Ruhrfestspiele

Einzigartiges Brecht’sches Punk-Cabaret

Die Tiger Lillies haben das Abschlusskonzert der Ruhrfestspiele 2021 bestritten. Im Stream. Es war gut, richtig gut, wenn auch etwas braver als in den vergangenen Jahrzehnten.
Die Tiger Lillies (Archiv). © Daniela Matejschek

Eines ist vom ersten Ton an klar beim gestreamten Abschlusskonzert der Ruhrfestspiele 2021: Die Tiger Lillies sind die Tiger Lillies. Einzigartig. Man kann sie nicht verwechseln. Man muss aber auch zugeben: Die Tiger Lillies sind älter geworden. Braver. Ruhiger.

Humor, Punk-Attitüde und Kunstmusik

Das 1989 gegründete britische Trio um Martyn Jacques – Markenzeichen: Clowns-Schminke und Falsettgesang, – mit dem tragisch-komödiantischen 30er-Jahre-Style samt schwarzem Humor, Punk-Attitüde und Kunstmusik in der Tradition von Brecht und Weill sowie Zirkusklängen, Vaudeville und Kabarett der Weimarer Republik fasziniert immer noch.

Der Blues ist nicht mehr so schräg wie in den frühen Jahren

Der Blues zum Beispiel ist gut, wenn auch nicht mehr so schräg wie in den frühen Jahren. Richtig gelungen wird es erst, als sich Jacques – meist an Akkordeon, Ukulele oder Banjo aktiv – ans Piano setzt. Und von da wird es immer besser. Da laufen die Musiker wieder zur Hochform auf. Da wird das Brecht’sche Punk Cabaret serviert, für das die Combo seit über 30 Jahren in Pubs und Spelunken, Konzerthallen und Theatersälen gefeiert wird. „Shockheaded Peter“ ist unerreichbar. Aber auch dieser Abend war ein echter Genuss.

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