Polizei hat nach Diebstahl noch keine heiße Spur

Band mit der Glücksgöttin im Namen lässt sich nicht unterkriegen

Auch anderthalb Wochen nach dem Diebstahl aus dem Tourbus von Fortuna Ehrenfeld in Westerholt gibt es keine heiße Spur zu den Tätern. Die Band hat sich mit ihrem Schicksal aber arrangiert.
Sie stehen weiter in engem Austausch mit ihren Fans: die Musiker von Fortuna Ehrenfeld während eines Livestreams auf ihrer Facebook-Seite. © Facebook-Seite Fortuna Ehrenfeld

Ärgern, abhaken – nach vorne schauen. Das ist das Motto von Fortuna Ehrenfeld. Der Diebstahl aus dem Tourbus in Westerholt hat die Band bis ins Mark erschüttert, dennoch lässt sie sich nicht unterkriegen.

Trotz der Veröffentlichung von Fotos der entwendeten Instrumente und Bühnentechnik und der Bitte an die Fans, danach bei Auktionsbörsen die Augen aufzuhalten, gäbe es bisher noch keine heiße Spur, erklärt die Gruppe aus der Kölner Nordstadt.

Vorsicht vor falschem Verdacht

Auch die Polizei Recklinghausen hat keine neuen Erkenntnisse. Andreas Lesch von der Pressestelle weist darauf hin, dass man genau hinschauen sollte, bevor man Verkäufer bei eBay und Co. des Diebstahls bezichtigt: „Da kursieren so viele Instrumente, dass es leicht zu Verwechslungen kommen kann.“ Außerdem könnten die Ermittlungen in dem Fall länger dauern, da die entwendeten Gegenstände ja genau zugeordnet werden müssen. Dass die Geschädigten nicht aus der Gegend kämen und für Befragungen nicht unmittelbar zur Verfügung stünden, mache die Sache nicht leichter, so Lesch.

Tatsächlich sind die drei Musiker längst woanders unterwegs. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, haben sie sich ins Tourgeschehen gestürzt und schon einige Konzerte absolviert – mit den Instrumenten, mit denen sie am Freitag, 23. Juli, auch im Hertener Glashaus auf der Bühne standen.

Band schafft alles wieder neu an

Alle anderen sind aber weg, und die Gruppe aus der Kölner Nordstadt hat auch die Hoffnung aufgegeben, dass sie noch auftauchen werden. „Wir werden alles neu anschaffen (müssen)“, schreiben sie bei Facebook an ihre Fans.

Deren Unterstützung sei riesig gewesen. Sogar eine Spendenplattform wurde ins Leben gerufen. Dieses Crowdfunding hatte großen Erfolg, aber natürlich reicht das Geld längst nicht aus, um den Verlust zu kompensieren. Denn der Schaden – inklusive beschädigtem Tourbus – liegt bei etwa 50.000 Euro.

Fortuna Ehrenfeld denkt auch an Flutopfer

„Wir suchen einen ambitionierten Musikladen/Musikalienhandel, der Lust hat uns zu unterstützen und uns ein (sau-)gutes Angebot mit erfreulichen Rabattierungen macht. Zum Umfang: Im Prinzip werden wir eine komplette neue Backline in Auftrag geben“, erklärt die Band bei Facebook. Bei allem Pech, dass die Gruppe mit der Glücksgöttin im Bandnamen in Westerholt auch hatte: Sie denkt auch daran, „dass es anderen momentan noch deutlich schlechter geht“ und verweist in diesem Zusammenhang auf die Fluthilfe-Aktionen in Deutschland.

Sachdienliche Hinweise zum Diebstahl nimmt weiterhin die Polizei unter Tel. 0800/2361-111 entgegen.

Der Abend in Recklinghausen

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