Fördermittel

Geldsegen für die heimische Region

Nachhaltiger Strukturwandel: 100 Millionen Euro stellt die Europäische Union für Städte im Kreis Recklinghausen und Bottrop in Aussicht
Dynamisch nach vorne: (v.l.) Bernd Tischler (Oberbürgermeister Bottrop), Landrat Bodo Klimpel, Staatssekretär Christoph Dammermann, Bettina Weist (Bürgermeisterin Gladbeck), Dr. Manfred Gehrke, (Wirtschaftsförderer der Stadt Marl) und Tobias Stockhoff (Bürgermeister Dorsten). © Stadt Bottrop

Das Land Nordrhein-Westfalen hat das nördlich Ruhrgebiet und insbesondere die Städte Marl, Dorsten und Gladbeck im Kreis Recklinghausen sowie Bottrop nicht vergessen. Christoph Dammermann, Staatssekretär im NRW-Wirtschaftsministerium, brachte am Donnerstag die gute Nachricht in die Region: 100 Millionen Euro Fördergelder winken aus dem „Just Transition Fund“ (JTF) der Europäischen Union.

Übersetzt bedeutet der Name soviel wie „Fonds für einen gerechten Übergang“. Gemeint ist damit, dass es Unterstützung für Regionen gibt, die vom Übergang zur Klimaneutralität am stärksten betroffen sind und sein werden – also dort, wo zahlreiche Arbeitsplätze direkt oder indirekt an fossilen Energieträgern hingen. Damit wird der Strukturwandel in der Nach-Bergbauzeit mit erheblicher finanzieller Unterstützung durch die EU endlich auch im Kreis Recklinghausen vorangetrieben.

Fonds hat ein Volumen von vielen Milliarden Euro

Seit einigen Monaten macht der für ganz Europa viele Milliarden schwere Fonds in Brüssel die Runde, hat er doch die Klimaneutralität der EU zum Ziel.

Von einer „echten Nummer“ spricht Landrat Bodo Klimpel. Der Kreis wird die auserwählten Städte begleiten: „Wir werden gemeinsam konstruktiv mit an die Sache herangehen und sofort mit der Arbeit beginnen. Und zweifelsohne werden wir innovative Projekte präsentieren.“ Neben der Entwicklung von Flächen zu attraktiven Orten kann und soll das auch zu Qualifikationen im beruflichen Bereich führen.

Dorsten hat noch Flächenpotenziale

In Gladbeck, wo die letzte Zeche bereits 1971 geschlossen wurde, kann sich Bürgermeisterin Bettina Weist beispielsweise vorstellen, die alten Steinhalden an der neuen A52 zurückzubauen oder auch das ehemalige RBH-Gelände weiterzuentwickeln.

„Auch in Dorsten gibt es aus der Bergbaugeschichte noch Flächenpotenziale, die es für neue Arbeitsplätze zu entwickeln gilt. Und leider gibt es immer noch Menschen, die direkt oder indirekt vom Bergbau gelebt haben und die nach dem Ende der Kohleförderung keine neue Beschäftigung gefunden haben“, freut sich auch Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff über die möglichen Fördergelder.

„Wirtschaft endet nicht an Stadtgrenzen“

Marls Wirtschaftsförderer Dr. Manfred Gehrke ergänzt: „Wir wollen die in Aussicht gestellten Mittel in besonders strukturwirksame Projekte einbringen, um Marl den Ausstieg aus der Gewinnung und Nutzung von fossilen Energieträgern zu ermöglichen. An unserem Standort ergeben sich hierfür hervorragende Ansätze.“

Wichtig war dabei allen, dass die in Aussicht gestellten 100 Millionen in einer gemeinsamen Arbeit münden müssen. „Wirtschaft endet bei uns nicht an Stadtgrenzen. Darum bin ich überzeugt, dass diese Förderung eine gute Chance ist, unsere gesamte Region voranzubringen“, erklärt Bodo Klimpel.

EU muss Projekte noch genehmigen

Damit die Gelder auch fließen, müssen die Förderungsanforderungen noch einmal genau unter die Lupe genommen, die Ideen planerisch begründet, um dann von der EU genehmigt zu werden. Angesichts der Vorstellungen der Stadtoberhäupter neben der Flächenentwicklung vor allem ein Augenmerk auf die Qualifikation von Fachkräften durch berufliche sowie akademische Ausbildung zu legen, dürfte das Okay aus Brüssel nur eine Frage der Zeit sein. Und am Ende soll natürlich jeder Euro der Europäischen Union auch private Investitionen nach sich ziehen.

Der Abend in Recklinghausen

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.