Ab 1. Juli

Die nächste Preissteigerung kommt – und sie betrifft ein elementares Gut

Benzin, Lebensmittel, Energie - alles wird teurer. Jetzt meldet ein hiesiger Versorger, dass auch ein ganz elementares Gut ab demnächst mehr kosten wird.
Der Preis fürs Trinkwasser steigt, weil die Einnahmen die gestiegenen Kosten nicht mehr gedeckt haben, erklärt Gelsenwasser-Vorstandschef Henning R. Deters.
Der Preis fürs Trinkwasser steigt, weil die Einnahmen die gestiegenen Kosten nicht mehr gedeckt haben, erklärt Gelsenwasser-Vorstandschef Henning R. Deters. © dpa/Gelsenwasser

„Ab 1. Juli 2022 gilt im Gelsenwasser-Versorgungsgebiet nach acht Jahren Preiskonstanz ein neuer Trinkwasserpreis“, teilt die Gelsenwasser AG mit. Das habe die Schiedsstelle zur Preisfindung entschieden. Der Wasserversorger liefert auch gleich die Begründung dafür.

Jährlich erstelle ein unabhängiges Wirtschaftsprüfungsunternehmen ein Gutachten über die Kosten, die tatsächlich bei Gelsenwasser für die Wasserversorgung entstanden seien. Dieses Gutachten habe zuletzt aufgrund gestiegener Kosten im Tiefbau-, Material-, Personal- und Energiebereich eine deutliche Unterdeckung gezeigt. „Das hieß für uns: Wir müssen handeln, damit wir über die Einnahmen im Wasserbereich weiter nachhaltig in die Wasserinfrastruktur mit Werken und Rohrnetz sowie in die Qualitätssicherung investieren können“, erläutert der Gelsenwasser-Vorstandsvorsitzende Henning R. Deters.

Beispielrechnung: Zwischen 9 und 13 Prozent mehr im Jahr

Und das kostet das Trinkwasser ab 1. Juli in Herten: Der Mengenpreis für 1000 Liter Trinkwasser liegt dann bei 2,0737 Euro brutto, der monatliche Grundpreis für einen Hauswasserzähler beträgt unverändert 13,64 Euro brutto.

Eine dreiköpfige Familie in einem Mehrfamilienhaus zahlt auf Basis des neuen Preises für den durchschnittlichen Jahresverbrauch von rund 147.000 Litern Wasser (402 Liter täglich) 345,75 Euro – dies sind 39,01 Euro (12,7 Prozent) mehr als bisher. In einem Mehrfamilienhaus wird der Grundpreis auf mehrere Parteien umgelegt, hier sind vier Wohnungen angenommen.

In einem Einfamilienhaus mit drei Personen sind nun jährlich 468,51 Euro (+ 9,3 Prozent) zu zahlen – hier trägt die Familie den Grundpreis allein.

95 Cent für die tägliche Trinkwasserversorgung: Das sind die Kosten für eine dreiköpfige Familie im Mehrfamilienhaus bei einem durchschnittlichen täglichen Verbrauch von 134 Litern pro Person.

Ablesung des Wasserzählers nicht erforderlich

Eine Ablesung des Wasserzählers oder eine Anpassung des Abschlags ist nicht notwendig, heißt es vom Wasserversorger. Gelsenwasser berücksichtige den neuen Preis automatisch bei der jährlichen Abrechnung und der zukünftigen Abschlagsberechnung im Herbst.

Mit der aktuellen Preiserhöhung bleibt die Preisentwicklung bei Gelsenwasser unterhalb der Inflationsentwicklung seit der letzten Wasserpreisanpassung Anfang 2014. Ob über die aktuelle Preiserhöhung hinaus im Laufe des Jahres 2024 eine weitere Anpassung um bis zu 4,49 ct/m³ erfolgen werde, hänge vom Inflationsverlauf und der wirtschaftlichen Entwicklung der kommenden Monate ab.

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