Ehrenamtliches Engagement

Diese Menschen machen Herten lebens- und liebenswerter

Auch dieses Jahr zeichnet die Stadt verdiente Hertenerinnen und Hertener mit dem Bürgerpreis aus. Wir stellen die Menschen vor, die mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz unser Miteinander prägen.
Der Hertener Bürgerpreis wird seit dem Jahr 2002 jährlich an Bürger vergeben. © Archiv

Seit gut zwei Jahrzehnten zeichnet die Stadt Herten mit dem Bürgerpreis jene Menschen in Herten aus, die mit ihrem besonderen ehrenamtlichen Engagement das Leben in dieser Stadt lebens- und liebenswerter machen. Auch in diesem Jahr wird der Bürgerpreis in sechs Kategorien verliehen. Heute geben wir die Bürgerpreisträgerinnen und Bürgerpreisträger 2020 bekannt.

Hans-Jürgen Mrotz erhält den Bürgerpreis in der Kategorie Lebenswerk.
Hans-Jürgen Mrotz erhält den Bürgerpreis in der Kategorie Lebenswerk. © Hasler © Hasler

Sonderpreis der Jury/Lebenswerk: Hans-Jürgen Mrotz wurde vor 78 Jahren in Kohlstädt geboren. Seit 1975 ist der Hertener Mitglied beim Deutschen Roten Kreuz, war dort unter anderem Helfer, stellvertretender Bereitschaftsführer und Ausbilder. Das Herz des gelernten Kfz-Mechanikers schlägt leidenschaftlich fürs Rote Kreuz: In seiner imposanten privaten Rot-Kreuz-Sammlung hat er Tausende Ausstellungsstücke wie Abzeichen, Orden, Wimpel und Fahnen, Fotos und Poster aus aller Herren Länder liebevoll zusammengetragen – darunter auch eine Urkunde der Kaiserin Victoria, in der ihre Majestät dem DRK Recklinghausen zum Jubiläum gratuliert. Viele Male hat er seine Sammlung der Öffentlichkeit präsentiert, die erste Ausstellung hat er in Herten im Jahr 1987 organisiert. Auch Straßenbahnen haben es dem Rentner angetan: Mit privaten Leihgaben hat der Sohn eines Straßenbahners beispielsweise Ausstellungen im Stadtarchiv unterstützt. Darüber hinaus gehörte Hans-Jürgen Mrotz zum festen Redaktionsteam der „Stadtteil-Info“.

Christine Dickel erhält den Bürgerpreis in der Kategorie Soziales.
Christine Dickel erhält den Bürgerpreis in der Kategorie Soziales. © Privat © Privat

Kategorie Soziales: Ungezählte Kinder haben mit Unterstützung von Christine Dickel ihre ersten sportlichen Schritte gemacht: Von 1993 bis 2017 leitete sie Eltern-Kind-Turnen für Zwei- bis Vierjährige in bis zu fünf Gruppen in Herten, auch viele „Abenteuer-Spielplätze“ in den Turnhallen von Hertener Schulen gingen auf ihr Konto. Doch nicht nur die Beweglichkeit der Jungen, sondern auch die der Alten ist ihr ein Anliegen: Schon seit vielen Jahren bietet sie Seniorenturnen im Pfarrheim St. Joseph-Süd und im Elisabeth-Pflegezentrum an. Als Vorsitzende im Pfarrgemeinderat von St. Joseph-Süd trug Christine Dickel zur gelungenen Fusion mit St. Antonius bei. Auch beim Süder Advent ist sie regelmäßig aktiv und engagiert sich zudem im Krankenhausbesuchsdienst der St. Antonius-Gemeinde.

Michael Holtschulte erhält den Bürgerpreis in der Kategorie Kultur.
Michael Holtschulte erhält den Bürgerpreis in der Kategorie Kultur. © Mucha © Mucha

Kategorie Kultur: Mit viel ehrenamtlichem Engagement hat Michael Holtschulte es geschafft, die Hertener Kulturszene um die Ausstellungsreihe „Cartoons im Pott“ auf dem Hof Wessels zu bereichern. Seit der Premiere im Jahr 2016 holt er dabei immer wieder namhafte Künstler in die Stadt und hat Herten damit in Kulturkreisen weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannter gemacht. Auch bei anderen kulturellen Projekten in Herten, bei denen das Lachen gerne im Vordergrund stehen darf, hilft der Cartoonist beratend und tatkräftig mit. Darüber hinaus spendet er regelmäßig seine eigenen Werke für Auktionen, bei denen Geld für soziale Projekte gesammelt wird.

Der Hertener Bürgerpreis

Der Bürgerpreis der Stadt Herten wird seit dem Jahr 2002 jährlich an Bürgerinnen und Bürger vergeben, die in besonderem Maße bürgerschaftliches Engagement bewiesen haben. Den Bürgerpreis initiiert hat der verstorbene Bürgermeister Klaus Bechtel.

Die Preisträger werden von Bürgern vorgeschlagen und von einer Jury (Bürgermeister, seine Stellvertreter, zwei Medienvertreter und – in beratender Funktion – der Stadtwerke-Geschäftsführer) ausgewählt. Es gibt sechs Kategorien: Kultur, Soziales, Sport, Umweltschutz, Zivilcourage/Toleranz/Eintreten gegen Rechtsextremismus und – seit 2012 – den „Sonderpreis der Jury“.

Die Auszeichnung ist mit jeweils 500 Euro, einer Urkunde und der Bronze-Skulptur „Dialog“ verbunden. Die Plastik stammt aus dem Atelier des Dülmener Künstlers Eckehard Arens, der auch die Bronze-Schweinegruppe an der Kranzplatte in der Innenstadt (am Antonius-Denkmal) gestaltet hat.

Mirjam Gördes erhält den Bürgerpreis in der Kategorie Umwelt.
Mirjam Gördes erhält den Bürgerpreis in der Kategorie Umwelt. © Privat © Privat

Kategorie Umwelt: Mirjam Gördes ist seit vielen Jahren beim Naturschutzbund (Nabu) Herten aktiv. Sie ist schon von Beginn an Mitglied der Gruppe „Praktischer Naturschutz“, die die beiden Streuobstwiesen im Hertener Norden pflegt. Sie führt naturkundliche Führungen unter anderem im Schlosspark durch, hat Besucher der Nabu-Ausstellungen im Hertener Schloss fachkundig informiert und einen gepachteten Garten mit einer weiteren Gruppe naturnah umgestaltet, sodass Kindergruppen dort den Kreislauf der Natur erleben können. Seit fast vier Jahren gehört die Hertenerin zudem dem Nabu-Vorstand an und engagiert sich darüber hinaus in vielen anderen Bereichen des Naturschutzes, unter anderem im Arbeitskreis „Grüne Stadt Herten“.

Günter Wienforth erhält den Bürgerpreis in der Kategorie Sport.
Günter Wienforth erhält den Bürgerpreis in der Kategorie Sport. © Stanberger © Stanberger

Kategorie Sport: Das Vereinsleben der TG Scherlebeck/Langenbochum wäre ohne den Einsatz von Günter Wienforth um einiges ärmer. Seit mehr als 40 Jahren ist er dort Mitglied, davon 12 Jahre als Geschäftsführer. 30 Jahre lang hat er als Übungsleiter der Gymnastikgruppe seine Schützlinge auf Trab gebracht, auch bei der Wassergymnastik und beim Nordic Walken wird unter seiner Leitung gesportet. Apropos auf Trab bringen: Günter Wienforth hat den Hertener Lauftreff mitgegründet und den Hertener Silvesterlauf 2017 ins Leben gerufen. Darüber hinaus hat er vor Corona viele gesellige Aktivitäten wie Ausflüge oder Feste organisiert – und während Corona seine Sportler mit kleinen Übungseinheiten per WhatsApp versorgt.

Dennis Hölker erhält den Bürgerpreis in der Kategorie Zivilcourage, Eintreten für Toleranz und Integration und gegen Rechtsextremismus.
Dennis Hölker erhält den Bürgerpreis in der Kategorie Zivilcourage, Eintreten für Toleranz und Integration und gegen Rechtsextremismus. © Privat © Privat

Kategorie Zivilcourage, Eintreten für Toleranz und Integration und gegen Rechtsextremismus: Über sich selbst sagt Dennis Hölker: „Ich bin ein humanistischer, demokratischer Antifaschist.“ Mit vielfältigen Aktionen engagiert er sich gegen Rechts und gegen Ausgrenzung, für Toleranz und für ein friedliches Miteinander. So hat Dennis Hölker im Jahr 2019 damit begonnen, die Gedenkplatten in Herten zu reinigen, die an Kriegsgefangene, Verfolgte, Zwangsarbeiter und Orte der NS-Herrschaft erinnern und hat viele Bürger dazu motiviert, sich der Aktion gegen das Vergessen anzuschließen. Er organisiert und gestaltet Gedenkveranstaltungen anlässlich der Pogromnacht mit und hat die Gruppe „Herten ist bunt“ mit ins Leben gerufen, die sich für ein vielfältiges, friedliches und buntes Miteinander starkmacht.

Der Bürgerpreis wird coronabedingt im Herbst im Schloss Herten verliehen. Im Anschluss an die Preisverleihung werden wir die Preisträgerinnen und Preisträger einzeln im Rahmen einer Serie in der Hertener Allgemeinen vorstellen.

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