Neues Halbjahresprogramm

Kirchliches Filmfestival vergibt Ehrenpreis: Erst Wim Wenders – und jetzt?

Der ökumenische Arbeitskreis „Kirche und Kino“ feiert sein 20-jähriges Bestehen - und lädt neben seinem normalen Programm zu einer Sonderveranstaltung des Kirchlichen Filmfestivals ein.
Der Arbeitskreis „Kirche und Kino“ feiert sein „20-Jähriges“ mit: Harald Wagner, Joachim van Eickels, Marc Gutzeit, Kai-Uwe Theveßen und Julia Borries (v.l.).
Der Arbeitskreis "Kirche und Kino" feiert sein „20-Jähriges“ mit: Harald Wagner, Joachim van Eickels, Marc Gutzeit, Kai-Uwe Theveßen und Julia Borries (v.l.). © Jörg Eilts

Das wird wieder ein besonderes Halbjahr für Freunde des guten Films. Denn der ökumenische Arbeitskreis „Kirche und Kino“ zeigt nicht nur monatlich einen eindrucksvollen Film im Cineworld Recklinghausen, sondern begeht sein 20-jähriges Jubiläum und präsentiert am 23. und 24. September eine Sonderveranstaltung des Kirchlichen Filmfestivals. „Wir erwarten einen prominenten Gast, den wir für sein filmisches Schaffen mit unserem Ehrenpreis auszeichnen werden“, informiert Julia Borries von der evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Recklinghausen.

Nachdem die Verantwortlichen 2019 beim Kirchlichen Filmfestival Wim Wenders erstmals den Ehrenpreis überreichen konnten, feiern sie am 24. September zum zweiten Mal einen bemerkenswerten Regisseur. Allerdings gibt das Organisationsteam noch keinen Namen bekannt. „Das werden wir in knapp zwei Wochen verraten“, macht es Marc Gutzeit, Geschäftsführer des katholischen Kreisdekanatsbüros, spannend.

Verraten hat der Arbeitskreis „Kirche und Kino“ aber sein Programm für das zweite Halbjahr. „Es geht um Lebensthemen ebenso wie um politische Themen und Konflikte. Sie verbindet bei aller Unterschiedlichkeit, dass sie trotz starker und nicht leichter Inhalte ein versöhnliches Ende haben und die Zuschauenden mit einer Hoffnung und Optimismus aus dem Kino gehen“, berichtet Borries.

Mit dem fiktiven Roadmovie „Everything will change“ startet die Reihe „Kirche und Kino“ am 24. August in das zweite Halbjahr. © FlareFilm2021

Mit dem fiktiven Roadmovie „Everything will change“ startet die Reihe am 24. August. Der deutsch-niederländische Film spielt im Jahr 2054 und erzählt die Geschichte von drei Antihelden, die auf unglaubliche Weise versuchen, den Planeten Erde zu retten. „Dieser Film von Marten Persiel ist nicht nur ein eindringliches Kinoerlebnis, sondern fungiert auch als Weckruf, um Veränderungen und Diskussionen in Gang zu setzen“, erläutert Medien- und Religionspädagoge Michael M. Kleinschmidt.

Weiter geht es am 19. Oktober mit dem in schwarz-weiß gedrehten englischen Drama „Belfast“. Der mehrfach ausgezeichnete Film handelt von Buddy, der behütet mit seiner protestantischen Familie in einem Arbeiterviertel aufwächst, das mehrheitlich katholisch geprägt ist. Mit neun Jahren erlebt der Junge, wie Protestanten gewaltbereit durch sein Viertel ziehen und er gegen seinen Willen immer tiefer in den Konflikt hineingezogen wird. „Dieses großartige, von positiver Stimmung getragene Drama, ist ganz aus der Sicht des Jungen erzählt. Der Film will eine Hymne auf Belfast, auf die Familie und die Kraft der Fantasie sein“, sagt der evangelische Pfarrer Harald Wagner.

Vor „Belfast“ gibt es einen Umtrunk

Der Oktober ist für den Arbeitskreis von besonderer Bedeutung: Am 9. Oktober vor 20 Jahren präsentierte er seinen ersten Film. „Inzwischen haben wir etwa 180 außergewöhnliche Filme gezeigt. Da sind noch nicht einmal die Filme eingerechnet, die wir beim Kirchlichen Filmfestival präsentieren, das sich 2010 aus unserer Reihe entwickelt hat“, erklärt Gutzeit. In Zusammenarbeit mit den Kirchen, dem Cineworld und dem Institut für Kino- und Filmkultur sei etwas Beachtliches gelungen: Menschen, ganz gleich welcher weltanschaulichen Verortung, mit einer Vorliebe für anspruchsvolle Filme würden sich im Kino begegnen und sich im Anschluss über das Gesehene austauschen. Deshalb laden die Veranstaltenden vor dem Oktoberfilm „Belfast“ zu einem Umtrunk ein.

Auf realen Ereignissen basiert der Film am 9. November. „Maixabel“ spielt in Spanien und erzählt von Maixabel Lasa. Als sie erfährt, dass ihr Ehemann, ein Lokalpolitiker, bei einem Attentat der baskischen Terrororganisation ETA ums Leben kommt, zerbricht ihre Welt. Elf Jahre nach der Tat meldet sich einer der Täter bei ihr und bittet um ein Gespräch. „Die Stärke des Films liegt darin, dass er die Auswirkungen der Gewalttat auf viele Menschen aus verschiedenen Perspektiven zeigt. Das Publikum ist in der Lage, es nachzuvollziehen“, sagt Pastoralreferent Joachim van Eickels.

Das Jahr geht mit feinem Humor zu Ende

Mit einer modernen Variante der klassischen romantischen Komödie beendet der mehrfach ausgezeichnete und für den Oscar nominierte Film „Der schlimmste Mensch der Welt“ am 7. Dezember das diesjährige Programm. Die fast 30-jährige Julie ist ein unentschlossener Mensch. Während ihr mehr als zehn Jahre älterer Freund Aksel als Comiczeichner erfolgreich ist, hat sie mehrere Studiengänge abgebrochen. Auf einer Hochzeit lernt sie dann den charmanten Elvind kennen. Ist das der Mann fürs Leben? „Der Film ist durchzogen von feinem Humor, grandiosem Herzschmerz und einem unverwechselbaren Gespür für knifflige Beziehungsdynamik“, schwärmt Borries.

Tickets und mehr Infos

Die Filme starten im Cineworld Recklinghausen jeweils um 19.45 Uhr mit einer Einführung durch den Medien- und Religionspädagogen Michael M. Kleinschmidt vom Institut für Kino und Filmkultur. Zum Abschluss sind die Anwesenden zur Diskussion eingeladen. Mehr Info: www.kirchliches-filmfestival.de/kircheundkino. Tickets können erworben werden unter www.cineworld-recklinghausen.de.

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