Bruder-Schwester-Drama Angeklagter kann aufatmen

Gerichtsreporter
Im Fall des jungen Gladbeckers konnte die Justiz keine sicheren Feststellungen treffen.
Im Fall des jungen Gladbeckers konnte die Justiz keine sicheren Feststellungen treffen. © Jörn Hartwich
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Die Anklage hatte es in sich: Ein junger Mann aus Gladbeck sollte seiner kleinen Schwester anonyme Todesdrohungen geschrieben und sie massiv sexuell belästigt haben – bis hin zur Vergewaltigung. Verurteilt wurde der 21-Jährige jedoch nicht.

Die 5. Strafkammer des Essener Landgerichts hat das Strafverfahren nach der Vernehmung zahlreicher Zeugen eingestellt. Die zur angeblichen Tatzeit 14-jährige Schwester des Angeklagten hatte im Prozess nicht mehr aussagen wollen. Der Angeklagte selbst hatte die Vorwürfe von Anfang an bestritten. Damit war es für die Richter unmöglich, festzustellen, was wirklich passiert ist.

Vorwürfe immer bestritten

Dem Gladbecker hatte seine Schwester erst 2019 kennengelernt. Er selbst war bei einer Pflegefamilie aufgewachsen. Vor Gericht war ihm vorgeworfen worden, bei gemeinsamen Ausflügen und Übernachtungen immer wieder Grenzen überschritten zu haben. Außerdem soll er der Jugendlichen Todesdrohungen aufs Handy geschickt haben. Darin hatte es unter anderem geheißen: „Ich werde dich vergewaltigen, bis du tot bist.“ Als der Vater des Mädchens davon erfuhr, hatte er Anzeige erstattet.

Im Prozess hatte der 21-Jährige nur zugegeben, dass er seiner Schwester im Schlaf einmal aus Versehen an die Brust gefasst habe. Das tue ihm leid. Dafür habe er sich auch sofort entschuldigt.