Ausschuss-Sitzung

500 Euro für Steingarten-Entsiegelung? Es gibt eine Einschränkung

Sie sind vor allem Klimaschützern ein Dorn im Auge: Vorgärten, die praktisch nur aus Stein bestehen. Wer so einen demnächst entsiegelt, kann auf einen 500-Euro-Zuschuss hoffen.
Wer einen solchen Stein-Vorgarten hat und den zurück baut, kann demnächst auf einen städtischen Zuschuss hoffen. © Robert Szkudlarek

Die Fraktion der Grünen im Rat der Stadt hatte einen entsprechenden Antrag gestellt, den nach dem Westerholter Bezirksausschuss des Rates jetzt auch der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität zu beraten hatte.

Es entwickelte sich eine lebhafte Debatte, in der letztlich jeder den Vorstoß der Grünen grundsätzlich befürwortete.

Dennoch kam gleich von mehreren Seiten der Hinweis, dass es noch viel umfangreichere und nachhaltigere Projekte gebe, die man im Bereich Klimaschutz dringend in Zukunft anstoßen müsste.

Ein wenig Bauchschmerzen bereitete mehreren Ausschussmitgliedern die bisherige Formulierung des Beschlussvorschlages. Sowohl CDU als auch SPD monierten, dass dort nicht klar definiert ist, wer den Zuschuss erhält, beziehungsweise – viel wichtiger – diesen eben nicht erhalten sollte.

CDU-Ratsfrau Sarah Timmerberg formulierte es so, dass jene, die unrechtmäßig beziehungsweise gegen bestehende Vorgaben ihren Steingarten eingerichtet hatten, nun doch nicht auch noch dafür belohnt werden dürften. Letztlich führte dies dazu, dass man den Text dahingehend änderte, dass nur ursprünglich baurechtmäßig errichtete Vorgärten förderfähig seien. Mit dieser Einschränkung wurde der Antrag einstimmig beschlossen.

In der Mühlenhof-Siedlung gibt es zum Beispiel kaum Grün

Zum Hintergrund: Wer seinen Steingarten entsiegelt und in einen blühenden, insektenfreundlichen und naturnahen Vorgarten verwandelt, hat Aussicht auf eine Prämie von 500 Euro, denn naturnahe Vorgärten verbessern das Mikroklima und lindern Hitze.

Gerade in Neubaugebieten, wo die Grundstücke eher klein sind, überwiegen versiegelte Flächen in Form von Einfahrten, Gehwegen, Straßen. Ein abschreckendes Beispiel für Flächenversiegelung ist die Mühlenhof-Siedlung der Stadtwerke zwischen Schützen- und Hospitalstraße. Hier gibt es im Straßenbereich außer einigen Straßenbäumen so gut wie kein Grün.

Für die 5000 Euro muss die Stadt selbst aufkommen

Die natürliche Bodenfunktion wiederherzustellen, hat übrigens auch positive Auswirkungen für das Grundwasser: Unter anderem wird durch die Versickerung und Regenrückhaltung der Kanal entlastet, die Hochwassergefahr gemindert und so die Grundwasserneubildung gefördert.

Deshalb gibt es folgenden Plan: Die Stadt Herten fördert in 2022 die Entsiegelung von zehn Schottergärten mit je 500 Euro. Die insgesamt 5000 Euro muss die Stadt selbst zahlen. Der Zuschuss sei aber auch als Mittel gedacht, um für die Entsiegelung zu werben. Das letzte Wort hat der Rat der Stadt Herten. Er tagt am 29. September ab 17 Uhr in der Rosa-Parks-Schule.

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