Pandemie-Newsblog

Kreis Recklinghausen: 69,8 – Inzidenzwert sinkt deutlich

Die Zahlen zu den Corona-Infektionen im Kreis Recklinghausen aktualisieren wir im Newsblog regelmäßig. Am Sonntag, 19. September, ist der Inzidenzwert hier deutlich gesunken - von 76,1 auf jetzt 69,8.
Das Impfzentrum des Kreises RE am Konrad-Adenauer-Platz in Recklinghausen. © Meike Holz

Update 19. September, 8.45 Uhr

Bei den Corona-Infektionen ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Recklinghausen am Sonntag, 19. September, deutlich gesunken und unter die Marke von 70 gefallen. Der vom Robert-Koch-Institut erhobene Inzidenzwert liegt jetzt bei 69,8 (Vortag: 76,1).

Allerdings hat der Inzidenzwert als alleiniger Maßstab für Maßnahmen in der Corona-Pandemie ausgedient. Bei der Bewertung der Corona-Lage werden in Nordrhein-Westfalen jetzt beispielsweise auch die Zahl der Corona-Patienten im Krankenhaus und die Auslastung der Intensivbetten berücksichtigt. Das sieht die am Freitag, 10. September, veröffentlichte Neufassung der Coronaschutzverordnung des Landes NRW vor, deren Regeln seit Samstag, 11. September, gelten.

Der bisher als Grenzwert für bestimmte Maßnahmen festgeschriebene Wert von 35 bei der Sieben-Tage-Inzidenz wird gestrichen, wie das Arbeitsministerium mitteilte. NRW setzt damit vom Bundesrat beschlossene Änderungen im Infektionsschutzgesetz um.

Konkret ändern wird sich vorerst aber nichts. Die 3G-Regelung (Geimpft, getestet oder genesen) für den Zugang zu bestimmten Veranstaltungen und Einrichtungen bleibe aufgrund des Infektionsgeschehens bis auf weiteres bestehen, betonte das Ministerium (die Regeln im Detail: siehe unten). Konkrete Grenzwerte für die neuen Indikatoren legt die Schutzverordnung nicht fest.

Neben den Krankenhausdaten und der Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) fließen auch die Anzahl der gegen Covid-19 geimpften Personen, die Zahl der Todesfälle, die Altersstruktur der Infizierten sowie die Entwicklung des R-Wertes in die Beurteilung ein. Der R-Wert gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter rechnerisch ansteckt.

Die bekannte Sieben-Tage-Inzidenz soll aber ein wichtiger Indikator bleiben. Denn: Steigt dieser Wert, bedeutet das, dass sich die Infektion schneller und breiter in der Bevölkerung ausbreitet.

In den meisten Gebieten des Regierungsbezirks sinkt die Inzidenz

Im Regierungsbezirk Münster sind die Inzidenzwerte in den meisten Gebieten gesunken – gestiegen ist nur der Wert in Münster und Coesfeld, aber auf niedrigem Niveau. Den höchsten Wert weist am Sonntag, 19. September, Gelsenkirchen auf: 85,3 ; den niedrigsten der Kreis Coesfeld mit 36,7. Fast scheint es so, als wenn im Regierungsbezirk keine echte vierte Welle käme. Nachfolgend die Übersicht über die Inzidenzwerte aller Städte und Kreise im Regierungsbezirk, wie sie im Dashboard des Robert-Koch-Instituts aufgeführt werden (Stand: 19. September, 3.14 Uhr; Vortageswert in Klammern):

– Stadt Gelsenkirchen 85,3 (89,2)

– Kreis Recklinghausen 69,8 (76,1)

– Kreis Steinfurt 64,0 (73,9)

– Kreis Warendorf 60,6 (60,9)

– Stadt Bottrop 50,3 (59,6)

– Stadt Münster 49,3 (45,5)

– Kreis Borken 38,2 (41,7)

– Kreis Coesfeld 36,7 (35,8)

Keine aktuellen Zahlen vom Kreis Recklinghausen

Der Kreis Recklinghausen aktualisiert seine Zahlen zurzeit am Wochenende nicht. Deshalb hier die Zahlen vom Freitag:

Der vom Kreis Recklinghausen selbst erhobene Inzidenzwert ist am Freitag leicht gesunken und liegt nun bei 81,0 (Vortag: 81,8), stagniert also auch hier nahezu. Damit unterscheidet er sich stärker als sonst vom RKI-Wert. Mit Haltern, Dorsten, Datteln und Waltrop liegen weiter vier Städte unter der 50er-Marke. Negativ-Spitzenreiter ist jetzt Gladbeck mit 128,4.

So sieht die Situation in den zehn kreisangehörigen Städten konkret aus (Stand: 17. September, 7.45 Uhr; Vortageswerte in Klammern):

– Gladbeck: 128,4 (112,6)

– Recklinghausen: 114,7 (114,7)

– Marl: 111,5 (117,4)

– Herten: 97,0 (87,3)

– Oer-Erkenschwick: 69,8 (50,7)

– Castrop-Rauxel: 65,6 (86,2)

– Datteln: 49,0 (40,3)

– Waltrop: 27,1 (40,7)

– Dorsten: 25,5 (36,2)

– Haltern: 13,2 (13,2)

Gesamt: 81,0 (81,8)

Der Kreis Recklinghausen hat am Freitag 113 Corona-Neuinfektionen gemeldet (Vortag: 97). Insgesamt gelten hier jetzt 1036 Menschen als infiziert (Vortag: 1030). Die Zahl der Verstorbenen im Zusammenhang mit Corona liegt weiterhin bei 990.

23 Covid-19-Patienten befinden sich – Stand 17. September – in den Kliniken im Kreisgebiet in stationärer Behandlung. Sieben von ihnen werden derzeit auf der Intensivstation behandelt.

Laut Divi-Intensivregister sind – Stand 19. September – im Kreis Recklinghausen aktuell 37 von 197 Intensivbetten nicht belegt. Der Anteil der Covid-19-Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten liegt hier bei 2,03 Prozent.

Geimpft wurden im Kreis bisher – bis zum 15. September – 407.975 Personen. Davon haben 24.315 nur die Erstimpfung und 383.680 auch schon die Zweitimpfung erhalten. Eine weitere Booster-Impfung haben 2830 Menschen bekommen. Vom 27. Dezember 2020 bis zum 15. September 2021 wurden in den zehn Städten insgesamt 770.037 Impfdosen verabreicht. Die Zahlen auf Kreisebene sind aber nicht mehr vollständig, da die Impfungen der Betriebs- und Privatärzte fehlen. Diese geben ihre Zahlen direkt ans RKI und nicht an die Kassenärztliche Vereinigung und damit nicht an den Kreis weiter. Vollständig geimpft sind in ganz NRW 65,8 Prozent, unvollständig weitere 5,7 Prozent der Menschen.

Detaillierte Zahlen aus dem Kreis Recklinghausen:

Nachfolgend die detaillierten Corona-Zahlen aus den zehn Städten des Kreises Recklinghausen vom 17. September (Fälle insgesamt, Genesene, Verstorbene, aktuell bestätigte Fälle):

Castrop-Rauxel: 4233; 4040; 89; 104

Datteln: 1964; 1838; 86; 40

Dorsten: 3198; 3057; 75; 66

Gladbeck: 5554; 5286; 151; 175

Haltern am See: 1087; 1059; 13; 15

Herten: 3953; 3707; 122; 123

Marl: 4955; 4645; 124; 186

Oer-Erkenschwick: 1880; 1765; 69; 46

Recklinghausen: 6943; 6461; 226; 256

Waltrop: 1385; 1325; 35; 25

Gesamt: 35.152; 33.126; 990; 1036

Freie Terminkapazitäten in den Impfzentren

Auch im Kreis Recklinghausen dominiert nach Angaben des Gesundheitsamtes die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus das Geschehen. Experten des Robert-Koch-Instituts gehen davon aus, dass bereits bis zu 75 Prozent aller Neuinfektionen auf die erstmals in Indien aufgetauchte Mutation zurückzuführen sind. Eine vollständige Impfung gilt als bester Schutz vor Delta – vor allem auch gegen schwere Verläufe der Erkrankung. Die Impfzentren in der Region verfügen im Moment über freie Terminkapazitäten und jede Menge Impfstoff, in Recklinghausen geht es sogar seit Freitag, 9. Juli, ganz flexibel ohne Termin. Verimpft werden die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna – und zwar immer von mittwochs bis sonntags. Doch schon bald schließen die Zentren, so dass die Zweitimpfung dort nicht mehr stattfinden kann, sollte in den nächsten Tagen eine erste Impfung stattfinden. Die zweite Dosis soll dann beim Hausarzt erfolgen.

Es können Kinder ab 12 Jahren geimpft werden

Schon länger sind Impfungen von Personen ab 12 Jahren Mittwoch bis Sonntag zwischen 8 und 18.30 Uhr im Impfzentrum sowie bei allen mobilen Impfaktionen des Kreises möglich, bei denen der Impfstoff von Biontech verimpft wird. Denn: Der neue Impferlass des Landes NRW erlaubt nun die Impfung von Kindern und Jugendlichen auch durch Ärzte, die nicht auf Kinder- und Jugendmedizin spezialisiert sind.

Eine weitere Anpassung hat das Land per Erlass im Bereich des Einverständnisses der Eltern vorgenommen. Mussten bislang alle Sorgeberechtigten ihre Zustimmung erklären und mindestens einer bei der Aufklärung anwesend sein, muss nun nur noch eine sorgeberechtigte Person ihr Einverständnis geben.

Die Impfung der Kinder und Jugendlichen ist – wie die Impfung aller – ohne vorherige Terminvereinbarung möglich. Mitgebracht werden sollten der Personalausweis und falls vorhanden Impfpass und Gesundheitskarte.

Auch Schwangere und Stillende können geimpft werden

Nachdem sich die Ständige Impfkommission (STIKO) bereits für die Corona-Impfung für Schwangere und Stillende ausgesprochen hatte, folgte am Mittwoch, 15. September, der Erlass des Landes: Impfungen von Schwangeren ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel und von stillenden Frauen sind ab sofort im Impfzentrum und bei mobilen Impfungen des Kreises Recklinghausen möglich. Dies gilt sowohl für Frauen, die noch nicht geimpft sind, als auch für diejenigen, die über einen unvollständigen Impfschutz verfügen. Verimpft wird in beiden Fällen ein mRNA-Impfstoff. Zugelassene mRNA-Impfstoffe sind aktuell die Vakzine von BioNTech und Moderna.

Wer sich impfen lassen möchte, kann mittwochs bis sonntags zwischen 8 und 18.30 Uhr mit oder auch spontan ohne Termin das Impfzentrum auf dem Konrad-Adenauer-Platz in Recklinghausen besuchen.

Bundesweit und in NRW sinkt die Inzidenz

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am sechsten Tag in Folge gesunken. Das Robert Koch-Institut gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 70,5 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 72,0 gelegen, vor einer Woche bei 80,2. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 7337 Corona-Neuinfektionen. Am 13. September hatte der Wert bei 5511 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 38 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 8 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.142.116 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 1,89 an (Mittwoch: 1,87). In NRW liegt der Wert bei 1,67. Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich.

Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.888.900 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.958.

In Nordrhein-Westfalen ist die Sieben-Tage-Inzidenz weiter gesunken, sie liegt laut RKI am Sonntag bei 73,6 (Vortag: 77,7). Das bevölkerungsreichste Bundesland hatte in Deutschland lange die negative Spitzenposition inne, mittlerweile liegen die Werte aber in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen und Hessen höher.

Die neue Verordnung in der Übersicht:

Die Kernaussage der neuen Corona-Schutzverordnung vom 11. September ist, dass vollständig geimpften und von Covid-19 genesenen sowie negativ getesteten Menschen grundsätzlich wieder alle Einrichtungen und Angebote offen stehen.

Die neue Corona-Schutzverordnung schreibt vor, dass bestimmte Angebote und Einrichtungen nur genutzt bzw. besucht werden dürfen, wenn eine vollständige Impfung, Genesung oder negative Testung vorgewiesen werden kann (3G = geimpft, genesen, getestet).

Das bedeutet die 3G-Regel

Die 3G-Regel gilt immer für den Besuch von:

– Krankenhäusern;

– Alten- und Pflegeheimen;

– besonderen Wohnformen der Eingliederungshilfe;

– Unterkünften für Geflüchtete;

– stationären Einrichtungen der Sozialhilfe.

Aufgrund der aktuellen Lage besteht für alle Personen, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind, bei bestimmten Aktivitäten eine Pflicht zum Nachweis eines negativen Antigen-Schnelltests oder eines negativen PCR-Tests.

Die Pflicht zur Vorlage eines negativen Antigen-Schnelltests (= POC-Test) gilt für:

– Veranstaltungen in Innenräumen;

– Sport in Innenräumen;

– Innengastronomie;

– körpernahe Dienstleistungen (hierunter fallen auch notwendige medizinische Dienstleistungen);

– Beherbergung;

– Großveranstaltungen im Freien (mit mehr als 2500 Personen).

Die Pflicht zur Vorlage eines negativen PCR-Tests gilt für:

– Clubs;

– Diskotheken und ähnliche Einrichtungen;

– Tanzveranstaltungen einschließlich privaten Feiern mit Tanz (z.B. auch Hochzeitsfeiern);

– sexuelle Dienstleistungen.

Für genesene oder vollständig geimpfte Personen besteht keine Pflicht zum Nachweis eines negativen Testergebnisses.

Maskenpflicht und AHA-Regeln

Für alle Personen, also auch für Geimpfte und Genesene, besteht unabhängig von Inzidenzwerten die Pflicht zum Tragen (mindestens) einer medizinischen Maske – und zwar:

– im öffentlichen Personennahverkehr;

– im Handel;

– in Innenräumen mit Publikumsverkehr;

– in Warteschlangen;

– an Verkaufsständen;

– bei Großveranstaltungen im Freien (außer am Sitzplatz).

Darüber hinaus werden die bekannten und bewährten AHA-Verhaltensregeln weiterhin empfohlen: Abstand halten, Hygieneregeln beachten und im Alltag eine Maske tragen. Und: Einrichtungen mit Besucher- oder Kundenverkehr sind verpflichtet, bestimmte Lüftungs- und Hygieneregeln umzusetzen.

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