Meinung

Handwerk in Haltern hat goldenen Boden – aber keiner will mehr hin

Volle Auftragsbücher, aber immer weniger Auszubildende: Unternehmen und Handwerker nicht nur in Haltern schlittern in eine Personalkrise.
Joel Dylong macht beim Glaser- und Malerbetrieb Fimpeler eine Ausbildung zum Maler und Lackierer.
Joel Dylong macht beim Glaser- und Malerbetrieb Fimpeler eine Ausbildung zum Maler und Lackierer. © Jürgen Wolter

Die Situation mutet paradox an und könnte mittelfristig erhebliche Auswirkungen haben: Bei vielen Unternehmen und insbesondere im Handwerk sind die Auftragsbücher voll. Neben Lieferproblemen kämpfen sie aber, wie auch andere Branchen, mit wachsendem Fachkräftemangel. Da kommt jetzt verschärfend hinzu, dass auch die Auszubildenden wegbleiben.

Und das in einer Situation, in der die Generation aus den Babyboomer Jahren zunehmend in den Ruhestand geht. Das heißt: Es brechen ganz viele Mitarbeiter weg, und es kommt viel zu wenig Nachwuchs nach. Es braucht nicht viel Fantasie, sich auszumalen, dass das zu einer ausgewachsenen Personalkrise führen dürfte – mit noch nicht voraussehbaren Folgen.

Karrierechancen gibt es nicht nur mit Studium

Viele Unternehmen und Handwerker beklagen, dass die Bereitschaft von Schülern abnimmt, sich auszubilden zu lassen. Immer mehr wollen Abi machen und studieren. Warum eigentlich? Handwerk und Gewerbe bieten hervorragende Aufstiegs- und Karrierechancen. Außerdem: Geld verdienen kann man hier auch, und zwar nicht wenig, und vor allem viel früher, als nach einem Studium.

Das kann man übrigens auf dualem Weg auch kombinieren, wenn man unbedingt studieren will. Es lohnt sich über Alternativen nachzudenken. Die Chancen standen für Schulabgänger schon lange nicht mehr so gut wie jetzt.

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