Wird der Hertener Bahnhof rechtzeitig fertig? Brief der Bahn raubt einigen Anwohnern den Schlaf

Redaktionsleiter
Vor allem der nördliche Bahnsteig und die Rampe hinauf zur Staakener Straße sind noch eine große Baustelle.
Vor allem der nördliche Bahnsteig und die Rampe hinauf zur Staakener Straße sind noch eine große Baustelle. © Frank Bergmannshoff
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Im August 2021 war Baubeginn für den neuen S-Bahn-Haltepunkt in Herten-Mitte. Tatsächlich sind die Bahnsteige und die Wartehäuschen inzwischen fertig, auch die Laternen stehen. Aber drumherum fehlt noch eine ganze Menge. Wie soll das in den knapp zwei Wochen bis zur Eröffnung am 11. Dezember zu schaffen sein? Eines ist jetzt klar: Der Kraftakt, den die Baufirma zu stemmen hat, geht zu Lasten der Anwohner.

Alle Haushalte rund um die Bahnhofsbaustelle haben einen Brief des Bauunternehmens Strabag und der Bahn-Tochter „DB Netze“ erhalten. Der Inhalt wird mach einem Betroffenen wortwörtlich den Schlaf rauben. Entgegen bisheriger Bekundungen, dass die Arbeiten im Zeitplan liegen, macht der Brief deutlich, dass dies offenbar nicht der Fall ist. Ab sofort müsse zusätzlich auch nachts gearbeitet werden, heißt es. Das bedeutet nicht nur Arbeitslärm, sondern auch eine hell erleuchtete Baustelle.

Welche Arbeiten noch zu erledigen sind, ist offensichtlich. Der Gehweg vom südlichen Bahnsteig (Gleis 2) muss noch gepflastert werden. Vor allem aber ist die barrierefreie Rampe, über die Fußgänger und Rollstuhlfahrer vom nördlichen Bahnsteig (Gleis 1) hinauf zur deutlich höher liegenden Staakener Straße gelangen sollen, noch nicht zu erkennen. Bisher gibt es dort nur eine schlammige Holperpiste für Baustellenfahrzeuge.

Bahn: Haltepunkt wird „anfahrbereit“ sein

Die Bahn betont auf Nachfrage unserer Redaktion, dass der Haltepunkt zur Eröffnung am 11. Dezember auf jeden Fall „anfahrbereit“ sein werde. Das bedeutet: Die Baustelle werde so weit aufgeräumt sein, dass Züge halten und Fahrgäste ein- und aussteigen können. Der Aufgang zur Staakener Straße solle bis dahin im Großen und Ganzen nutzbar sein, aber womöglich noch nicht für Rollstuhlfahrer.