Tausende Impfdosen liegen parat

Impfung für alle ohne Termin im Impfzentrum

Was vor Wochen kaum vorstellbar war, ist nun möglich: Im Impfzentrum des Kreises auf dem Konrad-Adenauer-Platz in Recklinghausen kann man sich ab sofort auch ohne vorherige Terminbuchung gegen das Corona-Virus impfen lassen.
Jede Menge Impfdosen liegen in Recklinghausen bereit, so dass mittlerweile ohne Termin geimpft wird. © Jörg Gutzeit

Das Angebot gilt für alle Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren. Wer möchte, kann also ab sofort jeden Tag zwischen 8 und 18.30 Uhr vorbeischauen und sich impfen lassen. Dabei werden die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna verimpft.

Lena Heimers vom Kreis Recklinghausen verspricht, dass genügend Dosen vorhanden sein werden. Allein aus der vergangenen Woche seien mehrere Tausend Dosen übrig geblieben.

Viele Termine in den vergangenen Wochen offen geblieben

„Es sind schlichtweg sehr viele Termine offen geblieben. Diesen Impfstoff können wir nun allen Menschen anbieten, die Interesse haben“, sagt die Pressesprecherin auf Nachfrage der Redaktion. Beim Blick auf die Terminlage für die kommende Woche zeichnet sich ein ähnliches Bild ab wie zuletzt auch.

Noch nicht einmal 6000 Termine sind gebucht worden. Die Kapazität des Recklinghäuser Impfzentrum liegt jedoch wöchentlich bei rund 20.000. Für das Maximum an möglichen Terminen, so Heimers weiter, sei aktuell die entsprechende Zahl an Impfdosen vorrätig. Und da es in Nordrhein-Westfalen die freie Ortswahl gibt, werden mittlerweile auch Nicht-Kreis-Bürgerinnen und -Bürger in Recklinghausen geimpft. Egal also, ob aus Dülmen, Borken, Köln oder Gütersloh – niemand wird unverrichteter Dinge wieder fahren müssen. Übrigens verfährt das Impfzentrum Gelsenkirchen genauso.

Wissenschaft erwartet die vierte Welle

„Auch wenn die Infektionszahlen aktuell niedrig sind, ist sich die Wissenschaft sicher, dass eine vierte Welle auf uns zukommen wird. Damit diese uns weniger hart trifft als die letzten und auch die Situation in den Krankenhäusern beherrschbar bleibt, ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen gegen das Virus geimpft sind“, macht Patrick Hundt, Leiter des Impfzentrums des Kreises Recklinghausen deutlich. Deshalb habe man sich entschieden, die Impfung weiteren Personenkreisen zugänglich zu machen. Das Ganze soll auch unbürokratisch umgesetzt werden. Wer mit den entsprechenden Unterlagen beim Zentrum vorbeischaut, dürfte somit bereits kurze Zeit später seine Impfung erhalten.

Angesprochen sind auch Schülerinnen und Schüler

Patrick Hundt liegen dabei vor allem die Schülerinnen und Schüler im Alter ab 16 Jahren am Herzen. Wer sich jetzt kurzfristig zur Impfung entschließt, könnte noch vor dem Ende der Sommerferien immunisiert sein.

„Warum aktuell so viel Impfdosen übrig bleiben, kann natürlich niemand genau sagen“, erklärt Lena Heimers. Für die Kreisverwaltung spielen nicht unbedingt nur die aktuellen Sommerferien mit vielen Urlaubsreisen eine Rolle. Auch die gute Impfquote in Nordrhein-Westfalen von rund 60 Prozent (zumindest mit einer Impfung) könnte eine weitere Erklärung sein. Angesichts der niedrigen Inzidenzwerte scheinen darüber hinaus viele Menschen zu denken, so Heimers weiter, die Pandemie sei bereits überstanden.

Doch genauso wie Patrick Hundt warnt der Kreis vor zu viel Leichtsinn und bricht erneut eine Lanze für die Impfung. „Diese sind angesichts einer möglichen vierten Welle das Mittel der Wahl“, sagt Lena Heimers.

Viele Interessierte für Impfung ohne Termin in Recklinghausen

Die Aktion scheint bei der Bevölkerung gut anzukommen. Erste Anrufe erreichten den Kreis mit der Frage, ob die Information der Impfung ohne Termin wirklich stimme. Auch in den sozialen Netzwerken tauschen sich User bereits mit großem Interesse aus.

Wer sich zum Besuch des Impfzentrums entscheidet, sollte seinen gültigen Personalausweis und die elektronische Gesundheitskarte mit dabei haben. Das gilt auch für den Impfausweis, sofern dieser vorhanden ist. Und nicht vergessen: Trotz der niedrigen Inzidenzwerte muss im Impfzentrum eine medizinische Maske getragen werden.