Gericht prüft Anklage-Eröffnung

Corona-Betrug: Millionenanklage gegen Teststellen-Betreiber

Die Bochumer Staatsanwaltschaft hat den Betreiber einer Corona-Schnelltestfirma angeklagt, die auch im Kreis RE Teststellen hatte. Der errechnete Betrugsschaden ist gigantisch hoch.
Abrechnungsbetrug im Zusammenhang mit Corona-Schnelltestzentren im Kreis RE und Umgebung beschäftigen wohl demnächst das Bochumer Landgericht. © picture alliance / dpa

Die Teststellen standen im Kreis Recklinghausen und Umgebung – die Verdächtigen sollen das Bundesvermögen um mehr als 25 Millionen Euro geschädigt haben: Auf die 6. Wirtschaftsstrafkammer am Bochumer Landgericht rollt voraussichtlich ab Ende November ein millionenschwerer Prozess zu. Es geht um Abrechnungsbetrug im Zusammenhang mit Corona-Schnelltestzentren.

Die Bochumer Staatsanwaltschaft hat zwei Verantwortliche der Bochumer Firma Medican angeklagt und wirft den Männern darin vor, die Pandemienotlage dazu genutzt zu haben, sich persönlich an öffentlichen Mitteln zu bereichern. Die 48 und 26 Jahre alten Angeklagten sollen mit falschen Abrechnungen gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung in den Monaten März und April 2021 einen Gesamtschaden in Höhe von exakt 25,159 Millionen Euro angerichtet haben. Laut Anklage hauptsächlich durch 978.036 allein auf dem Papier durchgeführte Tests. Schadenssumme hier: 20,8 Millionen Euro. Künstlich aufgeblähte Sachkosten und zu Unrecht als „ärztlicher Leistungserbringer“ abgerechnete Posten sollen weitere 4,3 Millionen Euro Schaden begründen.

Der Hauptverdächtige (48) sitzt in U-Haft. Die Firma Medican soll in der Region mindestens 76 Teststellen und zehn Testbusse betrieben haben. Medican-Teststellen im Kreis Recklinghausen lagen unter anderem in Dorsten und Recklinghausen.