Kunstprojekt „The Walk“

Ein Flüchtlingskind von dreieinhalb Metern

Es ist ein grenzüberschreitendes Kunstprojekt. Am 3. Oktober begrüßen die Ruhrfestspiele das Flüchtlingsmädchen Amal auf der Halde Hoheward. Es ist ein kleines Mädchen, aber dreieinhalb Meter groß. Und es hat eine wichtige Botschaft!
Little Amal. © Joag van Rooyen

Recklinghausen begrüßt das syrische Flüchtlingsmädchen Little Amal auf der Halde Hoheward – und lädt ein, dabei zu sein. Amal ist aber nicht einfach ein Flüchtlingsmädchen. Es ist eine dreieinhalb Meter große Puppe der renommierten Handspring Puppet Company, die im Rahmen des grenzübergreifenden Kunstprojekts „The Walk“ am 3. Oktober mit den Ruhrfestspielen als Gastgeber „auftritt“.

Ein Kind auf der Suche nach seiner Mutter

Amal ist ein kleines Mädchen. Ein Kind auf der Flucht, auf der Suche nach seiner Mutter. Ihre Route ist die von Tausenden. Sie startete im Juli dieses Jahres an der syrisch-türkischen Grenze und bahnt sich seitdem ihren Weg durch die Türkei nach Europa. Amal ist eine Puppe, „The Walk“ ein internationales, grenzübergreifendes Kunstprojekt, initiiert von den Londoner Good Chance Productions.

Rund 8000 Kilometer durch acht Länder

Rund 8.000 Kilometer durch acht Länder wird Little Amal zurücklegen, um auf die Flüchtlingskrise aufmerksam zu machen. Im Fokus die Kinder, die weltweit auf der Flucht sind, oftmals getrennt von ihren Familien. Das Projekt ist in seiner Kontinente-übergreifenden Verbindung von künstlerischem und sozialpolitischem Engagement eine außergewöhnliche Aktion. Eine Reaktion der Künste auf die Umstände und Ursachen von Flucht, die noch immer genauso aktuell sind wie vor der Pandemie. Das Projekt überwindet die Grenzen von Politik, Sprache und Kultur.

Ein Aufruf zur Mitmenschlichkeit

„The Walk“ ist ein Aufruf zur Mitmenschlichkeit: Es vereint in den beteiligten Ländern zahlreiche Künstler und Kulturinstitutionen, die mit Kommunen und lokalen Initiativen zusammenarbeiten. Eine Reise, auf der gemeinschaftliche Erlebnisse entstehen, die sowohl einen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft wagen lassen, als auch Momenten der Erschöpfung ihren Raum geben.

Mitmachaktionen an der Sonnenuhr

Seit dem Sommer bereiten zahlreiche Schulen und Vereine aus Recklinghausen ihre Begrüßung für Amal vor. Ab 14 Uhr laden sie Besucher an verschiedenen thematischen Stationen zu Mitmachaktionen an der Sonnenuhr auf der Halde Hoheward ein. Hier bietet sich für alle Kinder zudem noch die Gelegenheit, einen eigenen Beitrag für die Begrüßungszeremonie für Amal beizusteuern. Die Begrüßung Amals wird von 15 bis 16 Uhr an der Himmelsleiter stattfinden.

Ein Sternenbild aus bemalten Steinen

Als Zeichen der Hoffnung und zur Orientierung für Amal wird aus bemalten Steinen ein Sternenbild entstehen, das auch nach dem 3. Oktober weiterhin auf der Halde zu sehen sein wird. Die von mehreren Hundert Kindern bunt bemalten Steine werden im Anschluss von Auszubildenden des Herwig-Blankertz-Berufskollegs und des KSR (Kommunale Servicebetriebe Recklinghausen) in einem Bodenmosaik verlegt. Schülerinnen und Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums schreiben Amal bereits jetzt Briefe, die sie ihr am 3. Oktober übergeben werden und die Amal in Brüssel dem Europäischen Parlament überreichen wird. Die Kinderrechtgruppe der Grundschule Im Reitwinkel wird gemeinsam mit dem Caritasverband für die Stadt Recklinghausen e.V. demonstrieren, dass Kinderrechte keine Seifenblasen sind. Amnesty International ist mit einem Aktionsbus vertreten, der Deutsche Kinderschutzbund ist ebenso dabei, zudem viele lokale Schulen, die weitere Aktionen zur Begrüßung Amals vorbereiten. Nicht zuletzt haben sich viele Schüler im Unterricht oder in der Ganztagsbetreuung mit möglichen Ursachen für Amals Flucht auseinandergesetzt.

Beteiligt sind u.a. die Kinderrechtegruppe der Grundschule Im Reitwinkel in Kooperation mit dem Caritasverband für die Stadt Recklinghausen e.V., Amnesty International, die UNICEF Arbeitsgruppe RE, die Käthe-Kollwitz-Schule RE, das Theodor-Heuss-Gymnasium RE, das Comenius Gymnasium Datteln, das

Herwig-Blankertz Berufskolleg, der Deutsche Kinderschutzbund, die Otto-Burrmeister-Realschule, das Jugendzentrum Südpol, die Kulturmäuse und der Sozialdienst Katholischer Frauen.

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