut Katrin Lauterborn für das Frühstücksangebot ebenso wie für die Heizsituation an der Rheinischen Straße.

„Es muss einfach warm sein“

„Wir können nicht einfach sagen, dass wir die Heizung ausgeschaltet lassen. Wir sind im Winter ein Ort zum Aufwärmen, es muss einfach warm sein“, sagt Lauterborn.

Die Gast-Haus-Geschäftsführerin äußert die Sorge, dass die Zahl der von Armut und Wohnungslosigkeit betroffenen Menschen noch weiter zunimmt. „Wer heute seine Wohnung wegen Miet- oder Energieschulden verliert, der läuft Gefahr, so schnell keine neue zu finden, weil es sich zugespitzt hat.“