Belastungsprobe

Hält die Brücke oder muss die Autobahn 43 länger gesperrt werden?

Welche Fahrzeuge können künftig noch die beschädigte und derzeit für Lkw ab 3,5 Tonnen gesperrte A43-Brücke über den Rhein-Herne-Kanal befahren?
Die Brücke an der Autobahn 43 über dem Rhein-Herne-Kanal, an der Schäden festgestellt wurden. © dpa

Um diese Frage geht es am kommenden Samstag. Denn für die Autobahn steht am 15. Mai die bereits länger geplante Belastungsprobe auf dem Programm.

Zudem finden sogenannte Eigenspannungsmessungen statt, bei denen die Spannkraft des verbauten Stahls ermittelt wird. Für die Arbeiten muss die A43 zwischen den Autobahnkreuzen Herne und Recklinghausen an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden in beiden Fahrtrichtungen komplett gesperrt werden.

In der Zeit von Freitag (14. Mai) 22 Uhr bis Montag (17. Mai) 5 Uhr sowie von Freitag (21. Mai) 20 Uhr bis Dienstag (25. Mai) 5 Uhr wird der Verkehr aus nördlicher Richtung kommend über die A2 und aus südlicher Richtung kommend über die A42 umgeleitet. Die Anschlussstelle Recklinghausen-Hochlarmark ist in diesen Zeiträumen ebenfalls gesperrt. Autofahrer müssen sich also auf längere Umwege einstellen.

Sensoren für den Test angebracht

Für die Belastungsprobe wurden in den vergangenen Wochen 80 Sensoren an dem Stahlbauwerk angebracht. Sie können Unterschiede in der Temperatur und der Spannung des Materials zwischen verschiedenen Belastungsszenarien sowie kleinste Abweichungen zu den zulässigen Grenzwerten aufzeichnen.

Nach der „Nullmessung“ auf der geräumten Brücke werden ab Samstagmorgen vier Lkw mit einem jeweiligen Gesamtgewicht von 32 Tonnen auf der Brücke abgestellt.

Jede Messung dauert rund eine Stunde

In zwölf verschiedenen Positionen – sechs pro Richtungsfahrbahn – werden die Fahrzeuge mit geringen Abständen hintereinander aufgereiht, um bei der punktuellen Be- und der darauffolgenden Entlastung Messwerte zu nehmen.

Außerdem werden an über 40 Stellen Eigenspannungsmessungen durchgeführt. „Dazu werden wir auch noch das darauffolgende Wochenende benötigen“, sagt Projektkoordinatorin Judith Beier-Tertel. „Jede Messung dauert mit Vorbereitungen mindestens eine Stunde.“ Zusätzlich werden noch die Kräfte gemessen, die in die Lager der Brücke eingeleitet werden, und es wird die Qualität des Stahls geprüft.

Ergebnisse zeigen, wie es mit der Brücke weitergeht

In Kombination mit den bei der Belastungsprobe gemessenen Spannungen, Verformungen und der Temperatur wird so ein Berechnungsmodell geschaffen, das den derzeitigen Zustand der Brücke möglichst genau abbildet. Das wird dann als Grundlage zur Beurteilung der weiterhin zulässigen Verkehrslast herangezogen. Mit anderen Worten: Dannn ist zu sehen, ob die A43 komplett und nicht nur für Lkw gesperrt werden muss.

Wegen der Komplexität der Auswertung und der statischen Betrachtung der Belastungsprobe ist mit Ergebnissen voraussichtlich erst Ende Juni zu rechnen. Dann wird auch klar sein, welche Fahrzeuge auf der bestehenden A43-Brücke über den Rhein-Herne-Kanal in den kommenden Jahren bis zur Fertigstellung des Ersatzneubaus fahren können. Im Sommer soll daher eine Wiege- und Schrankenanlage installiert werden, um die zu schweren Fahrzeuge zu stoppen.

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