Erster Auftritt nach langer Pause

Hertener Blues-Session begeistert Publikum bei Comeback an neuem Ort

„Der Blues wird niemals sterben“, sagte einst Blues-Legende Koko Taylor. Das gilt auch für die sehr beliebte Hertener Blues-Session, wie sich beim großen Comeback zeigte.
Volles Haus bei der Blues Session auf Schlägel & Eisen: Die Zuschauer sind begeistert. © Banu Altun

Ein Neubeginn an einem neuen Ort: erst der Wechsel vom Katzenbusch auf den Hof Wessels und jetzt von dort auf das Zechengelände. „Mit Schlägel und Eisen haben wir ein vierblättriges Kleeblatt gefunden“, sagte Arno Welke, Mitorganisator und Teilnehmer der Hertener Blues-Session.

Neuer Pop-Up-Kulturgarten

Damit meinte er den Klub Schlägel und Eisen, den neu entstandenen Pop-Up-Kulturgarten, die Schwarzkaue als idealen Ausweichort bei schlechtem Wetter und Andreas Weidner, Betreiber der Schwarzkaue, der sich als großer Fan und Unterstützer der Blues-Sessions herausstellte: „Ich fand die Aktion schon immer cool. Die Blues-Sessions sind ein Stück Kultur in Herten und ich bin froh, dass sie hier weitergeführt werden können.“

Veranstaltungsreihe existiert seit 2009

Froh waren am Freitagabend (19.6.) auch die Fans der Veranstaltungsreihe, die 2009 von Rainer Bienek ins Leben gerufen wurde. 40 Musiker meldeten sich für eine Teilnahme an, die maximal erlaubte Besucheranzahl wurde erreicht, beides spricht für ein erfolgreiches Comeback. „Ich denke, die Musiker sind froh, endlich wieder in die Saiten oder Tasten greifen zu können“, bestätigte Arno Welke, der selbst zu den Stöcken griff. Als Schlagzeuger der „Catbush Blues Band“ gehörte er zum Opener der Kult-Veranstaltung.

„Catbush Blues Band“ überzeugt

Noch vor ihrem Auftritt nahm der Gitarrist Dieter Wilms auf der Bühne Platz. In Gedenken an seine in den vergangenen sechs Monaten verstorbenen Musikerkollegen Norbert Busch, Bernd Rademacher, Frank Bülow und Reiner Umlandt (die letzten beiden gehörten zu seiner Band „Molly Lane“) sang er einen Gedenk-Gospel.

Dann überzeugte die „Catbush Blues Band“ mit ihren Blues-Fähigkeiten und anschließend spielten im 30-Minuten-Takt sechs Sets aus Musikern, die Rainer Bienek zusammenstellte. Neulinge spielten mit Erfahrenen, bewiesen dabei Improvisations- und Einspieltalent. „Untern Strich muss es Spaß machen: Den Musikern und dem Publikum“, sagte Arno Welke. Und Spaß machte der Abend im gemütlichen Biergarten-Flair definitiv.

Mitorganisator Arno Welke (l.) und Andreas Weidner, Betreiber der Schwarzkaue, begrüßen das Publikum der Blues-Session im neuen Kulturgarten auf dem Zechengelände Schlägel und Eisen.
Mitorganisator Arno Welke (l.) und Andreas Weidner, Betreiber der Schwarzkaue, begrüßen das Publikum der Blues-Session im neuen Kulturgarten auf dem Zechengelände Schlägel und Eisen. © Banu Altun © Banu Altun

Etwa dem Musiker Christoph Fischer: „Blues ist ausdrucksstarke Musik, mit der man viel Gefühl übermitteln kann“, sagte er. Der Bochumer war vor Corona oft auf allgemeinen Musik-Sessions. „Ich bin sehr froh, dass sowas wieder stattfinden kann, die Location gefällt mir sehr gut.“

Gäste sind begeistert

Erfreut war auch Besucher Hein-Gerd Stank, als er von der Rückkehr der Blues-Session hörte: „Wurde mal Zeit!“ Er saß mit dem Ehepaar Achim und Bärbel Windisch an einem Tisch, die seine Reaktion teilten. „Wir sind begeistert“, sagte Achim Windisch, der selbst Gitarre spielt. Als Hertener kennen die drei das Gelände der Zeche und fanden sehr viel Gefallen an dem neuen Kulturgarten, der mit der die Fläche umrandenden Hecke und den gepolsterten Stühlen sehr viel Gemütlichkeit bot. „Getränke müssen vorgekühlt sein, das muss noch gelernt werden“, bemängelte Heinz-Gerd Stank mit einem Augenzwinkern. Sonst genossen sie die Darbietungen sehr. Bärbel Windisch: „Wir sind überhaupt Musikfreunde – egal welche Art, wir mögen alle Musik.“

Band-Wettbewerb: Jede Opener-Band einer Blues-Session wird vom Publikum mit Stimmzetteln bewertet (von 1= Prima bis 6= gar nicht mein Fall). Die drei punktbesten Opener-Bands aus insgesamt 12 Veranstaltungen treten in einem gesonderten Finale (geplant November 2021) erneut gegeneinander an. Aus dem Votum einer Fachjury und des Publikums werden dann die Plätze 1 bis 3 für den „Vestischen Blues Award 2020/21“ ermittelt. Viele ausgefallene Sessions aus dem vergangenen Jahr werden dieses Jahr nachgeholt, deshalb bezieht sich der Award auf 2020 und 2021.

Der Abend in Recklinghausen

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