Meinung

Haltern hätte auf den Nikolausmarkt gut verzichten können

Die Inzidenzen sind in Haltern so hoch wie nie, trotzdem hält die Stadt - nach der Absage 2020 - am traditionellen Nikolausmarkt fest. Hat sich die Stadt das tatsächlich gut genug überlegt?
Haltern bereitet sich auf den Nikolausmarkt vor. © Jürgen Wolter

So klein war der Halterner Nikolausmarkt noch nie, aber die Umstände waren auch noch nie so ungünstig wie jetzt. Die Coronazahlen klettern in Haltern wie überall von Tag zu Tag erschreckend weiter in die Höhe. Das unsichtbare Virus greift alle Generationen an, selbst Geimpfte sind vor ihm nicht sicher. Haltern hat inzwischen 112 Infizierte. Lässt sich da das kleine vorweihnachtliche Treiben zwischen Rathaus und Kirche unbeschwert genießen?

Der kleine Markt mit Aufenthalt an frischer Luft ist sicherlich zunächst einmal kein Ort für ein potentielles Superspreader-Event. Dennoch ist die Entscheidung der Stadt zweifelhaft. Im März, als die Inzidenz im Kreis bei 55,5 lag und Haltern 20 Infizierte zählte, ließ der Bürgermeister Sperrgitter rund um den Brunnen und die Sitzbänke auf dem Alten Markt aufstellen, um dem Ort – zum Schutz vor Ansteckung – die Aufenthaltsqualität zu nehmen. Heute liegt die Inzidenz im Kreis bei 197,7! Und es wird der Advent gefeiert. Zugegeben, damals waren wenige geimpft, heute viele. Trotzdem passt da etwas nicht zusammen.

Es wird ein „halbseidener“ Nikolausmarkt ohne Leichtigkeit. Wir hätten gut auf ihn verzichten können. Wenn es nun aber doch heißen soll „hoch die (Glühwein-) Tassen“, dann aber bitte mit Verstand und Abstand. Hoffentlich geht alles gut!

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