Meinung

Aufruf zu Polizisten-Attacke – Telegram entlarvt die Montagsspaziergänger

Ein Blick in Telegram zeigt: Die Teilnehmer der sogenannten Montagsspaziergänge in Haltern sollten sich genau ansehen, mit wem sie da zusammen durch die Innenstadt ziehen. Ein Kommentar.
Halterner Einzelhändler machten Montagabend das Licht aus.
Die Polizei war mit mehreren Einsatzkräften auf der Rekumer Straße im Einsatz. Am Markt empfingen sie die Spaziergänger, die in den meisten Fällen wieder umgekehrten. © Benjamin Glöckner

Montags treffen sich Menschen aus Haltern und der Region (selbst ernannte „Demotouristen“), um einen „Spaziergang für Frieden und Freiheit“ durch die Halterner Innenstadt zu machen. Bisher konnten sie das ungestört tun. Halterner Einzelhändler setzen nun ein Zeichen: Sie drehen das Licht in ihren Läden ab und wenden sich so gegen diese Art der Demonstration. Und das ist das Tolle an einer Demokratie. Jeder kann seine Meinung äußern und zeigen, solange sie nicht gegen Gesetze verstößt. Und jede Seite muss das aushalten.

Aber jeder einzelne Teilnehmer sollte sich mal fragen, ob er wirklich zusammen mit Menschen demonstrieren möchte, die in der entsprechenden Telegram-Gruppe (über 300 Mitglieder) Polizisten auf Weihnachtsmärkten mit Nüssen bewerfen wollen oder Videos teilen, in denen über Lager für positiv Getestete spekuliert wird. Verrückt ist auch der Ansatz, mithilfe der „heiligen Geometrie der Schwingungsmuster“ die Corona-Maßnahmen durch die Wiederholung des Satzes „Alle Maßnahmen sind aufgehoben, es ist ein Wunder“ in andere Bahnen zu lenken. Journalisten werden dort auch als „Journutten“ oder „Presstituierte“ bezeichnet und die Frage aufgeworfen, ob die Polizisten, die den „Spaziergang“ begleiten, überhaupt Polizisten sind – schließlich könne man die Uniform ja überall kaufen.

Wer zusammen mit solchen Menschen auf die Straßen geht, darf sich nicht wundern, mit Querdenkern, Corona-Leugnern und Verschwörungstheoretikern in einen Topf geworfen zu werden.

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