Kanalisation ist für Menschen gefährlich Was, wenn trotzdem jemand ins tiefe Dunkel muss?

Redakteur
Ein Mann, der einen Gullideckel aus einer Vertiefung gezogen hat.
Dirk Iser vom Tiefbauamt der Stadt öffnet für den Adventskalender kein Türchen, sondern den Eingang in die Kanalisation unter der Innenstadt. © Jonas Alder
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An den 24 Tagen vor Weihnachten öffnet unsere Redaktion täglich Türen zu Orten, die für die Öffentlichkeit in der Regel nicht zugänglich sind. Heute hinter der vierten Tür: die Kanalisation unter der Stadt.

Heute öffnet sich kein Türchen, sondern Dirk Iser vom Tiefbauamt der Stadt Herten greift mit dem Deckelheber beherzt in die Löcher des Gullydeckels und zieht feste. Mit einem lauten Geräusch von gusseisernem Metall auf Pflasterstein ist ein Einstieg in die Kanalisation der Hertener Innenstadt frei geworden. Um es vorwegzunehmen: Nach unten in die Kanäle geht an diesem Tag niemand.

Blick in die Kanalisation
Die Kanalisation in der Innenstadt verläuft in einigen Metern Tiefe. Sich dort aufzuhalten kann gesundheitsgefährdend sein. © Jonas Alder

Kamerafahrt nach unten

Weit unten in der Tiefe lässt sich ein kleiner Fluss von Abwasser ausmachen. Das Abwasser fließt von hier aus in die Klärwerke nach Westerholt und Bottrop. Die Kanäle, die sich in beide Richtungen öffnen sehen klein aus, sodass ein Mensch sich dort wohl nur beschwerlich bewegen kann. Die Atmosphäre dort unten ist für den Menschen alles andere als gesundheitsförderlich: Die Bakterien, die sich im Abwasser befinden, produzieren Gase, die tödlich sein können, sagt Dirk Iser. „Vor einem Einstieg messen wir das Gas unten.“ Sonst ist es meist Maschine und nicht Mensch, die in den Kanälen unterwegs ist: „Wir können die Wege mit einer Kamera befahren, die sehen kann, ob Muffen noch intakt sind.“

Und wenn doch jemand unten etwas reparieren muss? „Dann geht es mit einem Sicherheitsgurt nach unten, so wie beim Bergsteigen“, sagt Dirk Iser.