Meinung

Kein schnelles Internet in Flaesheim: Ein Stück aus dem Kabinett der Absurditäten

Seit fünf Jahren geht das schnelle Internet an einigen Flaesheimer Haushalten vorbei - und das, obwohl zwei Glasfaserkabel an ihren Gärten vorbeilaufen. Absurd, findet unser Autor.
Seit fünf Jahren kämpfen die Anwohner der Straße Hohes Ufer für ein schnelles Internet.
Seit fünf Jahren kämpfen die Anwohner der Straße Hohes Ufer für ein schnelles Internet. © Jürgen Wolter (Archiv)

Es ist und bleibt ein Stück aus dem Absurditätenkabinett: Seit mehr als fünf Jahren kämpfen rund 80 Anwohner der Straße Hohes Ufer in Flaesheim um eine schnelle Internetverbindung – aber weiterhin vergebens. Jetzt packte sogar eine Baufirma, die schon angerückt war, ihren Bagger wieder ein. An der Straße gibt es nicht einmal eine Telefonleitung, die sie für Anschluss hätte nutzen können.

Dass die Anwohner sauer sind, ist nachvollziehbar. Jetzt gibt es zwar inzwischen einen Rechtsanspruch auf schnelles Internet, aber was nützt der, wenn man ihn nicht durchsetzen kann? Verständlich, dass die Anwohner auch der neuen Digitalisierungsoffensive von Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) nicht trauen.

Die Flaesheimer brauchen eine schnelle Lösung

Mit 12 Milliarden wird der Ausbau in den sogenannten „Grauen Flecken“ jetzt gefördert. Die Flaesheimer dürften diesmal voraussichtlich auch dabei sein. Aber das Problem ist der Zeitfaktor: Markterhebung, Beantragung der Fördermittel, Förderzusage, Ausschreibung der Arbeiten, Durchführung der Arbeiten und endlich der Netzanschluss: Bis das alles über die Bühne ist, vergehen noch einmal Jahre.

Wir Deutschen sind halt manchmal so schrecklich gründlich. Das hat teilweise seine Berechtigung, aber es ist auch ein schwerfälliges Monster, das notwendige Lösungen behindern oder verzögern kann. Die Flaesheimer bräuchten eine schnellere Lösung. Sie wären bereit, dafür auch selbst Geld zu investieren. Mit etwas mehr Flexibilität und Kreativität, auch von Behördenseite – könnte da nicht doch was gehen?

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